Abbruch der A73-Brücke: Bahnverkehr ruht, B4 gesperrt

Veröffentlicht am 26. März 2019 von Johannes Michel

Fünf Kilometer ist sie lang. Gebaut wird zwischen der Autobahnbrücke der A70 bei Hallstadt und Breitengüßbach-Süd – der Abschnitt Hallstadt-Breitengüßbach gehört zur Ausbaustrecke Nürnberg-Berlin und soll einen weiteren Teil der Bahnstrecke mit vier Gleisen ausstatten. Dafür sind auch Sperrungen notwendig, die erste bereits am kommenden Wochenende.

Schnurgerade zieht sich die Bahnstrecke zwischen Hallstadt und Breitengüßbach dahin. Wer in den vergangenen Wochen die neben ihr liegende Bundesstraße befahren hat, bekam bereits mit, dass die Baustelle weitergeht. Denn mit der Eröffnung der der Neubaustrecke hat die Bahn ihr Ziel noch nicht ganz erreicht – einige Teilbereiche sind noch nicht fertig. Dazu gehört auch der Abschnitt Hallstadt-Breitengüßbach. Wie weiter nördlich sollen hier bald vier statt zwei Gleise liegen, Lärmschutzwände sollen für besseren Schallschutz in Hallstadt und Kemmern sorgen, ein fünftes Gleis als Überholbahnhof dienen. Bis dahin ist es aber noch ein längerer Weg, die Fertigstellung ist für das Jahr 2023 geplant.


Blick von der Wirtschaftswegbrücke bei Kemmern Richtung Hallstadt und Bamberg. Links ist deutlich das Baufeld für die zwei weiteren Gleise zu erkennen.

Ein wichtiger Meilenstein ist die Erneuerung der Brücke der Autobahn A73 bei Kemmern. Unter ihr haben aktuell keine vier Gleise Platz. Um die Autobahn nicht sperren zu müssen, erfolgen Abriss und Neubau in zwei großen Abschnitten. Am kommenden Wochenende wird nun der erste Teil der Brücke fallen. Koordiniert mit der Bahn gibt es daher umfangreiche Sperrungen: Die Bahnstrecke zwischen Bamberg und Bad Staffelstein / Lichtenfels wird von Samstag, 30. März bis Dienstag, 2. April gesperrt sein. Der Fernverkehr wird überregional umgeleitet, die Regionalzüge zwischen Bamberg und Bad Staffelstein beziehungsweise Lichtenfels durch Busse im Schienenersatzverkehr (SEV) ersetzt. Um längere Umsteigezeiten zwischen Zügen und SEV-Bussen zu vermeiden – die SEV-Busse brauchen länger als die ausfallenden Züge – bietet die Bahn zwischen Nürnberg und Bamberg zusätzliche Zugverbindungen an.

Auch die Bundesstraße ist für ein paar Tage dicht

Gleichzeitig muss die ebenfalls unter der Autobahnbrücke befindliche Bundesstraße B4 ebenfalls gesperrt werden. Sie ist von Freitag, 29. März (9 Uhr) bis Mittwoch, 3. April (22 Uhr) nicht befahrbar. Aufgrund dieser Straßensperrung und der dann fehlenden direkten Straßenverbindung zwischen Breitengüßbach und Hallstadt erhält Hallstadt keinen SEV-Halt. Um den Reisenden aus Hallstadt weiterhin Fahrtmöglichkeiten nach und von Lichtenfels anbieten zu können verkehrt zusätzlich ein Kleinbus zwischen Hallstadt und Breitengüßbach. Die Bahn empfiehlt daher, sich vor Fahrtantritt über die Verbindungen zu informieren. Sämtliche Ausfälle und der SEV sind in die Informationssysteme, die unter anderem per Smartphone-App (DB Navigator) angeboten werden, eingepflegt. Eine weitere Sperrung der Bahnstrecke wird es eine Woche später vom 6. bis 9. April geben, für November sind nochmals zwei Sperrwochenenden geplant.


Die Autobahnbrücke besteht aus zwei einzelnen Brücken. Die im Bild rechte wird am Wochenende abgebrochen.

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Ziel für das laufende Jahr ist, die Tiefbauarbeiten für die beiden neuen Gleise fertigzustellen und die archäologischen Untersuchungen abzuschließen – an einigen Stellen sind solche Sondierungen nötig. In Hallstadt werden zudem erste Umbauarbeiten an der Oberleitung stattfinden.

Kosten: 200 Millionen Euro

Ebenfalls zur Gesamtmaßnahme gehört der Umbau des Haltepunkts Hallstadt – er soll mit einem Aufzug ausgestattet und als Mittelbahnsteig ausgeführt werden. Durch die Neugründung von Oberleitungsmasten und der Fundamente für die Lärmschutzwände sind ab und an auch Nachtbauarbeiten nötig – ansonsten soll überwiegend am Tag gearbeitet werden. Für das Gesamtprojekt mit einer Länge von fünf Kilometern sind, inklusive der neuen Autobahnbrücke bei Kemmern, Baukosten von rund 200 Millionen Euro veranschlagt. Mehrere Brücken, unter den Schienen hindurch verlaufende Leitungen und nicht zuletzt der Grunderwerb sind für diesen hohen Betrag ausschlaggebend. Die Kleinteiligkeit mit vielen Grundstücksbesitzern hat außerdem zu langwierigen Verhandlungen geführt, mittlerweile, so ein Vertreter der Bahn, konnten 99 Prozent der notwendigen Flächen angekauft werden.

Tipp für weiterführende Infos: Viele Informationen stellt die Bahn auch auf Ihrem Portal VDE 8 zur Verfügung.

 

Weitere Fotos von der Baustelle finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).

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