Verlassene Orte: Ein ehemaliges Umspannwerk

Geistervilla. So nannten Schüler der Grundschule in Zapfendorf ein Gebäude zwischen Zapfendorf und Unterleiterbach, als sie Ideen für die Weiterentwicklung des Ortes sammeln sollten. Das war vor zwei Jahren im Rahmen einer Aktion des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes. Schon damals waren wir vor Ort und haben fotografisch festgehalten, wie es dort aussieht. Denn das ehemalige Umspannwerk der Bahn ist dem Verfall preisgegeben.

Heute verschließt eine Kette das Eingangstor zum stillgelegten „Unterwerk Zapfendorf“. Unter dieser Bezeichnung wird das alte Umspannwerk in den Unterlagen der Deutschen Bahn geführt, wie uns ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. Vor zwei Jahren war das aber noch anders. Erst, als in der Gemeinde vermehrt Hinweise auf am und im Gebäude spielende Kinder eingingen, wurde die Kette von Mitarbeitern der Bahn angebracht. Bis dahin standen Gebäude und Grundstück sperrangelweit offen, zugänglich für jeden.

Die Natur holt sich das riesige Grundstück zurück

Und dass ordentlich was los gewesen sein muss, beweisen zahlreiche Partyrückstände, Graffitis und auch Zerstörungen. Dabei wäre das zweigeschossige Hauptgebäude durchaus ein Schmuckstück, allein schon die ehemalige Trafohalle ist sehenswert. Und dann erst das Grundstück: Über 11.500 Quadratmeter ist es groß, verwildert, der Natur überlassen. Daher hat die Bahn auch einen Teil davon als so genannte Ausgleichsfläche im Rahmen des Ausbaus der Bahnstrecke vorgesehen. Da Sanierung und weitere Unterhaltung zu teuer wären, plant die Bahn, so der DB-Sprecher weiter, mittelfristig den Abriss.

Genutzt wurde das Gebäude mit einer Nutzfläche von fast 300 Quadratmetern bis in die 1990er Jahre als Umspannwerk. Noch heute ist die Bahnstromleitung zu sehen, die direkt am Gebäude vorbeiläuft. Mit dem Funktionsverlust ging auch der Verfall einher, was sich besonders am kleinen Nebengebäude zeigt. Aus der Gemeinde Zapfendorf war zu hören, dass es immer wieder Pläne für eine Umnutzung gab, etwa für einen Biergarten. Aufgrund der Lage außerhalb des Ortes und der Nähe zum Neubaugebiet sind alle bisherigen Ideen aber gescheitert.

 

Viele Fotos vom ehemaligen Umspannwerk der Deutschen Bahn in Zapfendorf finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der linken Ecke oben wählen).

Ein Hinweis noch zum Schluss: Da das Gebäude mittlerweile wieder verschlossen ist, ist ein Zugang nicht möglich. Allein der Blick vom Tor aus ist aber schon beeindruckend …

Ein Kommentar

  1. Ja – wirklich schade um das Schmuckstück. Ich bin Anwohner des Neubaugebietes. Da gab‘s mal ne Idee zur Nurzung als Hühnerzucht. Das wäre für uns eine Katastrophe gewesen. Aber ein Ausflugslokal mit Biergarten in der Lage – mit dem Grundstück – hätte Zapfendorf gut gestanden. Am Verkaufspreis der Bahn wäre das nicht gescheitert…. Aber die gemeindlichen Auflagen, mit asphaltierter Zufahrtstrasse inkl. Einmündung von der Staatsstraße auf Kosten des Erwerbers und andere Dinge mehr, führten ins Absurde. Ist mittlerweile über 5 Jahre her. Eine verpasste Chance für Zapfendorf. Das hätte ein Ort für die Bürger werden können, ein Ort für auswärtige Besucher und für eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen….

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