Traum-Location für Kinder: eine ehemalige Feuerwehr

Im Titelbild: Landrat Johann Kalb, Vorständin Beate Meixner-Müller, Bürgermeister Thomas Söder und Bambergs dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner durchschneiden das Band. Links: Vorständin Melanie Wagner

Zum Start erklingt das „Montessori-Kinderhaus-Lied“. Aufgeregt sind die zwölf Kinder, die es dem Publikum vortragen. Der Applaus allerdings lässt die Anspannung wieder abfallen. Und auch bei den Erwachsenen ist Erleichterung zu spüren, dass endlich wieder solche Termine wie eine Einweihung möglich sind.

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da residierte hier die Feuerwehr. Ab und an fand auch eine Stadtrats- oder Bauausschuss-Sitzung im Saal statt. Die Rede ist vom Gebäude der jetzt „alten Feuerwehr“ mitten in Hallstadt. Seit rund einem dreiviertel Jahr ist nach dem Umzug der Feuerwehr in ihr neues Domizil wieder Leben eingekehrt. Und zwar so richtig. Denn nun ist hier das Montessori-Kinderhaus beheimatet. Und endlich konnte auch die Einweihung nachgeholt werden.

Dr. Christoph Homuth, Aufsichtsrat vom Montessori Bamberg e.V., stellte ein wenig die Geschichte des Projekts vor. Bereits im Jahr 2016 wurde mit der Planung für ein Kinderhaus begonnen, die Suche nach dem richtigen Ort startete. „Wir haben viele Jahre darauf hingearbeitet.“ Mit der Stadt Hallstadt konnte am Ende ein passender Partner gefunden werden, „der Stadtrat hat viel Mut aufgebracht“. Beate Meixner-Müller, Vorständin des Montessori-Trägervereins, hatte noch weitere Details mitgebracht. Vor 15 Monaten startete das „Abenteuer Hallstadt“, genau in einer Zeit, in der im Verein und der Montessori-Schule, wie überall, Corona äußerst dominant war. „Wir musste aber diese Chance hier nutzen und freuen uns, jetzt ein Teil des gut vernetzten Kinderbetreuungsangebots in Hallstadt zu sein.“

Kinderhaus-Leiterin Theresa Schulze (2.v.l.) zeigt den Gästen das Gebäude.

„Nur“ eine Zwischenstation

Auch für Bürgermeister Thomas Söder war es ein Wunschprojekt. „Wir konnten eine tolle Nutzung für die ehemalige Feuerwehr erreichen. Wegen solcher Ereignisse wie heute machen wir Kommunalpolitik – nämlich für die Menschen. Auch wenn es manchmal nicht einfach ist.“ Mit der neuen Einrichtung sei Hallstadt bestens aufgestellt: Über 600 Betreuungsplätze, etwa in Kindertagesstätten oder dem Hort, gibt es in der Stadt. Söder wagte auch einen Ausblick. Denn die „alte Feuerwehr“ wird nur eine Zwischenstation sein. Auf dem Pfleger-Areal im Süden der Stadt soll in den kommenden Jahren ein Montessori-Zentrum mit Schule, Kinderhaus und auch einer Turnhalle entstehen.

Nach dem kirchlichen Segen durch Pfarrer Christoph Uttenreuther und Pfarrerin Susanne Wittmann-Schlechtweg und dem obligatorischen Durchschneiden des Bandes zur Eröffnung, vollzogen durch Landrat Johann Kalb, Vorständin Beate Meixner-Müller, Bürgermeister Thomas Söder und Bambergs drittem Bürgermeister Wolfgang Metzner, zeigte Kinderhaus-Leiterin Theresa Schulze die Räumlichkeiten und erklärte einiges zum Montessori-Konzept. Der große Raum im Obergeschoss ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt, etwa einen Sinnes-, einen Mathematik-, einen Musik- und einen Sprache-Bereich. „Wir fragen die Kinder am Morgen: Was wollt ihr heute arbeiten?“ Mit der Bezeichnung „Arbeit“ sei eine Wertschätzung verbunden. Die Wertschätzung allgemein – unter dem Personal, den Eltern, den Kindern und im Verein, sei für sie das Wichtigste im Montessori-Konzept.

Im Kinderhaus werden zurzeit 18 Kinder betreut, insgesamt stehen 25 Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren zur Verfügung. Nach der Einweihung fand am Samstag, 14. Mai, noch der Tag der offenen Tür statt, bei dem das Kinderhaus auch für die Öffentlichkeit zugänglich war.


Viele Fotos vom Montessori-Kinderhaus und der Einweihung finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).

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