Baunacher Schulmöbel für Ungarn

Aussortierte Möbel einfach entsorgen? Der Gedanke bereitete den Verantwortlichen von Schule und Stadt Bauchschmerzen. Eine Schulmöbelspende wäre genau das richtige, aber kann man momentan eine Hilfslieferung in Zeiten von Corona durchführen? Diese Frage wurde an Heiko Schmitt, den Nachhaltigkeitsbeauftragten der Stadt Baunach, gestellt. Dieser organisierte spontan einen Hilfstransport über den Verein Hilfe ConKret e.V. aus Langweid – trotz Pandemie.

„Der Verein Hilfe ConKret e.V. wurde gegründet, weil sich hier ein paar Leute gefunden haben, die hinschauen und handeln wollten. Einfach so: ohne professionelle Werbung, ohne staatliche Unterstützung, einfach weil es richtig ist, seinen Mitmenschen in Not beizustehen. Wir sind an finanziellen Mitteln gemessen keine große Hilfsorganisation und wollen es auch nicht werden“, erklären Heinz und Christine Koutecky. Das ehrenamtlich unterstützende Ehepaar betreut verschiedene, kleine Hilfsprojekte auf der ganzen Welt. Für ihr Engagement wurden sie im Dezember 2018 vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder mit dem Ehrenzeichen für Ehrenamtler ausgezeichnet.

Durch diesen erfahrenen Kontakt konnte, die Leerfahrt eines ungarischen Lastwagens für den Transport vermittelt werden. Damit waren zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Der LKW fährt nicht hunderte Kilometer ohne Ladung durch Deutschland, Österreich und Ungarn zurück und gleichzeitig kann nun bald eine katholische Schule in Esztergom/Ungarn die Möbelspende dankbar entgegennehmen. Denn hier haben Tische und Stühle noch deutlich mehr Jahre auf dem Buckel und es mangelt an den finanziellen Mitteln für eine Neuanschaffung.

Die alten Schulmöbel wurden in einen Laster verladen und gehen Richtung Ungarn.

Heiko Schmitt, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Stadt

Bürgermeister Tobias Roppelt half selbst am Mittwochnachmittag mit und belud zusammen mit einem Hilfsteam den bereitgestellten LKW: „Die ca. 40 Tische und über 100 Stühle spenden wir mit Freude. Schule und Schulbildung fördern Stabilität, Struktur und Routine, was Kinder für eine gelungene Entwicklung dringend brauchen. Dazu tragen wir immer gerne bei.“ Als am Ende noch ein wenig Platz im Laderaum war, gab die Schule dem Fahrer auch noch funktionstüchtige Overheadprojektoren und Computermonitore mit.

Fazit: Hilfsaktionen können auch in Zeiten von Corona realisiert werden. Hilfe ist momentan wahrscheinlich in vielen Ländern gefragter denn je. Man muss nur etwas kreativer handeln.

Fotos: Melanie Schmitt

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