Im Titelbild: Die Einmündung des Galgenwegs in die Bundesstraße 279 beschäftigt Baunach schon seit vielen Jahren.
Seit Jahren warten die Anwohnerinnen und Anwohner auf die Sanierung des Galgenwegs in Baunach. Nun hat ein Bürgerantrag den Stadtrat erreicht. Der zeigte dafür viel Verständnis, lehnte die Forderung am Ende aber dennoch ab. Das hat vor allem mit einer anderen Baustelle zu tun.
Wer regelmäßig durch den Galgenweg fährt, und das müssen viele Bewohnerinnen und Bewohner der dahinterliegenden Gebiete, braucht weiterhin Geduld – und das gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen wegen des schlechten Zustands der Fahrbahn, zum anderen mit Blick auf deren seit Jahren angekündigte Sanierung. Nun hat das Thema erneut den Baunacher Stadtrat beschäftigt. Anlass war diesmal ein Bürgerantrag, der eine „fachgerechte, nachhaltige Sanierung“ fordert. 42 Bürgerinnen und Bürger hatten ihn unterschrieben. Das notwendige Quorum war damit erreicht.
Dass der Unmut inzwischen groß ist, überraschte im Stadtrat niemanden. Schließlich ist der Galgenweg keineswegs erst seit Kurzem ein Thema. Bürgermeister Tobias Roppelt sprach davon, dass über die Einfahrt von der B279 und den Zustand der Straße inzwischen seit fast zwei Jahrzehnten diskutiert werde. Die Stadt habe die Sanierung seit Jahren im Haushalt eingeplant. Immer wieder habe es Ortstermine mit dem Staatlichen Bauamt gegeben, immer wieder sei auf den Zustand und die Kosten für die laufenden Ausbesserungen hingewiesen worden. Vor allem aber gab es zwischenzeitlich konkrete Zeitpläne. Noch 2024 teilte das Staatliche Bauamt mit, dass die Arbeiten im Einmündungsbereich des Galgenwegs voraussichtlich im Frühjahr 2025 beginnen sollten. Rund zwei Monate waren dafür vorgesehen. Schon damals hing der Termin mit den umfangreichen Arbeiten an der B279 in Reckendorf zusammen: Dort mussten zunächst Kanalnetz und Trinkwasserleitung erneuert werden.
Die steile Auffahrt des Galgenwegs.
Aus dem Frühjahr 2025 wurde bekanntlich nichts. Auch Roppelt machte in der Sitzung keinen Hehl daraus, dass die Situation unbefriedigend sei. Die Stadt werde vom Staatlichen Bauamt seit Jahren vertröstet, sagte er. Dominik Czepluch (CBB) formulierte es noch deutlicher: Man sei „maximal vertröstet“ worden. Manuela Fößel (CSU) erinnerte daran, dass das Thema auch aus den Reihen des Stadtrats immer wieder angesprochen worden sei. Der Zustand sei so nicht tragbar. Gleichzeitig seien über viele Jahre Kosten entstanden, weil die Straße immer wieder notdürftig nachgebessert werden musste. So wie auch zuletzt, aktuell zeugt der Rollsplitt an dieser Stelle davon.
Tipp zum Weiterlesen:
Über den Bereich B279 / Galgenweg haben wir hier bei Nachrichten am Ort schon öfters berichtet. Die wichtigsten Artikel finden Sie in unserer zugehörigen Artikelsammlung.
Sanierung jetzt würde doppelte Baustelle bedeuten
Ganz so einfach, wie sie auf den ersten Blick aussieht, ist die Geschichte für Roppelt allerdings nicht. Er wollte seine Kritik am Staatlichen Bauamt ausdrücklich nicht als generelle Kritik an dessen Engagement in und um Baunach verstanden wissen. In den vergangenen Jahren sei viel Geld in Maßnahmen geflossen. Als Beispiele nannte er unter anderem die Brückenprojekte vor Baunach und den Radweg Richtung Appendorf.
Bleibt die Frage, warum die Stadt den Galgenweg nicht unabhängig von der B279 sanieren lässt. Genau das wäre wenig sinnvoll. Im Einmündungsbereich müssen unter anderem die Höhen der privaten Einfahrten und Garagen sowie die Bordsteine mit der späteren Straßenhöhe abgestimmt werden. Zudem sollen Baustelleneinrichtung, Genehmigungen und Umleitungsstrecken gemeinsam genutzt werden. Würde Baunach jetzt bauen, müsste ein Teil der neuen Straße bei den anschließenden Arbeiten an der B279 wieder herausgenommen werden. Und es geht nicht nur um eine neue Asphaltdecke. Vorgesehen ist ein kompletter neuer Straßenaufbau, der dann für die kommenden Jahrzehnte halten soll. Roppelt verwies zudem darauf, dass die knapp 200 Meter weiterhin befahrbar seien – allerdings mit angepasster Geschwindigkeit.
