Auf und wieder zu – oder schöner machen?

Parkverbotsschilder entlang der Bamberger Straße in Zapfendorf markieren einen Bereich mit dringendem Handlungsbedarf. Denn darunter verläuft eine marode Bachverrohrung. Schnell wird sich an der Situation aber dennoch nichts ändern können.

Im vergangenen Jahr wurde im Rahmen des integralen Konzeptes zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement auch die Verrohrung des Laufer Bachs genauer überprüft und gereinigt. Sie beginnt in der Gartenstraße, läuft an der Tankstelle vorbei, unter der Bamberger Straße hindurch, an den Grundstücken entlang und endet nach der Sparkasse. Rund 225 Meter Länge kommen zusammen.

Thomas Männlein von Gaul Ingenieure präsentierte dem Gemeinderat am 16. Mai 2023 die Ergebnisse der Kamerabefahrung und Kanalreinigung. Fazit: 95 Prozent der Verrohrung sind so schadhaft, dass umgehender oder kurzfristiger Handlungsbedarf besteht. Die Schäden – Risse, Oberflächenschäden und Ablagerungen – sind so groß, dass Reparatur oder Sanierung nicht mehr in Frage kommen. Und so zeigte Männlein zwei mögliche Varianten auf.

So verläuft die Verrohrung. Unten in der Mitte der Einlauf an der Gartenstraße, links die Querung Bamberger Straße und oben der Auslauf bei der Sparkasse. Zum Vergrößern antippen oder anklicken. Quelle: Gaul Ingenieure

An der Verrohrung zeigen sich vielfache Schäden, unter anderem starke Risse. Quelle: Gaul Ingenieure

Bamberger Straße muss aufgegraben werden

Variante 1: Die Erneuerung in offener Bauweise. Hier würde die bisherige Verrohrung abgebrochen und durch eine neue ersetzt – auf gleicher oder veränderter Trasse. Wegen der geringen Überdeckung, an einigen Stellen liegt die Verrohrung nur zehn Zentimeter unter den Gehwegen, empfahl Männlein den Einbau so genannter GFK-Rohre, mit denen auch mehr Gefälle erreicht werden könnte. In Variante 1 inkludiert ist auch die Erneuerung der Straßen- und Gehwegoberfläche. Denn: Die Bamberger Straße werde im Bereich der Querung auf jeden Fall in Mitleidenschaft gezogen.

Variante 2: Die Erneuerung mit Einzelroher-Lining und nur teilweise offener Bauweise. Hier müsste zwar auch die Bamberger Straße aufgegraben werden, entlang des Gehwegs aber könnten die GFK-Rohre einfach in die bestehende Verrohrung eingeschoben und diese danach mit Beton verfüllt werden. Vorteil: Weniger Kosten, weniger Bauarbeiten, dafür aber keine Erneuerung der maroden Gehwegoberfläche und keine Anpassung des Gefälles.

Rechts am Boden ist ein Wartungsschaft zu sehen. Quer unter der Straße hindurch liegt die Bachverrohrung – und läuft dann weiter …

… entlang der Grundstücke. Nicht alle Autofahrer halten sich an das ausgesprochene Parkverbot.

Wäre ein offener Bachlauf nicht schöner?

Die Kosten der Variante 1 würden sich laut Männlein auf rund 580.000 Euro, die der Variante 2 auf rund 450.000 Euro belaufen. Als Zeitschiene nannte er eine mögliche Ausführung im kommenden oder übernächsten Jahr, da zunächst eine Ausschreibung sowie ein Förderantrag an die Regierung notwendig sind. Die Maßnahme könnte Zapfendorf über die RZWas, über die auch zahlreiche Kanalsanierungen in den vergangenen Jahren bezuschusst wurden , fördern lassen. Männlein sprach von einer Quote von 40 Prozent. Die Bamberger Straße wäre während des Baus bei Variante 1 für einige Monate, bei Variante 2 für einige Wochen nur einspurig befahrbar, eine Baustellenampel wäre nötig.

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Bürgermeister Michael Senger erklärte, dass zunächst ein Tragwerksplaner einbezogen werden müsse, um zu prüfen, wie stabil die Verrohrung genau sei. Eventuell wäre es dann möglich, bis zum Bau die Parkplätze für PKWs wieder freizugeben. Viel Diskussion zu den Varianten gab es nicht, lediglich Andreas Hofmann (ZuZ) fragte, ob auch darüber nachgedacht worden sei, den Laufer Bach nicht mehr vollständig in einen Kanal zu verlegen, sondern hier städtebaulich zu denken und ihn offen zu lassen. Ähnliches wird gerade in Breitengüßbach hinter der Kirche realisiert, allerdings sind hier die Platzverhältnisse andere. Senger meinte dazu, dass es dann Probleme mit dem Platz für Gehsteig gebe – und auch die Parkplätze wegfielen sowie für die Zufahrten in die Garagen der Anlieger Brücken notwendig würden. „Daher haben wir das gar nicht thematisiert“. Auch Gemeinderätin Kirstin Hoh (Wählergemeinschaft Sassendorf) sah eine solche Variante zwar als optisch ansprechend, aber unrealistisch an.

Beschlossen wurde, die Bachverrohrung aus den 1950er Jahren mit der vorgestellten Variante 1 durch eine neue zu ersetzen. Auch mit dem Landkreis Bamberg, der künftig für die Straße zuständig sein wird, soll gesprochen werden, um mögliche gemeinsame Schritte an dieser Stelle abzustimmen.

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