Feuerwehrfahrzeug: Von „Berta“ zum „Paul“

40 Jahre ist „Berta“ alt. Und am 22. August ist sie noch einmal nach Priegendorf gekommen, wo sie nun nicht mehr Dienst tun muss. Ihre Nachfolge hat „Paul“ angetreten. Wer das ist? Die Priegendorfer Feuerwehr hat ihr neues Fahrzeug liebevoll so getauft. Nun ist es auch offiziell im Einsatz.

Vor dem Feuerwehrhaus wurde am Tag der Fahrzeugweihe zunächst ein Gottesdienst gefeiert. Und nach der anschließenden kirchlichen Segnung durch Kaplan P. David Susai verfügt die Feuerwehr des Baunacher Stadtteils Priegendorf nun auch offiziell über ihr neues „Tragkraftspritzenfahrzeug Logistik“ (TSF-L). Bei den jüngsten Einsätzen nach Starkregen war es schon mit dabei – und hat sich bewährt, wie von einigen Feuerwehrlern zu hören war.

„Aktivität und Einsatzbereitschaft sind das Markenzeichen unserer Freiwilligen Feuerwehr“, so Bürgermeister Tobias Roppelt. Daher sei es, trotz hoher Kosten, wichtig gewesen, das 40 Jahre alte „Löschgruppenfahrzeug 8“ zu ersetzen. Insgesamt investierte die Stadt Baunach 163.000 Euro, von der Regierung von Oberfranken gab es einen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro. Roppelt bedankte sich bei den Fachkräften vor Ort, insbesondere bei den beiden Kommandanten Jürgen Dremel und Florian Spinler. „Heute sehen wir das Ergebnis unserer gemeinsamen Bemühungen, um einen leistungsfähigen Brand- und Katastrophenschutz für Baunach und seine Stadtteile zu gewährleisten.“ Mit dem Fuhrpark und dem modernen Feuerwehrhaus sei die Wehr fit für die Zukunft.

Das neue TSF-L der Feuerwehr Priegendorf.

Bisher war hier das 40 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug 8, genannt Berta, unterwegs.

Starkregen und Hochwasser im Blick

Die Idee für das neue Fahrzeug stammt bereits aus dem Jahr 2014 und entstand nach den damaligen Hochwasserereignissen. Danach waren viele Entscheidungen zu Gestaltung und Ausstattung zu treffen, Kreisbrandinspektor Thomas Renner stand dabei unterstützend zur Seite. Herausgekommen ist ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Logistikaufbau. Im Heck sind auf Rollwägen zahlreiche Funktionen verfügbar, unter anderem 500 Meter Schlauch, ein Notstromaggregat und auch ein spezieller Abrollwagen für Unwetter- und Hochwassereinsätze. Für ausreichend Sicht sorgt ein ausfahrbarer Lichtmast.

Das Tragkraftspritzenfahrzeug Logistik (TSF-L) ist ein Löschfahrzeug mit einer Tragkraftspritze und einer feuerwehrtechnischen Beladung für eine Gruppe, dessen Besatzung aus einer Staffel (1/5) besteht. Darüber hinaus muss die Möglichkeit zum Transport von einsatzbezogenen, also nicht dauerhaft verlasteten, Ausrüstungsgegenständen bestehen. (…) Im hinteren Teil des Kofferaufbaus ist zusätzlich noch eine frei verfügbare Ladefläche vorzusehen, die heckseitig über eine hydraulische Ladebordwand be- oder entladen werden kann.

Quelle: Technische Baubeschreibung TSF-L, Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration

Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann lobte das Engagement vor Ort und auch die Jugendarbeit, ohne die eine Feuerwehr nicht zukunftsfähig wäre. Nach den Grußworten stand ein Frühschoppen auf dem Programm – und die Besucherinnen und Besucher konnten sich das neue TSF-L genauer anschauen. Dazu wurden die Rollwägen entladen und aufgebaut. Besonders deutlich wurde der technische Fortschritt für alle, die sich wenige Meter weiter die alte „Berta“ anschauten. Warum übrigens die Feuerwehfahrzeuge in Priegendorf zunächst „Berta“ und nun „Paul“ genannt wurden, ist nicht bekannt.


Viele Fotos von der Fahrzeugweihe in Priegendorf finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).

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