Taufpate: „Das ist wirklich kein schlechtes Boot“

Veröffentlicht am 26. Juni 2012 von Johannes Michel
Logopädie Scheßlitz



„Michl“ fährt ab sofort auf dem Baunacher Baggersee und leistet auch bei Hochwasser und im Katastrophenfall seine Dienste. Damit die Einsätze immer gut verlaufen, erhielt „Michl“ am vergangenen Sonntag den kirchlichen Segen.

Sie haben es sich wahrscheinlich schon gedacht: „Michl“ ist in diesem Falle keine Person, sondern ein Motorboot. Im Rahmen eines Festaktes wurde das neue Motorrettungsboot der Wasserwacht, Ortsgruppe Baunach, von Pfarrvikar Thomas Drexler gesegnet. Zum Festakt war auch Johann Pfister, stellvertretender Landrat, gekommen und bezeichnete das Boot als „sehr gute Investition“. Der Baunacher Baggersee sei nur der Liegeplatz, der Einsatz hingegen in vielen anderen Gebieten möglich, bei Hochwasser und für den Katastrophenschutz. Daher sei es auch aus Landesmitteln erworben worden.

Viele Menschen im Einsatz für den Nächsten

Nicht nur das Boot, sondern das komplette Gespann mit VW-Bus und Anhänger (Kosten: 110.000 Euro) stand vor dem Vereinsheim der Wasserwacht Baunach bereit und wurde neugierig von Besuchern und Gästen begutachtet. „Ich danke euch für eure viele Stunden unermüdlichen Einsatz. Das Boot soll als Motivation dienen, so weiterzumachen“, sagte Bürgermeister Ekkehard Hojer. Als Taufpate war Michael Bolibruch, von 1997 bis 2001 Leiter der Ortsgruppe, auserkoren worden. Er hatte den Verein durch schwierige Zeiten gebracht und die Basis für die heutige Ortsgruppe geschaffen. „Das ist wahrlich kein schlechtes Boot“, sagte er, überreichte der Wasserwacht und ihrem Vorstand Dieter Franz aber sicherheitshalber vier Fender (Puffer zum Anbringen an der Bootsseite) – falls doch mal der Steuermann irgendwo anstößt.


Boot, Anhänger und Einsatzfahrzeug.


Pfarrvikar Thomas Drexler segnete die Neuanschaffung.

Das Aluminium-Boot mit elektrischer Bugklappe, einer Länge von 4,72 Metern und einem Gewicht von 670 Kilogramm wurde abschließend von Pfarrvikar Thomas Drexler gesegnet. „Es braucht Menschen, die nicht auf ihren eigenen Selbsterhaltungstrieb achten, sondern sich für andere einsetzen. Diese Denkweise ist auch ein Verdienst des Christentums“, sagte Drexler. Vorstand Dieter Franz lud alle Gäste zu Kaffee und Kuchen ein und kündigte das Ausklingen des Tages beim gemeinsamen Grillen an. Ob die Bratwürste trotz Wetterumschwung noch verspeist wurden, ist nicht überliefert.


Vorstand Dieter Franz (rechts am Pult) hatte zuvor die Gäste begrüßt.


Die Taufe: Michael Bolibruch stieß die Sektflasche an.


Gruppenfoto nach der Taufe, unter anderem mit stellvertretendem Landrat,

Bürgermeister und den Gästen vom BRK.

Johannes Michel

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