Kreisumlage knackt erstmals die Millionengrenze

Veröffentlicht am 29. August 2018 von Johannes Michel

Leicht niedriger als im Vorjahr, aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. So lässt sich der Haushalt 2018 der Gemeinde Kemmern wohl treffend umschreiben. Und auch in den kommenden Jahren werden die Summen wohl kaum niedriger werden. Das liegt an vielen Projekten, die sich Kemmern aktuell und in den Folgejahren vorgenommen hat.

9,9 Millionen im Jahr 2017, nun 9,1 Millionen Euro im Jahr 2018. Das Haushaltsvolumen in Kemmern ist zwar geringer geworden, die Aufgaben allerdings bleiben die gleichen. Alleine 5,06 Millionen Euro wird daher im Jahr 2018 der Vermögenshaushalt (Investitionen der Gemeinde) ausmachen, rund vier Millionen Euro schwer ist der Verwaltungshaushalt, in dem sich die laufenden Kosten widerspiegeln. Geplant ist auch eine Kreditaufnahme von 750.000 Euro sowie die Auflösung der Rücklage – die betrug zum Jahresbeginn 2,1 Millionen Euro. Positiv: Im Vorjahr benötigte Kemmern den geplanten Kredit nicht, so dass der Haushalt 2018 keiner Genehmigung durch das Landratsamt Bamberg bedarf.

In den kommenden Jahren wird die Verschuldung Kemmern aber auf jeden Fall steigen. Kämmerer Markus Diller rechnet in der Finanzplanung bis zum Jahr 2021 mit Gesamtschulden von rund drei Millionen Euro, das wäre eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1.164 Euro pro Einwohner. Aktuell ist jeder Kemmerner mit gerade einmal 14,50 Euro verschuldet.

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Viele Baumaßnahmen kündigen sich an

Hintergrund sind die vielen Projekte, die sich Kemmern vorgenommen hat. In wenigen Tagen wird eines davon auch der Öffentlichkeit vorgestellt – das neue Feuerwehrhaus. Die Feuerwehr ist kürzlich umgezogen und kann das gerade fertiggestellte Gebäude nun vollumfänglich nutzen. Im laufenden Haushaltsjahr ist es noch mit Kosten von 1,8 Millionen Euro enthalten. Weitere Zukunftsprojekte sind die Sanierung der Schulturnhalle (2019: 200.000 Euro), Zuschüsse für den Ausbau der Kinderbetreuung (2019: 1,8 Millionen Euro, 2020: 800.000 Euro), die Generalsanierung der Kindertagesstätte St. Maria (2020/21: 900.000 Euro), die Erschließung eines neuen Wohngebiets (2019: 140.000 Euro), die Weiterführung der Ortskernsanierung und der Hochwasserschutz. An den Maßnahmen hierzu muss sich die Gemeinde mit 50 Prozent der Kosten beteiligen, allein im laufenden und in den beiden Folgejahren sind das rund 2,1 Millionen Euro.

Ein großer Brocken im Haushalt ist erneut die Umlage an den Landkreis Bamberg, sie schlägt mit knapp über einer Million Euro zu Buche und hat diesen markanten Wert damit zum ersten Mal überschritten. Zuweisungen bekommt die Gemeinde insbesondere bei der Einkommenssteuerbeteiligung (1,6 Millionen Euro), die Schlüsselzuweisungen betragen 630.000 Euro.

Der Haushalt wurde in der Gemeinderatssitzung vom 23. August 2018 einstimmig verabschiedet. Bürgermeister Rüdiger Gerst bezeichnete ihn in Anbetracht der Vielzahl von zum Teil großen Investitionen als grundsolide – er ermögliche auch künftig die Durchführung wichtiger Investitionen. Somit sei das Haushaltsjahr 2018 als ein positives für die Gemeinde zu sehen. Kämmerer Diller verwies erneut darauf, dass es nicht nur wichtig sei, die möglichen Einnahmen auszuschöpfen, sondern dass auch die Ausgabenseite im Auge behalten werden müsse, etwa die freiwilligen Leistungen der Gemeinde.

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