Hallstadt blickt auf Großprojekt: Neue Autobahnbrücke soll bis November stehen

Im Titelbild: Bürgermeister Thomas Söder (mit Mikrofon) begrüßt die Besucherinnen und Besucher im Kulturbuden.

Eine Baustelle dieser Größenordnung erlebt Hallstadt nicht alle Tage: Bei einer Informationsveranstaltung im Kulturboden informierten Vertreter der Stadt, der Bauleitung und der Stadtwerke Bamberg am 16. April 2026 über den bevorstehenden Abriss und Neubau der Autobahnbrücke zwischen Hallstadt und Bamberg.

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über Zeitplan, Verkehrsführung und Auswirkungen auf den Alltag zu informieren – rund 400 Personen füllten den Saal bis auf den letzten Platz. Bürgermeister Thomas Söder machte gleich zu Beginn deutlich, welche Dimension das Vorhaben hat. Er sprach von einer „Mammutaufgabe“, die Brücke in so kurzer Zeit neu zu errichten. Gleichzeitig betonte er, dass das Projekt am Ende deutliche Verbesserungen bringen werde. Die vorgesehenen Umleitungen seien gemeinsam erarbeitet worden, aber nicht in Stein gemeißelt. Sollte es nötig sein, könne nachgesteuert werden.

Warum der Neubau nötig ist, wurde im Verlauf des Abends ebenfalls erläutert. Die bestehende Brücke genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr. Bislang stehen drei Pfeiler im Fahrbahnbereich der Autobahn im Weg und schränken den verfügbaren Raum unter dem Bauwerk ein. Gerade im Zuge der laufenden Autobahnsanierung müssen die Fahrspuren jedoch verbreitert werden. Hinzu kommt: Moderne Lärmschutzwände hätten sich mit dem bisherigen Bauwerk nur mit erheblichem Aufwand realisieren lassen.

Ab dem 15. Juni wird gesperrt

Bauleiter Volker Lauterbach stellte die technische Lösung vor. Geplant ist eine Stahlverbundbrücke ohne Stützen. Das neue Bauwerk wird derzeit neben der Baustelle vormontiert. Bereits in der kommenden Woche sollen weitere Teile angeliefert werden, sodass die Montage bald abgeschlossen werden kann. Besonders spektakulär dürfte anschließend der Transport der neuen Brücke werden. Das rund 1.350 Tonnen schwere Bauwerk muss vom Montageplatz an seinen endgültigen Standort bewegt werden.

Auch der Zeitplan steht in groben Zügen fest: Die Überfahrt ist ab dem 15. Juni nicht mehr möglich, ab dem 20. Juni wird die alte Brücke abgebrochen. Dafür muss die Autobahn von Freitag bis Sonntag gesperrt werden. Am 18. September soll dann der Ersatzneubau eingeschoben beziehungsweise an seinen Bestimmungsort transportiert werden. Als voraussichtliches Bauende wurde der 6. November genannt.

Die Infoveranstaltung stieß auf großes Interesse.

Spürbare Auswirkungen wird es währenddessen auf den Verkehr in Hallstadt geben. Lauterbach erläuterte die vorgesehenen Umleitungsstrecken. So wurde der Verbindungsweg von der Autobahnabfahrt Hafen in Richtung Achterbrücke bereits asphaltiert. Dort soll künftig eine Einbahnstraßenregelung gelten, sodass Fahrzeuge auf diesem Weg nach Hallstadt hineinfahren können. Zudem werden die Bahnhofstraße und die Landsknechtstraße mit einem vollständigen Halteverbot versehen. Dadurch soll verhindert werden, dass parkende Fahrzeuge den Verkehrsfluss behindern. Erst einmal in beide Richtungen offen bleibt der Bereich Dr.-Robert-Pfleger-Straße über den Hallstätter Weg, gemeinhin auch als „Schleichweg“ Richtung Gewerbegebiet bekannt. Sollte es hier zu Problemen kommen, wäre auch eine Einbahnstraßenregelung denkbar. Der hauptsächliche Umleitungsverkehr soll über den Berliner Ring geführt werden, dort fahren auch die Stadtbusse.

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Busse fahren über den Berliner Ring

Auch für Fußgänger und Kleingärtner gibt es Änderungen. Die Verbindung zu den Kleingärten am Roppach wird neu gebaut und ist deshalb ab Juli 2026 gesperrt. Künftig soll die Umleitung über ein neues Bauwerk am Fliederweg erfolgen – eine Unterführung, die etwas weiter östlich entsteht und bald fertig sein soll.

Ein wichtiges Thema des Abends war außerdem der Busverkehr. Bürgermeister Söder berichtete, dass vor allem der Schülerverkehr im Vorfeld Kopfzerbrechen bereitet habe. Unterstützung gab es dazu von Jörg Mandler von den Stadtwerken Bamberg. Er erklärte, dass die Linie 904 während der Bauphase einen komplett neuen Fahrplan erhalten werde. Die Fahrzeiten würden sich etwas verlängern. Veränderungen gibt es auch bei der Anbindung des Laubangers. Künftig können Busse nicht mehr wie bisher direkt von dort nach Hallstadt weiterfahren. Ein Teil der Linie 904 fährt zudem weiter nach Dörfleins, andere verkehren innerhalb Hallstadts.

Zum Abschluss beantworteten die Verantwortlichen zahlreiche Fragen aus der Bürgerschaft. Dabei wurde deutlich: Ein Projekt dieser Größenordnung lässt sich nicht bis ins letzte Detail vorausplanen. Sicher ist jedoch, dass Hallstadt am Ende eine komplett neue Brücke und optimierte Autobahnein- und -Ausfahrten erhalten wird. Bauwerke, die dann wieder für viele Jahrzehnte gerüstet sein sollen.

Fünf Verkehrsphasen

Während der Baustelle wird es immer wieder zu diversen Veränderungen kommen. Bereits seit 7. April ist die Anschlussstelle Hallstadt Nord in Fahrtrichtung Schweinfurt gesperrt, ab 15. Juni dann auch die abzureißende Brücke. Und die Anschlussstelle Hallstadt Nord ist auch von weiteren Sperrungen betroffen, die bis in den Mai 2027 reichen. Wichtig wird es daher sein, der jeweiligen Beschilderung zu folgen, die auch großräumig ausgeschildert sein wird.

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