Bienen, Insekten und der 1. Baunacher Nachhaltigkeitstag

Veröffentlicht am 8. April 2016 von Johannes Michel

„Für Insekten gibt es kein Unkraut.“ Alexandra Klemisch, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, leitete mit einem Vortrag zum Thema „Bienenfreundliche Blumen“ den 1. Baunacher Nachhaltigkeitstag ein, der Ende April im Bürgerhaus Lechner Bräu stattfinden wird. Auch dann geht es um Bienen und Insekten.

Am 27. April gibt es eine echte Premiere in Baunach: Zum ersten Mal findet ein „Baunacher Nachhaltigkeitstag“ statt. Die Idee: Insbesondere jungen Menschen, vorrangig den Schülern, zeigen, warum Natur so wichtig ist und wie das oftmals komplizierte Ökosystem funktioniert. Im Premierenjahr 2016 geht es um ein Thema, das in den vergangenen Jahren in den Medien stark präsent war: Bienen und Insekten. Denn ohne die Bienen gibt es keine Bestäubung, und damit keinen Apfel, keine Kirsche, keine blühenden Blumen.

Eröffnet wird der Nachhaltigkeitstag um 9.15 Uhr mit drei Schulprojekten. Schüler aus Baunach und Ebern präsentieren ihre Projektergebnisse zu den Themen Imkern, Bienensterben und Hummeln. Ab 14.00 Uhr startet das Familienprogramm, um 15.00 Uhr gibt es das Kindertheater „Die kleine Hummel Bommel“ zu sehen. Um 19.00 Uhr informiert ein Film über die Gefährdung der Bienen, und ab 20.30 Uhr beantwortet eine Podiumsdiskussion, unter anderem mit einem Artenschutzexperten der Universität Bamberg und einem Imker, wichtige Fragen rund um Bienen und Honig. Das vollständige Programm findet sich auf der Internetseite der Stadtbücherei Baunach.

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Stadtbücherei ist nun Bienenpate

Einen Vorgeschmack auf den Nachhaltigkeitstag gab es aber bereits am 6. April im Baunacher Gasthaus Obleyhof. Dort überreichten Ilona Munique und Reinhold Burger von der Initiative bienen-leben-in-bamberg.de die Urkunde über eine Bienenpatenschaft an die Stadtbücherei. Von dieser profitieren auch die Schüler, denn die Patenschaft ermöglicht einen Unterricht der Bamberger Schulbiene für die zweiten Klassen der Grundschulen Baunach und Reckendorf.

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Ilona Munique und Reinhold Burger überreichten die Urkunde an Melanie Schmitt von der Stadtbücherei Baunach. Ganz rechts: Philipp Smith vom Rewe-Markt, der die Patenschaft sponserte.

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Der Vortrag wurde vom Verein für Obst und Gartenpflege veranstaltet.

Und dann durfte Kreisfachberaterin Alexandra Klemisch ihren Vortrag „Bienenfreundliche Blumen in Garten, Balkon und Natur“ halten. Allein auf dieses Thema beschränkte sie sich aber nicht, sondern informierte auch über Bienen allgemein und motivierte dabei Gartenbesitzer, ihre Gärten naturnah zu gestalten. Es gelte vor allem, auf heimische Pflanzen und Gehölze zu setzen und Nistgelegenheiten, besonders für Wildbienen, zu schaffen. Sie empfahl dazu das Buch „Wildbienen“ von Paul Westrich, der sich ausführlich mit dem Bau von Nisthilfen beschäftigt. Für einige Wildbienenarten genüge es aber schon, totes Holz nicht einfach zu entfernen, sondern zu belassen. Oder eine Natursteinmauer mit großen Spalten zu schaffen. Das aber falle den Gärtnern oft gar nicht leicht, denn es habe sich ein gewisser Ordnungswahn ausgebreitet. Ein Garten müsse für viele perfekt sein – was aber für die Tiere wenig Nahrung und Nistmöglichkeiten biete.

Als eines der typischen Negativbeispiele in Sachen Bepflanzung nannte Klemisch die Forsythie, einen hierzulande häufig vorkommenden Zierstrauch, der aber nicht heimisch ist und für Insekten kaum etwas bringt. Denn die Forsythienblüten enthalten wenig Nektar, lösen etwa bei Hummeln aber einen starken Farbreiz aus. Die Folge: Die Tiere fliegen die Blüten immer wieder an, verbrauchen dabei viel Energie und ermüden schnell – ohne erfolgreich zu sein auf der Suche nach Nahrung.

Symbolbild Forsythie Wikipedia
Die Forsythie ist keine gute Pflanze für Bienen und Insekten. Bild: 3268zauber, Forsythien Nahaufnahme, CC BY-SA 3.0

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Alexandra Klemisch bei ihrem Vortrag.

Ihre Favoriten für eine naturnahe Gartenbepflanzung nannte Klemisch auch. Optimal seien Wildblumenmischungen, die anstatt eines Zierrasens angesät werden können. Außerdem zeigte sie in ihrer Präsentation unter anderem Lavendel, Weidensträucher wie die Sal-Weide, Weißdorn, Linden, Quitten, Königskerzen, Fingerhut, Engelwurz, Kugeldisten und botanische Tulpen. Ziel eines naturnahen Gartens müsse es sein, möglichst unterschiedliche Lebensräume anzubieten. Wie bei vielem anderen gilt also auch hier: Die Mischung macht’s.

 

Tipp zum Weiterlesen: Im Rahmen unserer Reportagereihe Bio oder regio? haben wir uns im Jahr 2014 ausführlich mit Themen wie Streuobstwiesen und Bienen beschäftigt. Die Artikelsammlung dazu finden Sie natürlich in unserem Archiv.

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