Neue Bestattungsformen: So könnte sich der Friedhof weiterentwickeln

Veröffentlicht am 11. Oktober 2018 von Johannes Michel

„Nicht nur Sie in Baunach haben bemerkt, dass sich die Bestattungswünsche ändern.“ Claudia Kühnel, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Bamberg, referierte in der jüngsten Sitzung des Stadtrats über aktuelle Entwicklungen – wie zuvor auch schon in manch anderer Kommune. Denn: Vor allem das Familiengrab ist immer weniger gefragt, Urnenbestattungen dagegen steigen überproportional an.

Er liegt gleich neben der Magdalenenkapelle – und ist allein schon deshalb ein ganz besonderer Ort. Außerdem ist er „wunderschön durchgrünt“, die Hauptwege sind befestigt, es gibt viel Rasen. Claudia Kühnel sparte nicht mit Lob für die Gestaltung des Baunacher Friedhofs. Eines gefällt ihr aber nicht – und da scheint sie nicht die Einzige zu sein: die Urnenwände. „Bisher gibt es in Baunach nur ein so genanntes Kolumbarium, das eigentlich keine Bestattungs-, sondern eine Aufbewahrungsstätte für Urnen ist“, so Kühnel. Denn nach der Belegungszeit müssen die Urnen noch an einer anderen Stelle bestattet werden.

Vor allem auch, weil es für die Trauernden keine Möglichkeiten gibt, an solchen Urnenwänden Kerzen oder persönliche Gegenstände ordentlich abzulegen, haben sich Alternativen etabliert. Einige davon stellte Kühnel auch den Baunacher Stadträten vor. Denn im Friedhof ist eine Erweiterungsfläche vorgesehen, die sich gut für die Umsetzung solcher Bestattungsformen nutzen ließe.


Bisher gibt es im Baunacher Friedhof nur Urnenwände (Kolumbarien). Gegenstände und Kerzen, die Besucher mitbringen, können nicht direkt abgestellt werden.


So könnte eine Neugestaltung im Friedhof aussehen. „D
er Gestaltungsvorschlag der Kreisfachberatung soll eine Grundlage der Entscheidungsfindung des Stadtrates sein und alle Möglichkeiten der Urnenbestattung für den Friedhof in Baunach darstellen“, so Kreisfachberaterin Kühnel.

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Mehrere Möglichkeiten anbieten

Entstehen könnte, neben einige Einzelgräbern, zum Beispiel eine Erdbestattungsfläche für Urnen mit vorgegebenen Bereichen (80 auf 80 Zentimeter) für die persönliche Gestaltung, genauso aber auch eine Urnengemeinschaftsanlage als „Garten der Erinnerung“ – mit Bäumen, unter denen dann die Urnen bestattet werden können. Kühnels Ideen kamen im Stadtrat gut an. Bürgermeister Ekkehard Hojer meinte, eventuell ließen sie sich auch in mehreren Schritten umsetzen, denn es mache schon Sinn, bei den Bestattungsmöglichkeiten mehrgleisig zu fahren. Über die genaue Umsetzung und den Zeitplan will sich der Stadtrat in Kürze unterhalten, zuvor sollen Kühnels Entwürfe in den Fraktionen genauer diskutiert werden.


Die oben gezeigten neu angelegten Bereiche könnten in der hier zu sehenden Erweiterungsfläche entstehen.


Aufgrund der Geländebeschaffenheit müsste eine Stützmauer gebaut werden.

Erneut auf der Tagesordnung der Sitzung am 9. Oktober 2018 tauchte das geplante neue Baugebiet „Röderweg Süd“ auf. Frank Schönfelder von der Planungsgruppe Strunz hatte schon in zwei Sitzungen zuvor Möglichkeiten für die Straßenführung aufgezeigt, diesmal hatte er eine erste Kostenschätzung mit dabei. Größter Unterschied der Varianten: Die Straße im Baugebiet wäre entweder eine Sackgasse mit Wendeplatte oder eine Schleife, so dass die Ein- und Ausfahrt in den Röderweg an zwei Stellen möglich wäre. Nachteil der zweiten Variante: Der Röderweg müsste hierfür auf etwa 210 Metern Länge weiter ausgebaut werden, bei der ersten Variante nur auf rund 100 Metern. Kostenpunkt für den vollen Ausbau: 215.000 Euro. Auch die Schleifenvariante selbst wäre mit 238.000 Euro die teuerste, die Variante mit Wendeplatte und einem kleinen Grünbereich in der Aufweitung kostet rund 225.000 Euro – jeweils ohne Baunebenkosten, Grunderwerb, Beleuchtung und Mehrwertsteuer.

Beschlossen wurde nach einer kurzen Diskussion die Variante mit Wendeplatte und kurzem Ausbau des Röderwegs. Dass der Röderweg einmal weitergeführt werden könnte, war im Stadtrat unstrittig. Dafür sollen die Voraussetzungen auch geschaffen werden, so dass einmal ein Lückenschluss bis hin zur Würzburger Straße nicht ausgeschlossen ist.

In seinem Kurzbericht informierte Bürgermeister Hojer über aktuelle Entwicklungen im Bereich Fördergelder. Nachdem Baunach bei der aktuellen Runde des Programms „Innen statt Außen“ mit dem Projekt Hölzerne Männer und Zentscheune nicht zum Zuge kam, sei eine Förderung in der nächsten Runde sehr wahrscheinlich, so dass sogar ein vorgezogener Baubeginn denkbar wäre. Aus der Aktion Stadtradeln erhält Baunach zwei Bäume (Linden), die vor dem Friedhof ihren Platz finden und dort zwei von Pilzen befallene Eschen ersetzen sollen.

Fotos und Grafik: Kreisfachberaterin Claudia Kühnel

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