… und das waren bestimmt die Kemmerner …

Veröffentlicht am 3. Februar 2019 von Johannes Michel

40 Jahre Elferrat. Klar, dass es da von Breitengüßbachs Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder erst einmal viel Lob für das Engagement des ganzen Teams gab. Denn eine solch große Veranstaltung über so viele Jahre abzuhalten, da gehört schon was dazu. Viele bekannte, aber auch neue Gesichter waren bei der Prunksitzung des Jahres 2019 mit dabei. Und am Ende gab es einen emotionalen Abschied.

In unserem Video haben wir die Highlights der Prunksitzung aus 2019 für Sie festgehalten … (Tipp: Wollen Sie das Video in HD-Qualität sehen? Dann klicken Sie im unteren Bereich des Videos einfach auf das Einstellungsrädchen und wählen 720p HD oder 1080p HD aus…).

So wurde die Sitzung nach dem Einzug des Elferrats von Hausherrin Sigrid Reinfelder eröffnet. Bereits zum fünften Mal war sie als Bürgermeisterin mit dabei – und ließ daher die bisherigen Jahre Revue passieren. Eine besondere Erinnerung galt dabei dem im November 2015 verstorbenen Ambros Karmann, der die Sitzung zuletzt als Breitengüßbacher Wappenmännla bereichert hatte – und der jedes Jahr einige Spitzen in Richtung der Fraktionen im Gemeinderat, der Ortsteile oder den Nachbarn aus Kemmern parat hatte. Nach ihrer Rede musste Reinfelder dann die Gema-Glockn an Elferratspräsident Stefan Neubauer übergeben.

Bei einer Veranstaltung wie der Elferratssitzung sollte auch die Lokalpolitik eine Rolle spielen. Und diese Aufgabe gebührt Hans-Jürgen Schmaus, der seit 2017 als Wappenmännla auftritt. Er begrüßte zunächst vollumfänglich seine Stammtischbrüder – die hätten ihm immerhin 50 Euro dafür gegeben. Für den neuen Pfarrer Markus Schürrer kostete die Begrüßung „heute noch nix extra“, wobei das Wappenmännla über dessen Einführung im November 2018 eine Geschichte zu erzählen hatte. Denn es hatte wohl Verstimmungen gegeben, nachdem die Einführung in Breitengüßbach (und nicht in Kemmern) stattfand. Dennoch wurde bei der anschließenden Feier die stattliche Menge von 35 Liter Bier und 18 Liter Wein vernichtet. „Und das waren bestimmt die Kemmerner!“ Zwei Highlights aus dem zurückliegenden Jahr hatte Schmaus auch zu berichten: Die Taufe eines Zugs auf den Namen Breitengüßbach, den seitdem aber niemand mehr hier gesehen hat, was vielleicht auch an den Schallschutzwänden liegen könnte – der Name wäre beim Vorbeifahren aufgrund der Höhe, in der er am Zug angebracht ist, schlicht nicht zu sehen. Und dann noch den Besuch von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kurz vor der Landtagswahl in einer nicht vollen Gemeindeturnhalle, wo „der Pfister-Schorsch“ einfach den Einzug unterbrach und Herrmann eine Flasche Schnaps als Gastgeschenk überreichte: „Er wird dabei nicht mal rot uns sagt: Wenn Du die auf einen Zug austrinkst, bist Du tot!“

Hans-Jürgen Schmaus als das Breitengüßbacher Wappenmännla

Von Schwiegermüttern und Übergewicht

Michael Schubert, ebenfalls aus Breitengüßbach, erklärte vieles über die Fallstricke als „Der Hausmann“. Unverständlich seien doch diese ganzen Küchenbegriffe: „Schlagen Sie die Eier“ oder „Schrecken Sie ab“ bis hin zu „Setzen Sie kleine Häufchen auf das Blech“. Josef Piendl alias „Bäff“ aus der Oberpfalz war, wie 2018, wieder mit dabei und unterhielt in zwei Auftritten mit Geschichten und Gstanzln. In einem seiner Lieder meinte er, auch mal eine Lanze für die Schwiegermütter brechen zu müssen, die gerade im Kabarett immer eher schlecht wegkämen. Sein Fazit: „Die Schwiegermutter ist sehr angenehm, doch die Tochter, die sie großgezogen, die ist mein Problem …“

Im Wartezimmer beim Arzt verbrachten Tina Baumstark und Steffi Drechsel in ihrer Rolle als Elsbeth und Alois den Auftritt. Ganz in der Tradition von Waltraud und Mariechen aus dem Frankenfasching ließen sie keine Fettnäpfchen im Umgang miteinander aus. Von „Das Sportlichste an dir ist dein Eisprung“ bis hin zu „Immer hast du es mit meinem körperlichen Übergewicht, von deinem geistigen Untergewicht sagst du immer nix“ war da nahezu alles mit dabei. Zur Verteidigung für das Übergewicht meinte Elsbeth aber: „Mich hat da vor sieben Jahren eine Schnacke in den Bauch gebissen – und das ist jetzt immer noch geschwollen.“

Zahlreiche Garde- und Schautänze unterhielten das Publikum.
Stefan Neubauer nicht mehr Elferratspräsident

Neu mit dabei war Marco Breitenbach, ein junger Büttenredner von der Schwarzen Elf aus Schweinfurt. Sein Thema: Begleitetes Fahren für 17-Jährige. Und dazu hatte er nur ein Fazit: „Begleitetes Fahren war die Hölle, da hab ich schon für alle meine Sünden gebüßt. Denn jeder denkt, dass er es A) besser kann und B) besser weiß.“ Und dann zog seine Mama auch noch ein wenig schmeichelhaftes Fazit: „Was nützt der Tiger im Tank mit dem Esel am Steuer?!?“

Zu später Stunde hatte dann wieder das Zückshuter Männerballett seinen Auftritt, dieses Jahr mit dem Song „Despacito“. Spätestens da wurde es laut in der Hans-Jung-Halle – denn die Jungs sorgten für wahre Begeisterungsstürme. Nachdem „Bäff“ nochmals auf die Bühne trat und in seine Gstanzl das Publikum mit einbezogen und vor keinem Besucher Halt gemacht hatte, sorgten die Tänzerinnen des United Dance Teams für den Abschluss. Die Garden hatten den ganzen Abend unterhalten, bereits die Siebenjährigen waren mit dabei. Besondere Highlights: Eine reine Boys-Tanzgruppe und die Ü15, die mit ihrem Schautanz beim Wettbewerb der Bayerischen Turnjugend den zweiten Platz belegte und diesen Tanz zur Aufführung brachte.

Und nach 0 Uhr verabschiedete sich dann Stefan Neubauer als Präsident des Elferrats. 15 Jahre lang war er im Elferrat dabei, davon 13 als Präsident. Sein Nachfolger ist Andreas Laubsch – er bekam von Neubauer die Präsidentenmütze überreicht. Emotional wurde es beim Abschied, als die Lichter ausgingen und zahlreiche Wunderkerzen den Saal erhellten.

Stefan Neubauer (links) übergab an Andreas Laubsch (Mitte).

Viele Fotos von der Elferratssitzung 2019 finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).

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