Solange noch in Reckendorf dort gearbeitet wird, kann nicht gleichzeitig eine weitere wichtige Verkehrsverbindung gesperrt werden. Rettungswege, Schulbusverkehr, Müllabfuhr und Umleitungsstrecken müssen gewährleistet bleiben. Das Staatliche Bauamt habe der Stadt inzwischen erneut zugesagt, dass B279 und Galgenweg nach Abschluss der Arbeiten in Reckendorf an der Reihe seien. Nach dem derzeitigen Stand könne das allerdings noch etwa ein Jahr dauern.
Gerade erst wurde wieder am Galgenweg gearbeitet. Sichtbar ist noch der Rollsplitt.
Damit landete der Stadtrat am Ende bei einer ungewöhnlichen Situation: Inhaltlich konnten die Rätinnen und Räte den Ärger hinter dem Bürgerantrag gut nachvollziehen. Die darin geforderte sofortige Sanierung wollte das Gremium trotzdem nicht beschließen. Markus Stöckl (CSU) brachte diesen Spagat auf den Punkt: „Wahrscheinlich würde jeder im Stadtrat den Bürgerantrag unterschreiben.“ Trotzdem müsse man ihn ablehnen, weil eine Sanierung zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn ergebe. Aus der langen Vorgeschichte müsse man aber lernen, dass ein solcher Wartungsstau künftig nicht mehr entstehen dürfe.
Der Stadtrat stellte somit einstimmig fest, dass der Bürgerantrag formal zulässig ist. Bei der anschließenden inhaltlichen Behandlung wurden die Forderungen darin jedoch abgelehnt.
Höhere Hundesteuer
Deutlich schneller abgehandelt waren zwei Änderungen des städtischen Ortsrechts. So steigt die Hundesteuer. Für den ersten Hund werden künftig 50 statt bisher 40 Euro im Jahr fällig, für den zweiten 65 statt 50 Euro. Die Sätze für jeden weiteren Hund mit 75 Euro sowie für Kampfhunde mit 600 Euro bleiben unverändert. Bei derzeit 298 steuerpflichtig gemeldeten Hunden rechnet die Stadt mit zusätzlichen Einnahmen von knapp 3000 Euro jährlich. Der Stadtrat stimmte der Änderung einstimmig zu.
Auch die Straßenreinigungsverordnung wurde angepasst. Anlass war eigentlich lediglich der neu erschlossene Berta-Reiser-Weg, der in das Straßenverzeichnis aufgenommen werden musste. Manuela Fößel regte jedoch an, stark befahrene Straßen wie zum Beispiel Bahnhofstraße, Würzburger Straße und Röderweg anders einzustufen. Es sei aus Gründen der Verkehrssicherheit problematisch, wenn Anwohner dort bis zur Fahrbahnmitte kehren müssten. Roppelt sprach sich dafür aus, die bisherige Unterscheidung zwischen staatlichen und kommunalen Straßen beizubehalten. Die vorgelegte Änderung wurde bei vier Gegenstimmen beschlossen.
Aus dem Kurzbericht des Bürgermeisters
Im Kurzbericht des Bürgermeisters ging es um die Probleme an den Baunacher Gewässern in diesem Sommer. Stadtsee und Südsee waren aufgrund der hohen Temperaturen gekippt. Trotz schneller Gegenmaßnahmen verendeten rund 600 Kilogramm Fisch. Nach Angaben Roppelts verhinderten der Angelverein, Landwirte, Feuerwehren, THW, Bauhof und weitere Beteiligte mit Pumpen und Belüftern größere Schäden am Ökosystem. Der Angelverein arbeitet nun an Vorschlägen, wie sich ähnliche Ereignisse künftig möglichst verhindern lassen. Diese sollen in der nächsten Stadtratssitzung vorgestellt werden.
Fertiggestellt sind unterdessen vier neue E-Ladesäulen am Altstadtparkplatz. Die Stadt erhielt dafür 20.000 Euro Förderung vom Freistaat. Der Standort liegt unmittelbar neben der im Bau befindlichen Mehrzweckhalle und dem Sportgelände. Alle vier Stellplätze wurden barrierefrei zugänglich gestaltet.



