Millionenprojekt: Gerach beschließt Kita-Neubau

Veröffentlicht am 4. Oktober 2019 von Adelheid Waschka
Logopädie Scheßlitz


Das Wohl der Kinder stand im Mittelpunkt der letzten Gemeinderatsitzung – und das ist der Gemeinde Gerach fast zwei Millionen Euro wert. Nach eingehender Beratung entschied sich das Gremium einvernehmlich für den Neubau einer Kindertagesstätte, unabhängig von der Höhe der staatlichen Zuwendungen.

Förderfähig sei nur der Aufwand für die Schaffung von 24 neuen Kinderkrippenplätzen, so schlüsselte Bürgermeister Gerhard Ellner den Sachverhalt auf, was einer Summe in Höhe von 1,1 Millionen Euro entspräche. Der Anteil für eine Kindergartengruppe, die in dem neuen Heim auch Platz finden soll, müsse von der Gemeinde alleine übernommen werden, das wäre ein Betrag von knapp 850.000 Euro. Im Vergleich zu den ersten Informationen habe sich der Preis mittlerweile verdoppelt, stellte Gemeinderat Ralf Gröger (UWG) fest. „Doch, was haben wir für Alternativen“, setzte der Bürgermeister dagegen: „Jedes Kind hat einen Anspruch auf einen Platz!“ Schließlich resümierte Stefan Gröger (UWG), dass sich die Finanzlage für Gerach zuspitzen werde, wenn jetzt auch noch die Sanierung der Verbandsschule in Baunach beginnen würde. Seit der letzten Kostenübersicht für den Kindertagesstätten-Neubau hat sich die Bausumme von 1,7 auf 1,9 Mio. gesteigert, was mit einem doppelten Aufwand innerhalb des Ansatzes für die Haustechnik und mit Komplikationen bei der Fundamentierung nach Statiker-Gutachten verbunden sei.

Die Finanzierung des Eigenanteils muss über die Aufnahme eines Darlehen laufen, was die Rechtsaufsichtsbehörde allerdings nur genehmigt, wenn eine Gebührenerhöhung der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbeiträge erfolgt. Nach dieser Grundsatzentscheidung war der Weg für weitere kinderfreundliche Beschlüsse geebnet: Der für den Neubau der Kindertagesstätte am Reckendorfer Weg 3 von dem Büro Paptistella architekten gmbh, Hirschaid/Sassanfahrt, entworfene Bauplan und Bauantrag wurde einstimmig für gut geheißen. Das Gebäude soll zwei Kinderkrippen- und eine Kindergartengruppe beherbergen. Allerdings kann der Spatenstich erst erfolgen, wenn die Änderung des Bebauungsplanes „Grubenäcker I“ als Satzung genehmigt wird, was für Ende Februar 2020 geplant ist.


Verschiedene Ansichten der Kindertagesstätte vom Architekturbüro Paptistella (zum Vergrößern antippen oder anklicken).

Nach der bereits im Sommer anerkannten Bedarfsrechnung wurden die bisher geschaffenen zwölf Notkrippenplätze jetzt einstimmig als feste Krippenplätze (für ein Alter bis drei Jahre) anerkannt. Gleichzeitig erfolgte das Einverständnis mit der Aufstockung der bisherigen gemischten Kindergartengruppe (ab drei Jahre bis einschließlich der Vorschulkinder) zu einer ganzen Gruppe: Konkret bedeutet dies, dass der Bedarf der aktuellen „Notgruppe“ mit zwölf Plätzen nachgewiesen ist und als fester Bestand in die neue Kindertagesstätte integriert wird, die festen Kindergartenplätze werden für acht Kinder erweitert. 

Wasserverbrauch hat sich kaum verändert

Auf mehrfachen Wunsch der Gemeinderäte rief sich das Gremium die Ergebnisse eines hydrologischen Standortgutachtens aus dem Jahr 1998 in Erinnerung. Man wollte sich einen Überblick verschaffen, ob für das neue Siedlungsgebiet und auch weiterhin eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet wäre. Dazu erklärte Wasserwart Ralf Gröger, dass der damals – 1998 – prognostizierte Wasserbedarf für das Jahr 2017 in Höhe von 80.000 Kubikmeter nicht erfüllt wurde, sondern sich der Wasserverbrauch im damaligen Vergleich kaum geändert hätte. Auch trotz der Trockenperiode habe sich der Wasserstand – in Ruhe bei 9 bis 9,80 Meter – im 40-Meter-tiefen Brunnen kaum gesenkt, die maximal Absenkung nur zwei Meter betragen. Für einen neuen Brunnen hatte man vor 20 Jahren ein Quellgebiet im Südwesten der Ortschaft (Geracher Spitze) ausgewählt, wo man Probebohrungen bis 120 Meter tief in den unteren Burgsandstein ansetzen müsse. Wasser sei jedoch bereits im Oberen Burgsandstein in einer Tiefe von 45 Meter zu erwarten, so fügte der Wasserwart hinzu. Der Anschluss an die Fernwasserleitung war bereits damals ausgeschlossen worden. Um eine Versorgungsleitung von dort aus in das Siedlungsgebiet zu verlegen, würden 500.000 Euro nicht ausreichen. Ein Ringschluss mit dem Wasserzweckverband der Reckendorfer Gruppe solle in Zukunft miteinkalkuliert werden. Als erster Schritt wird eine Videobefahrung des 1955 errichteten Tiefbrunnens erfolgen, um dessen Zustand zu erkunden. Innerhalb dieser Maßnahme kann eine neue Pumpe eingesetzt werden, die zukünftig energiesparender arbeiten soll. Diese könne auch tiefer gehängt werden, um einem Wassernotstand vorzubeugen.


Im Jahr 1998 ermittelte hydrologische Standorte für eine Versuchsbohrung, Schaffung eines zweiten Brunnens an der „Geracher Spitze“. (Quelle: Bauamt der VG Baunach)

Übergebührlich strapaziert werde die Wasserzufuhr, wenn die neuen Siedler ihren Garten anlegen und gießen würden, da war man sich im Gemeinderat einig. Bürgermeister Ellner fügte aber auch hinzu, dass bei aktuellem Klima Rasenbewässerung „ein Luxus“ sei, „da müsse der Rasen halt einmal trocken bleiben!“

Kurzbericht

Mit der Erschließung des neuen Neubaugebietes Reckendorfer Weg hat die Firma Stabag pünktlich zum 19. August begonnen. Der Bäckereiprobeverkauf durch die Bäckerei Franke (Itzgrund) startete Anfang September in der Laimbachtalhalle. Im Rahmen der Aktion von Integra MENSCH – „Inklusion im Arbeitsleben“ hat Bürgermeister Gerhard Ellner nach Losziehung einen Mitarbeiter in der Bamberger Dombauhütte als Pate begleitet, und war von der Erfahrung sichtlich berührt.

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