Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, neue Wohnformen für Senioren und die weitere bauliche Entwicklung des Ortes kamen in der Sitzung des Gemeinderats Reckendorf zur Sprache. Auch das Baugebiet „Knock II“ tauchte dabei wieder auf.
Im Mittelpunkt stand zunächst die Jugendsozialarbeit. Antonia Schröter stellte den Jahresbericht von JAM vor. In Reckendorf gibt es weiterhin regelmäßige Treffangebote für Kinder und Jugendliche. Während der Kidstreff sehr gut angenommen wird, ist die Resonanz beim Jugendtreff eher gering geblieben. Deshalb soll hier künftig stärker auf einzelne Aktionen wie etwa Sportveranstaltungen gesetzt werden. Eine Besonderheit ist die „Schola 2.0“, bei der Jugendliche eigenständig Gruppenstunden für Jüngere organisieren und dabei unterstützt werden. Insgesamt verfolgt JAM einen breiten Ansatz von offenen Treffangeboten über Ferienaktionen bis hin zu Beratung und Begleitung im Alltag.
Ein Zukunftsthema war anschließend eine geplante Seniorenwohngemeinschaft im Bereich „Breitenäcker II“. Der Gemeinderat beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplans, der die rechtliche Grundlage für das Projekt schaffen soll. Geplant ist ein Gebäude westlich des Kindergartens. Voraussetzung ist ein reguläres Bauleitplanverfahren, da sich die Fläche im Außenbereich befindet. Im Verlauf der Diskussion wurde außerdem auf praktische Fragen hingewiesen, etwa auf die derzeit sehr schmale Zufahrt, die im Verfahren geklärt werden muss. Der Aufstellungsbeschluss wurde einstimmig gefasst. Zahlreiche Gemeinderäte und Bürgermeister Manfred Deinlein begrüßten das Projekt als Bereicherung für Reckendorf.
Kapellenberg vs. Knock
Breiten Raum nahm die Diskussion um eine mögliche Bebauung im Bereich der Verlängerung Kapellenberg ein. Dort ging es um einen Antrag auf Bebauung landwirtschaftlicher Flächen, der erneut für grundsätzliche Debatten über die künftige Siedlungsentwicklung sorgte. Zunächst beantragte Gemeinderat Bernhard Müller (SPD), den Punkt von der Tagesordnung abzusetzen, weil aus seiner Sicht wichtige Unterlagen fehlten. Dieser Antrag fand jedoch keine Mehrheit.
Inhaltlich ging es danach um die Frage, ob und wie die betroffenen Flächen grundsätzlich für eine Bebauung in Betracht kommen sollen. Bürgermeister Manfred Deinlein erinnerte daran, dass das Thema bereits Ende 2025 im Gemeinderat behandelt worden war. Damals war auch diskutiert worden, die beiden Äcker vollständig zu überplanen – ein Vorschlag, der jedoch keine Zustimmung fand. Nach aktuellem Stand seien beide Eigentümer grundsätzlich bereit, ihre Flächen für eine geordnete Bauleitplanung zur Verfügung zu stellen. Eine mögliche Lösung könnte daher die Aufstellung eines Bebauungsplans sein, die schon in der nächsten Sitzung auf den Weg gebracht werden könnte.
Demgegenüber wurde deutlich, dass es im Gemeinderat sehr unterschiedliche Einschätzungen zur Priorität dieses Projekts gibt. Gemeinderat Markus Sippel (WBFW) verwies auf das bereits weitgehend geplante Baugebiet „Knock II“. Dort stehe nur noch die verkehrstechnische Umsetzung aus – konkret eine Linksabbiegerspur von der Kreisstraße, die allerdings mit erheblichen Kosten verbunden sei. Wenn es hier nicht weitergehe, so seine Warnung, würden Bauinteressenten verstärkt Einzelanträge stellen oder sich gleich in anderen Orten nach Bauplätzen umsehen. Seit Juli habe es keine Fortschritte mehr gegeben, deshalb müsse die Gemeinde bei der Entwicklung insgesamt vorankommen. Gemeinderat Pieler verwies darauf, dass alternativ auch ein vorhabenbezogener Bebauungsplan im Bereich Kappellenberg denkbar sei, bei dem die Bauwerber die Planungskosten tragen würden. Andernfalls müsse die Gemeinde erneut in Vorleistung gehen.
Zusätzliche Bedenken wurden in Bezug auf die Infrastruktur geäußert. Die Gemeinderäte Bernhard Müller und Maximilian Menzel (CSU) sprachen insbesondere die Wasserversorgung an. Ein zusätzlicher Bedarf könnte den Wasserdruck beeinflussen und langfristig zu höheren Kosten führen, die letztlich von allen Gebührenzahlern getragen werden müssten. Menzel warnte zudem ausdrücklich vor einer ungeordneten, „wilden“ Bebauung, die ohne übergeordnete Planung entstehen könnte.
Ein Beschlussvorschlag, die Bauvoranfrage vorerst zurückzustellen und stattdessen die Aufstellung eines regulären Bebauungsplans für beide Grundstücke ins Auge zu fassen, fand keine Mehrheit im Gremium (5 zu 7 Stimmen). Schließlich sprach sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür aus, dem Bauwerber keine Umsetzung des Vorhabens in Aussicht zu stellen. Damit bleibt die Entwicklung der Flächen vorerst offen.
Weiteres aus der Sitzung vom 25. Februar 2026
Einstimmig beschloss der Gemeinderat den Ausbau der Gehwege sowie die Umgestaltung der Randbereiche im Rahmen der Städtebauförderung entlang der B279. Die Maßnahme ist bereits planerisch vorbereitet, entsprechende Unterlagen wurden mit der Regierung von Oberfranken abgestimmt und für den Förderantrag eingereicht. Insgesamt wird mit Kosten von rund drei Millionen Euro gerechnet. Auf die Gemeinde Reckendorf entfallen davon planmäßig 1,4 Millionen Euro, die als zuwendungsfähig beantragt wurden. Die beantragte Fördersumme liegt bei rund 1,1 Millionen Euro. Mit dem Beschluss schafft die Gemeinde die notwendige Voraussetzung für den Abschluss des Förderverfahrens.
Nur kurz behandelt wurden die Tagesordnungspunkte zu den Friedhofssatzungen. Der Gemeinderat beschloss sowohl die Neufassung der Friedhofssatzung als auch die dazugehörige Gebührensatzung. Änderungen bei den Gebühren gibt es nicht.





