Gastbeitrag: Brückenprojekt sorgt für großes Unverständnis

Veröffentlicht am 28. August 2014 von Redaktion

Keine gemeinsame Lösung? Zunächst war es vorgesehen, dass der Bahnübergang bei Kemmern im Rahmen des Bahnausbaus durch eine Brücke bei Breitengüßbach ersetzt wird. Mittlerweile ist diese Planung vom Tisch, Kemmern wird wohl eine eigene Brücke über die Bahnstrecke erhalten. Zwei Brücken in unmittelbarer Nähe? Bernhard Pfister aus Breitengüßbach äußert sich dazu in einem Gastbeitrag.

Ein Gastbeitrag von Bernhard Pfister

Viele Bürger haben mich in den letzten Tagen angesprochen und mich nach dem Brückenprojekt im Süden von Breitengüßbach gefragt. Viele Fragen konnte ich nur teilweise oder nicht umfassend genug beantworten. Deshalb habe ich mich entschlossen diesen Gastbeitrag zu veröffentlichen und hoffe, dass ich damit zur Aufklärung der verschiedenen Sachverhalte etwas beitragen kann.

Der ICE wird ab Ende 2017 durch Breitengüßbach, auf einer ganz neuen Trassenführung, nach Erfurt fahren. Er wird unseren Ort in einen westlichen und östlichen Ortsteil, durch seine bis zu fünf Meter hohen Schallschutzwände, sichtbar trennen. Wir Breitengüßbacher Bürger haben unsere Einsprüchen gut ausformuliert und im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens bei der Regierung von Oberfranken eingereicht. Nach einem öffentlichen Erörterungstermin im Juni liegen nun die Unterlagen bei der Regierung in Oberfranken. Mit einem Planfeststellungsbeschluss ist, aus meiner Sicht, bis Ende des Jahres zu rechnen.

Mich als Breitengüßbacher Bürger und Gemeinderat beschäftigen nun viele  Ungereimtheiten im Stillen, aber da gibt es auch Dinge, die mir widerstreben und die ich schon im Ansatz für völlig falsch halte. Dagegen gilt es nun vorzugehen.

Der momentane Bahnübergang im Süden Breitengüßbachs liegt auf Kemmerner Grund und deshalb muss die Deutsche Bahn, im Rahmen dieses Projekts, den Kemmernern eine adäquate Lösung für eine Querung der Strecke anbieten, wenn die vorhandene Verbindung so nicht mehr geht. Der Kemmerner Gemeinderat  hat sich nun für ein Brückenbauwerk entschieden, welches am Ortsrand von Kemmern beginnt und die Bundesstraße sowie die Eisenbahn in nordöstlicher Richtung quert. Es soll den Grundstückseigentümern, den Spaziergängern, den Sportlern und Landwirten den Zugang in diesen Bereich weiterhin sichern. Die Kemmerner bestehen hier nur auf ihr gutes und verbürgtes Recht.

VDE8 Brücken Kemmern Breitengüßbach Screenshot 2014
Ein Screenshot aus dem Video der Bahn zeigt, wie nahe die beiden Brücken zusammenliegen (zum Vergrößern anklicken. Quelle: Deutsche Bahn, Bearbeitung: Nachrichten am Ort).

Bürger nicht gegeneinander ausspielen

Aber das bedeutet noch lange nicht, dass dies für alle Betroffenen die beste Lösung darstellt. Breitengüßbach hat vor einigen Jahren einen Kreisverkehr im Süden des Orts gebaut. Lange Zeit haben die Breitengüßbacher geglaubt, sie könnten zusammen mit  Kemmern eine Lösung finden, die über eine Brücke am Kreisverkehr die Breitengüßbacher und Kemmerner Flur östlich der Eisenbahnstrecke erschließt und von beiden Gemeinden getragen wird.

Diese Brückenverbindung wurde nun im Süden von Breitengüßbach über die Bahnstrecke  geplant, aber Kemmern konnte sich mit dieser Lösung nicht anfreunden und baut jetzt auf eigene Faust, eine eigene Brücke. Wir Breitengüßbacher brauchen aber langfristig eine Lösung, die unsere östlich der Bahnlinie vorhandenen Verkehrsströme, nicht über das Zentrum, sondern über eine eigene Straßenverbindung zu- und ableiten.

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Nachrichten am Ort

Momentan ist es so, dass Kemmern eine eigene  Brücke südlich der Autobahn baut und wir Breitengüßbacher darüber nachdenken,  eine Brücke nördlich der Autobahn zu errichten. Zwei zusätzliche Brückenbauwerke nicht einmal 500 Meter voneinander entfernt.

Aus meiner Sicht müssen wir Bürger gegen diese Verschwendung von Steuergeld vorgehen. Es muss eine Lösung gefunden werden, die sowohl Kemmern als auch Breitengüßbach dienlich ist. Ich rufe die Kemmerner und Breitengüßbacher Bürger auf, sich zu solidarisieren und bei den politisch Verantwortlichen auf eine gemeinsame Lösung hinzuwirken. Wir dürfen diesen Schildbürgerstreich nicht zulassen. Es müssen Lösungen her, die für beide Ortsteile akzeptabel sind – und wenn der bayerische Ministerpräsident Seehofer ein Debüt vor Ort geben muss. Die Kemmerner und Breitengüßbacher Bürger haben sich lange gegeneinander ausspielen lassen. Macht euch alle für eine gemeinsame Lösung stark, geht auf die Straße, macht eure Positionen klar. Die Zeit spielt gegen uns!

Bernhard Pfister, Breitengüßbach

3 Kommentare bisher. Haben Sie etwas dazu zu sagen?
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  1. Meyer Bernd 28. August 2014 at 11:41 - Antworten

    Sehr geehrter Herr Pfister,

    meinen Respekt für Ihr Engagement frei von jeder Parteisicht.
    Ich unterstütze Ihr Ansinnen zu 100 Prozent und es wäre m.M. dringend geboten das sich die Gemeinden da vorbehaltslos konstruktiv zusammen finden.

    Wenn man folgenden Link betrachtet

    https://www.openpetition.de/petition/online/steuerverschwendung-als-straftatbestand-politiker-in-die-haftung-nehmen

    ist es aber wohl gesellschaftlicher Konsens, dass Steuerverschwendung alternativlos und begleitet von plötzlichen, unerwarteten, unvorhersehbaren …
    Ereignissen, wohl ein Naturgesetz zu sein scheint.
    (möglicherweise ist ja auch einigen nicht klar wo das „Geld“ == die Arbeitsleistung für den entsprechenden Schuldendienst eigentlich herkommt. Ich würde es unseren Kindern eher nicht sagen wollen müssen, tue es aber. )
    Es wurden hier ja auch, unter den letzten beiden Bundeskanzlern, nur die Staatsschulden verdoppelt …
    Alternativlos selbstredend.
    Auch dafür wird es sicher eine planwirtschaftliche Lösung geben?

    mfG
    Bernd Meyer

  2. Lieb Andreas 2. September 2014 at 09:26 - Antworten

    Na gut, dann fahrt halt ihr Güssbacher die 500 m weiter.Dann könnt ihr auch hinter euren Hackschnitzel Transportern über usere Brücke fahren.Dann sind auch Steuergelder gespart !

    Gruß aus Kemmern !

  3. Hornung Simone 4. September 2014 at 17:25 - Antworten

    Kemmern hatte schon immer einen Bahnübergang, das soll auch so bleiben. Und bitte nicht nur zu Fuß oder Fahrrad, sondern auch mit dem Auto!

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