Studie wird zeigen: Was ist mit der alten Schule machbar?

Eine eigene Grundschule gibt es in Ebing schon seit einigen Jahren nicht mehr. Was aber geschieht mit dem Gebäude und dem Grundstück? Die nächsten Schritte legte der Gemeinderat nun fest.

Zwei Bürgerbeteiligungen und ein Gemeinderatsworkshop zur Umnutzung und Reaktivierung des Geländes der alten Grundschule in Ebing gab es im vergangenen Jahr in Rattelsdorf. Denn durch die Zusammenlegung der Grundschulen Ebing und Rattelsdorf verlor das Areal seine eigentliche Bestimmung. Seit 2019 wird es nur interimsmäßig genutzt, etwa von der VHS oder der Krabbelgruppe. Dass soll aber nicht auf ewig so bleiben.

In einer Bürgerwerkstatt im Juni 2023 wurden erste Ideen gesammelt. Konkretisiert wurden sie in einer Akteurswerkstatt im August, an der zum Beispiel auch Vereine teilnahmen. Der Gemeinderat beschäftigte sich dann im Oktober eindringlich mit den Ergebnissen – und legte Aspekte fest, die weiterverfolgt werden sollen. Dazu gehören die Einrichtung eines betreuten Wohnens, Platz für die Gemeindebücherei, ein Mehrzweckraum für Veranstaltungen und Vereine, Bereiche für die Jugend und ein öffentliches WC. Nicht weiterverfolgt wurden hingegen die Punkte Tagespflege (bereits vorhanden), Mehrgenerationen-Wohnen (eher zu verorten in Neubaugebieten), Kindergarten/Kinderkrippe und Dorfladen (Einkaufsangebote ausreichend).

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Soweit wie möglich soll die bauliche Substanz des Schulgebäudes erhalten bleiben. Lediglich die Garage und der eingeschossige Anbau könnten weichen. Als Ziel formulierten die Architekten von Schlicht, Lamprecht und Kern in ihrem Bericht folgendes: „Mit der Neunutzung des Areals wird ein Treffpunkt geschaffen, der sowohl Ebing mit Rattelsdorf, den Altort mit den Neubaugebieten, Jung und Alt, sowie das private Wohnen mit öffentlichen Angeboten verbindet (…) Das Areal wird damit zum beispielhaften Projekt einer aktiven, positiven Dorfentwicklung mit Resilienzcharakter.“ Einstimmig beschloss der Gemeinderat, nach der städtebaulichen Zieldefinition den nächsten Schritt zu gehen – die Aufstellung einer Machbarkeitsstudie.

Weiteres aus der Gemeinderatssitzung vom 18. Januar 2024

Neue dritte Bürgermeisterin des Marktes Rattelsdorf ist Sabina Sitzmann-Simon (CSU). Sie folgt auf Michael Winter, der sein Amt aufgrund seines Umzugs in eine Nachbargemeinde niedergelegt hatte. Sitzmann-Simon wurde mit neun Stimmen gewählt, acht Stimmen erhielt Holger Hornung (Vereintes Umland).

Ein Thema, das den Gemeinderat schon lange beschäftigt, fand sich ebenfalls erneut auf der Tagesordnung: Die Umgestaltung der Ebinger Straße mit Anschluss an die Gartenstraße und der Bau eines straßenbegleitenden Gehwegs. Im Dezember gab es dazu eine Besprechung. Da es sich um eine Kreisstraße handelt, sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Gemeinde eher begrenzt. Nachdem schon mehrere Varianten im Gespräch waren, zum Beispiel mit Querungshilfen und einem Kreisverkehr, soll nun ein recht überschaubarer Umbau erfolgen – auch aufgrund von Verkehrsmessungen, die zeigten, dass zu 96 Prozent die vorgegebenen Geschwindigkeiten eingehalten werden und somit nicht prinzipiell zu schnell gefahren wird.

Und so soll es aussehen: Der Gehweg auf der Seite von Supermarkt und Ärztehaus soll bis zur Einmündung zur Abtenberghalle verlängert, die Ausfahrt des Ärztehauses aufgeweitet werden. Zwischen den Einfahrten von Ärztehaus und Supermarkt wird dann auf der anderen Straßenseite die Gartenstraße neu eingebunden. Die Notwendigkeit einer Ampel besteht nicht. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, diese Planung so weiterzuverfolgen. Bürgermeister Hans-Jürgen Scheerbaum erklärte, unabhängig davon sei über eine Fußgängerampel im Bereich vor der Abtenberghalle nachzudenken, um eine sicherere Überquerung durch die Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen.

Die Planung für die Ebinger Straße. Quelle Karte: Openstreetmap

Länger diskutiert, aber noch nicht beschlossen wurde eine Richtlinie für die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Hier gab es insbesondere noch offene Fragen bezüglich der Höchstzahl der Flächen, der Qualität von landwirtschaftlichen Böden und der Sichtbarkeit aus Wohngebieten. Über die „Knackpunkte“ sollen nun in den Fraktionen beraten werden.

Und: Mit elf zu sechs Stimmen entschied der Gemeinderat, neben dem Rathaus einen weiteren Trauort zuzulassen. Konkret ging es um die Anfrage eines Paares für den Rattelsdorfer Brauhof (ehemaliges Gasthaus Köhler). Die Widmung wurde zwar von der Verwaltung eher kritisch gesehen, da es sich um ein Privatanwesen handelt – dennoch stimmten die Rätinnen und Räte mehrheitlich zu.

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