Mit mehreren Großprojekten in den kommenden Jahren, steigender Verschuldung und dennoch einer recht soliden Ausgangslage hat sich der Gemeinderat Lauter mit dem Haushalt 2026 befasst. Einstimmig verabschiedete das Gremium die Haushaltssatzung sowie den Finanzplan bis 2029.
Der Verwaltungshaushalt umfasst in diesem Jahr rund 2,67 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt weitere 2,26 Millionen Euro. Damit steigt das gesamte Haushaltsvolumen gegenüber dem Vorjahr leicht auf knapp 4,93 Millionen Euro. Während der laufende Betrieb der Gemeinde weiterhin finanziert werden kann, stehen insbesondere die geplanten Investitionen im Mittelpunkt der kommenden Jahre.
Zu den größten Vorhaben gehört weiterhin das geplante Baugebiet „Appenberg II“. Allein für den Grunderwerb sind 2026 rund 510.000 Euro vorgesehen, hinzu kommen die Erschließungskosten für Straßen und Kanal. Ebenfalls eingeplant sind Planungsleistungen für die Windvorranggebiete Deusdorf-West und Lauter-West, für die 200.000 Euro bereitgestellt werden. Hinzu kommen Maßnahmen im Brandschutz, die Erneuerung von Unterflurhydranten, Investitionen in den Hochwasserschutz, weitere Kosten für den Erwerb des Kindergartengebäudes St. Laurentius sowie Mittel für die kommunale Wärmeplanung.
Auch die Sanierung der Bergstraße spielt im Investitionsprogramm eine wichtige Rolle. Für dieses Jahr fallen lediglich Planungskosten an, der eigentliche Ausbau soll nach derzeitiger Planung 2027 erfolgen und über das ELER-Förderprogramm unterstützt werden.
Einkommenssteuer wichtigste Einnahmequelle
Die umfangreichen Investitionen schlagen sich zwangsläufig in der Finanzplanung nieder. Für 2026 ist eine neue Kreditaufnahme von rund 576.700 Euro vorgesehen, weitere Mittel für Erschließung und Baunebenkosten sind im Finanzplan der Folgejahre enthalten. Zusätzlich soll die noch vorhandene Kreditermächtigung aus dem Jahr 2024 in Höhe von 994.600 Euro genutzt werden. Zum Jahresbeginn lag der Schuldenstand bei rund 748.500 Euro. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die finanzielle Situation besser entwickelt als zunächst erwartet. Statt eines Rücklagenabbaus konnte die Gemeinde nach der Hochrechnung für den Jahresabschluss 2025 ihre allgemeine Rücklage sogar deutlich stärken.
Auf der Einnahmenseite bleibt die Beteiligung an der Einkommensteuer mit voraussichtlich rund 858.000 Euro die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde und macht etwa ein Drittel des Verwaltungshaushalts aus. Hinzu kommen unter anderem 200.000 Euro Gewerbesteuer, rund 64.000 Euro Einkommensteuerersatz sowie weitere Erträge aus Grundsteuern, Umsatzsteuerbeteiligung und Schlüsselzuweisungen. Den größten Einzelposten auf der Ausgabenseite stellt erneut die Kreisumlage dar. Aufgrund der gestiegenen Umlagekraft und des auf 47 Prozent erhöhten Umlagesatzes muss Lauter hierfür 497.900 Euro an den Landkreis Bamberg abführen.
Die Beschlüsse zum Haushalt fielen ebenso einstimmig aus wie die Genehmigung des Finanzplans.
Bergstraße wird voraussichtlich 2027 saniert
Im Bericht des Bürgermeisters informierte Ronny Beck über den aktuellen Stand der Sanierung der Bergstraße. Nachdem die Gemeinde bereits im Mai den Förderbescheid erhalten hatte, fand inzwischen eine gemeinsame Besprechung mit Bayernwerk, Wasserzweckverband und den Planern statt. Da zunächst noch Arbeiten der Versorgungsträger abgestimmt werden müssen, soll die Ausschreibung erst im Sommer oder Herbst erfolgen. Mit dem eigentlichen Ausbau rechnet die Gemeinde deshalb im Frühjahr 2027. Ein früherer Baustart noch in diesem Jahr wurde bewusst verworfen, um eine unfertige Baustelle über die Wintermonate zu vermeiden.
Ein Thema, das den Gemeinderat bereits beschäftigt hatte, war die Ortssprecherwahl in Appendorf. Nachdem sich bislang kein Bewerber gefunden hatte, soll die Wahl nun noch einmal aufgenommen werden. Ziel ist es, den Ortsteil künftig wieder durch einen Ortssprecher vertreten zu lassen. Ein konkreter Beschluss wurde in der Sitzung hierzu vorbereitet.
Einstimmig sprach sich der Gemeinderat außerdem dafür aus, die Spielvereinigung Lauter bei der Anschaffung zweier Mähroboter für die Sportanlage finanziell zu unterstützen. Für den Zuschuss sind 5.000 Euro vorgesehen. Der Verein verspricht sich von der Anschaffung eine erhebliche Arbeitserleichterung bei der Pflege der Sportflächen sowie langfristig geringere Unterhaltungskosten.


