Wir Christen sind keine Kunden, sondern eine Familie

Die Neuen heißen Markus Schürrer, Philipp Janek und Dr. Vincent Moolan Kurian. Wirklich neu ist aber nur einer. Am Wochenende hatten die Gläubigen in Zapfendorf, Rattelsdorf und Baunach die Gelegenheit, ihre (neuen) Seelsorger im Rahmen von Einführungsgottesdiensten kennenzulernen.

„Der Größte unter euch soll euer Diener sein“, heißt es im Matthäusevangelium. Dekan Christoph Uttenreuther aus Hallstadt hob dieses Zitat aus dem Sonntagsevangelium besonders hervor. Denn in den neuen Seelsorgebereichen sei dies verwirklicht. Die meiste Arbeit habe der leitende Pfarrer, im Seelsorgebereich Main-Itz, zudem auch Rattelsdorf und Zapfendorf gehören, ist das Markus Schürrer. Er ist nun auch Pfarrer in Rattelsdorf und Zapfendorf. Die hauptsächliche seelsorgerische Arbeit in den beiden Märkten wird aber Pfarrvikar Philipp Janek übernehmen, der ebenfalls eingeführt wurde. Er studierte in Erfurt und Bamberg und wurde 2017 zum Priester geweiht. Als Kaplan machte er in Erlangen und Ansbach Station.

Es geht nur mit Ihnen!

Dass er in Rattelsdorf wohnen wird, hatte gerade in Zapfendorf für einige Diskussionen und Verstimmungen gesorgt. Die versuchte Janek in seiner Predigt zu zerstreuen. „Es wäre fatal, jetzt alles liegen zu lassen, nur weil das Bett des Pfarrvikars nicht hier steht“, sagte er am Samstag in der Zapfendorfer Pfarrkirche St. Peter und Paul. Die Gläubigen rief er dazu auf, die aktuellen Veränderungen nicht zu beobachten, sondern sie mitzugestalten. Auch Dekan Uttenreuther erklärte zu Beginn des Gottesdienstes, die Christinnen und Christen dürfte sich nicht verhalten wie Kunden, die Service erwarten. Vielmehr seien alle eine Familie. „Es geht nur mit Ihnen“, so Uttenreuther. Den Kirchenschlüssel, den Markus Schürrer von Kirchenpfleger Rudi Helmreich erhielt, gab er symbolisch direkt an Philipp Janek weiter. Begrüßt wurden Schürrer und Janek auch von der politischen Gemeinde sowie den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden. Die beiden Kindertagesstätten standen mit Fähnchen zur Begrüßung Spalier.

Pfarrvikar Janek und Pfarrer Markus Schürrer bei der Schlüsselübergabe in Zapfendorf.

Einen Tag später fand der gleiche Einführungsgottesdienst noch einmal im benachbarten Rattelsdorf in der Pfarrkirche St. Peter und Paul statt. Hier bekam Pfarrer Schürrer die Kirchenschlüssel von Kirchenpfleger Manfred Ullrich – und reichte sie auch hier an Janek weiter. Eine gute Zusammenarbeit wünschten sich Bürgermeister Bruno Kellner und der evangelische Pfarrer Kornelius Holmer. Beim sich anschließenden Empfang im Pfarrhof gab es ausreichend Gelegenheit, bei Häppchen und Getränken mit dem neuen Pfarradministrator sowie dem Pfarrvikar anzustoßen und sich für die gemeinsamen Aufgaben zu stärken. Gestaltet wurden beide Gottesdienste von den örtlichen Gesangvereinen, in Zapfendorf wirkte auch der Musikverein beim kleinen Festumzug mit.

Pfarrvikar Janek und Pfarrer Markus Schürrer bei der Schlüsselübergabe in Rattelsdorf.

Wir sind längst eine Herde!

Auch die Pfarreiengemeinschaft St. Christophorus, zu der Baunach, Gerach, Gereuth, Lauter, Mürsbach und Reckendorf gehören, freut sich über einen neuen Pfarrer. In der Baunacher Pfarrkirche St. Oswald wurde Dr. Vincent Moolan Kurian am Sonntagnachmittag willkommen geheißen. Der Seelsorger ist bereits seit einem Jahr hier aktiv, er kam im Oktober 2020 als Pfarrvikar. Zuvor war er zwölf Jahre lang Pfarrer von Werneck, Ettleben, Schnackenwert und Stettbach. Geboren wurde er 1968 in Indien, seit 2001 ist er in Deutschland. Wie auch in den Nachbargemeinden, die zur Erzdiözese Bamberg gehören, sind in Baunach und Umgebung (Diözese Würzburg) große Veränderungen geschehen. „Viele Pfarreien wurden mit einem Hirten zusammengeführt“, sagte Pfarrer Vincent in seiner Predigt. „Viele fragen sich: Kann das gelingen?“ Mehrere Schafherden könne man nicht einfach vereinen, da die Schafe dann nie wieder zu trennen, nicht mehr auseinanderzuhalten wären. „Wenn wir uns aber klar machen, dass wird längst eine gemeinsame Herde sind, kann das gut gehen. Der Hirte heißt nicht Vincent, sondern Jesus.“ Dennoch solle jede Pfarrei ihr eigenes Gesicht behalten. Kirchenpfleger Adolf Schilling überreichte ihm am Ende des Gottesdienstes den Schlüssel der Pfarrkirche Baunach. Bürgermeister Tobias Roppelt freute sich auf den gemeinsamen Weg: „Mit viel Offenheit, Respekt und gegenseitigem Vertrauen werden wir es schaffen, unser christliches Miteinander neu zu beleben.“

Vom Kirchenpfleger gab’s den Schlüssel für Pfarrer Vincent in Baunach. Foto: Andrea Gleußner

Für Pfarrer Vincent gab es derweil viele lobende Worte. Peter Großkopf, Vorsitzender des Gemeinsamen Ausschusses der Pfarreiengemeinschaft, bezeichnete ihn als einen Priester, der nicht nur aus schweren Büchern ablese, sondern der immer persönliche Worte finde. Nach dem Gottesdienst überraschte der Musikverein den neuen Pfarrer musikalisch. Schon vorher hatten ihn der Kindergarten St. Oswald und der Gesangverein begrüßt.


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Zapfendorf


Baunach

Fotos Baunach: Johannes Michel und Andrea Gleußner


Rattelsdorf

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