Mehr Mitbestimmung für die Jugend – auch in Gerach?!

Im Titelbild: Fahrgeschäfte zur Geracher Kerwa im „Corona-Jahr“ 2020 vor der Laimbachtalhalle – ein großer Wunsch der Kinder zur Kerwa wäre ein Kettenkarussell.

Bereits in der Juni-Sitzung wurde dem Gemeinderat von den JAM-Betreuern, Lisa-Maria Graf (Projekt: „Demokratie leben“) und Christopher Blenk, die Ergebnisse der Jungbürger:innenversammlung vorgestellt. Nun sollte das Gremium entscheiden, welche der sich daraus abzeichnenden parlamentarischen Mitbestimmungsform für die Gemeinde am geeignetsten wäre.

Die Eckpunkte wurden vom Ansprechpartner der Kommunalen Jugendarbeit (KoJa) im Landratsamt Bamberg, Oliver Schulz-Mayr, vorgestellt. Angesprochen sollten alle Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren werden. Die Vorbereitung, Durchführung und Nachberatung geschah durch den Bürgermeister, die Jugendbeauftragte, dem Team von JAM und dem Kreisjugendpfleger. Alle könnten sowohl bei der Durchsetzung von Projekten helfen, wie auch in Konfliktfällen mediatierend zur Verfügung stehen.

Nach der durchgeführten Umfrage kristallisierte es sich heraus, dass die Jungbürger durchaus eigene Bedürfnisse haben, die bisher nicht bekannt und somit auch nicht gesondert berücksichtigt wurden. Ein Kettenkarussell an der Kerwa, saubere Spielplätze oder ein Beachvolleyball-Platz dürfen wohl als die kleineren Wünsche gesehen werden. Bei Anlagen wie einem Brunnen/Wasserspielplatz, einer Eisdiele und einem Skaterplatz darf man wohl von Projekten ausgehen, die eine längerfristige Umsetzung erfordern.

Neben der Möglichkeit, Verbesserungen der eigenen Freizeitmöglichkeiten zu kommunizieren, wurde von den Sozialpädagogen die Art und Weise aufgezeigt, wie diese auch umgesetzt werden können. Hierzu gibt es zwei Modelle der Mitverwaltung, nämlich die Einsetzung eines Jugendparlaments oder die Abhaltung von Jugendversammlungen. Liegt das Schicksal der jugendlichen Bedürfnisse bei erster Form in der Hand von wenigen, besteht im zweiten Verfahren die Gefahr darin, dass die Projekte nicht stringent umgesetzt werden können, da zu wenig verbindlich.

Immerhin klang das Abstimmungsergebnis auf die Frage nach der eigenen Bereitschaft, sich für die Wünsche der Jugendlichen in Gerach einzusetzen, mit 21 zu sechs 6 Stimmen vielversprechend. Die beiden JAM-Mitarbeiter, Graf und Blenk, appellierten an den Gemeinderat, „dass sich die Jugendlichen tatsächlich wahr- und ernstgenommen fühlen sollten, ihre Anliegen also gehört und adressiert werden, und mit ihnen gesprochen wird“. Dafür wäre eine Mischform aus Jugendparlament (JuPa) und Jugendversammlung zu bilden: In der Versammlung, so die Empfehlung, wird ein Jugendrat gewählt und mit den Mitarbeitern die Satzung erarbeitet. Diese regelt unter anderem Aufgaben, Rechte, den Umgang mit dem Haushaltsbudget, aber auch Pflichten. Dieser Jugendrat soll bis zur folgenden Jugendversammlung für die genannten Belange einstehen und an ihrer Umsetzung arbeiten.

Nach der aktuellen Abstimmung wurde dieser Vorschlag vom Gemeinderat für gutgeheißen: Der Jugendrat soll als Jugendvertretung etabliert und schon im Herbst in einer weiteren Jugendversammlung gewählt werden.

Gut vorbereitet – schnell abgehandelt

Im weiteren Verlauf der Sitzung waren sich die Gemeinderäte einig, dass im Neubaugebiet „Am Reckendorfer Weg“ keine Sondergenehmigungen mehr erlaubt werden. „Die Verwaltung im Bauamt soll den Bauherren gleich sagen“, so mahnte Gemeinderat Gerhard Ellner (SPD), „dass dort keine Befreiungen vom Bebauungsplan mehr erteilt werden“. Erster Bürgermeister Sascha Günther erklärte, dass sich bisher alle anderen Bauwilligen darangehalten hätten, und es ihnen gegenüber ungerecht sei, Ausnahmen zuzulassen. Somit wurde dem Tekturplan – Errichtung eines Carport, Geräteschuppen sowie Terrassenüberdachung auf Fl. Nr. 296/32 und dem Antrag auf Erteilung einer isolierten Abweichung bezüglich der dortigen Abstandsflächen widersprochen.

Im Bebauungsplanbereich „Ortenleite“ war die Mehrheit des Gremiums jedoch dafür, die Errichtung eines Grenzzaunes auf Fl.-Nr. 367/21 bis zu einer Höhe von 1,40 Meter zu gestatten, obwohl nur ein Meter erlaubt sei. Hier war bereits früher eine Befreiung für diese Höhe bereits teilt worden.

Um Mehrkosten aufgrund von Tariferhöhung der Personalkosten aufzufangen hatte die Verwaltung eine Erhöhung der Kindergartengebühren empfohlen. Diese sei „dringend notwendig“, so legte es der Sachverhalt dar, wobei man sich auch an den Beiträgen der Nachbargemeinden orientierte. Empfohlen wurde eine Erhöhung um zehn Euro im Monat. Gemeinderat Tobias Ebert (SPD) entgegnete, das man im Vorjahr schon um mehr als die Empfehlung erhöht hätte; er sehe eher eine Gefahr darin, dass die Familien bei den jetzt steigenden Nebenkosten, die Buchungszeiten kürzen könnten. In der Abstimmung wurde die Beitragserhöhung einhellig abgelehnt.

Kurzbericht

Die Bestellungen des Materials für die WC-Anlagen inklusive Behinderten-WC in der Laimbachtalhalle sind beauftragt worden.

Die Kelleranlagen unter der Kirche sollen teilverfüllt werden, wozu zunächst geplant ist, einen Keller testweise zu verfüllen. Die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis sei noch abzuwarten.

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