Aquarena: Ideen, Konzepte, Notwendigkeiten

In diesem Jahr war es ungewohnt ruhig im Südosten von Zapfendorf. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte der Marktgemeinderat Anfang Juni entschieden, das Freibad Aquarena nicht zu öffnen. Wie aber sieht es 2021 aus? Gibt es ein Hygienekonzept? Und welche Sanierungsmaßnahmen wären dringend geboten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Schwimmbadausschuss in einer Sitzung.

Wer zuletzt am Gelände des Aquarena vorbeikam, dürfte eine Baustelle bemerkt haben. Am offensichtlichsten ist die am Eingang – denn hier wurden die Pflanzbeete und Treppenstufen erneuert. Zweite Bürgermeisterin Sabine Köhlerschmidt berichtete aber auch über weitere Arbeiten: Der Fliesenbelag im Bereich der Terrasse des Schwimmbadcafés wurde, ebenso wie der Estrichunterbau, abgebrochen und soll bei günstiger Witterung von einer Fachfirma erneuert werden. Auch in der Wärmehalle tut sich was: Neue Möbel kommen, die Wände werden neu gemacht, ebenso die Beleuchtung. Im Kinderbecken werde es eine neue Wasserattraktion geben. Errichtet wurde zudem ein Wasserspielplatz – seine Fertigstellung ist für Anfang kommenden Jahres geplant. Angelehnt ist er an den Wasserlauf des Mains, eine Kletterwand wird den Staffelberg symbolisieren.

Basierend unter anderem auf einem Konzept der Bayerischen Staatsregierung sowie Erfahrungsberichten aus Schwimmbädern, die im laufenden Jahr geöffnet hatten, haben die Schwimmmeister des Aquarena ein Hygienekonzept für die Badesaison 2021 erstellt. Der Entwurf muss jeweils an die aktuelle Lage und die dann geltenden Hygienevorschriften zum Zeitpunkt der Saisoneröffnung angepasst werden. Zusätzlich zum Hygienekonzept wird auch eine entsprechende Ergänzung der Haus- und Badeordnung notwendig sein. Die Maßnahmen sollen der Gefahr einer Infektion soweit wie möglich vorbeugen. Allerdings wird auch an die Badegäste und ihre Eigenverantwortung appelliert.

Blick ins Aquarena beim Integrativen Schwimmfest 2019.

Wie viele Besucher dürfen im Jahr 2021 eingelassen werden?

Zum Konzept gehören unter anderem die Dokumentation der anwesenden Badegäste mit Angabe von Namen und Erreichbarkeit (zum Beispiel Telefonnummer), eine Aufteilung der Öffnungszeiten in eine Vormittags- und eine Nachmittagsöffnung, Mindestabstände, getrennte Laufwege, Maskenpflicht zum Beispiel im Eingangsbereich, in den Umkleiden und in den WCs, ein Reinigungsplan, die Sperrung diverser Bereiche wie Wellnessbereich, Sammelumkleiden, Wärmehalle und Duschen sowie eine Besucherbegrenzung. Im Entwurf heißt es zur Besucheranzahl: „Es dürften sich gleichzeitig laut Berechnung des Hygienekonzeptes der Bayerischen Staatsregierung 258 Gäste in den Becken befinden. Die Gesellschaft für das Badewesen empfiehlt, die Gesamtbesucheranzahl auf das Dreifache zu begrenzen, also 774 Besucher.“

Ebenfalls von den Schwimmmeistern wurde ein Investitionsplan für die kommenden Jahre erarbeitet. Das Aquarena wurde im Jahr 1972 eröffnet, 1988/89 fand eine Generalsanierung statt. Aufgeführt werden darin die Erneuerung des Fliesenbelags im Wellnessbereich, der Wärmetauscher für die Beckenwassererwärmung, der Überlaufrinnen an den Becken, der Rolloabdeckung für das Freizeitbecken, der Duschanlagen und der Schaltschränke in den Technikräumen. Auch die Wasserrutsche weist Sanierungsbedarf auf. Dazu hieß es: „Die Rutschenanlage wurde bei der Generalsanierung neu errichtet. Sie gehört seinerzeit zu einer der ersten aus GFK konstruierten Anlagen. Laut TÜV Süd, welcher die jährliche Prüfung der Rutsche durchführt, haben wir in Zapfendorf einer der letzten noch im Betrieb befindlichen Anlagen aus dieser Zeit. Die meisten dieser Rutschen hatten nur eine Lebensdauer von ca. 20 Jahren. Nur durch jährlich extrem hohe Wartungsarbeiten kann diese bislang noch betrieben werden. Die Kosten für eine neue vergleichbare Wasserrutsche (nur für die Rutschenelemente) belaufen sich auf etwa 200.000 Euro.“

Welche Sanierungen durchgeführt werden, muss der Gemeinderat entscheiden. Klar wurde: In den kommenden Jahren besteht dringender Handlungsbedarf. Bisher gibt es allerdings von staatlicher Seite für die Sanierung von Bädern kaum finanzielle Unterstützung. Hier sollen nun noch einmal die Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie der Landkreis Bamberg angesprochen werden, da das Freibad eine überregionale Bedeutung habe.

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