16 Jahre lang haben sich die Gebühren für die Bücherei nicht verändert. Ab Januar müssen die Leserinnen und Leser nun etwas tiefer in die Tasche greifen. Beim Aquarena wird es dagegen keine allgemeine Preiserhöhung geben, dafür eine neue Jahreskarte.
Das Ausleihen von Medien aus der Zapfendorfer Gemeindebücherei war bislang vergleichsweise günstig. Die aktuellen Gebühren gelten seit dem Jahr 2010. Doch Bücher sind in dieser Zeit teurer geworden, und auch ein Vergleich mit anderen Büchereien in der Umgebung zeigt, dass eine Erhöhung vertretbar ist. Gemeinsam mit dem Büchereiteam hat die Gemeindeverwaltung deshalb eine neue Gebührensatzung ausgearbeitet, über die der Gemeinderat in seiner Sitzung am 22. Oktober entschied.
Für Erwachsene steigt die Jahresgebühr von sieben auf zwölf Euro. Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren zahlen künftig sechs statt bisher drei Euro. Hinzu kommen Ausleihgebühren für bestimmte Geräte wie Tonieboxen, Tiptoi-Stifte und CD-Player. Büchereileiterin Pia Stöhr war bei der Beratung anwesend. Sie berichtete ging auch auf die neuen Ausleihgebühren ein und setzte sie in Relation zu den Preisen eines Buches. Die Bücherei sei aus diesem Blickwinkel immer noch eine sehr günstige Möglichkeit. Der Marktgemeinderat stimmte der Neuregelung einstimmig zu, sie soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. In einer der kommenden Sitzungen soll auch die Benutzungssatzung angepasst werden.
Neue Seniorenkarte fürs Aquarena
Auch beim Aquarena stand eine Änderung der Gebührensatzung auf der Tagesordnung. Anders als bei der Bücherei bleiben die Eintrittspreise hier unverändert. Neu eingeführt wird eine Saisonkarte für Senioren ab 65 Jahren. Sie kostet 140 Euro und liegt damit zwischen der regulären Saisonkarte für 190 Euro und der bisherigen ermäßigten Variante für 90 Euro. Außerdem wird die Gültigkeit der Zwölferkarten von zwei auf drei Jahre verlängert – das sei praktikabler, so Bürgermeister Andreas Hofmann. Den vollen Erwachsenenpreis müssen Badegäste künftig erst ab 18 Jahren bezahlen, bisher war das bereits ab 15 Jahren der Fall. Der Marktgemeinderat billigte die Änderungen einstimmig.
Im Finanz-, Jugend-, Kultur-, Sport- und Schwimmbadausschuss eine Woche vor der Gemeinderatssitzung war das Aquarena ebenfalls groß Thema gewesen. Die Gebührensatzung wurde vorberaten – und auch eine Bilanz der abgelaufenen Badesaison vorgestellt. Und die fiel bei den Besucherzahlen erfreulich aus: Rund 87.000 Badegäste kamen 2026 ins Freibad, im Vorjahr waren es etwa 67.000. Das entspricht einem Plus von knapp 30 Prozent. Allein am 28. Juni wurden 4.632 Besucher gezählt.
Dabei lief die Saison keineswegs ohne Schwierigkeiten. Wegen eines Wasserleitungsschadens musste das Bad im Juli elf Tage geschlossen bleiben. Um einen Teil der ausgefallenen Öffnungstage auszugleichen, wurde die Saison bis zum 20. September verlängert. Insgesamt war das Aquarena an 132 Tagen geöffnet, sechs Tage weniger als 2025. Finanziell bleibt der Betrieb allerdings eine erhebliche Belastung für die Gemeinde. Das Defizit für 2026 wird auf rund 450.000 Euro geschätzt, der endgültige Betrag steht noch nicht fest. Im Vorjahr betrug das Minus rund 551.000 Euro.
Für 2027 sind wieder die bisherigen Öffnungszeiten vorgesehen. Außerdem soll es nach dem Erfolg der ersten langen Badenacht im vergangenen Sommer zwei solcher Veranstaltungen geben, voraussichtlich am 28. Mai und 30. Juli. Auch der Kinosommer ist erneut geplant.
Kritik an der Rechnungsprüfung
Ebenfalls beraten wurde über die Feststellung der Jahresrechnung für das Jahr 2025. Der örtliche Rechnungsprüfungsausschuss hatte die Jahresrechnung unter die Lupe genommen. Der von Markus Hennemann (CSU) vorgestellte Bericht zeigte unter anderem, dass die Gemeinde ihre Verschuldung reduzieren konnte: Von rund 4,5 Millionen Euro zu Jahresbeginn sank der Schuldenstand bis Ende Dezember auf knapp 3,96 Millionen Euro. Neue Investitionskredite waren nicht erforderlich. Ganz ohne Beanstandungen verlief die Prüfung nicht. So wurde beispielsweise empfohlen, Feuerwehreinsätze künftig zeitnaher abzurechnen. Auch einige bereits früher festgestellte Mängel sind noch nicht vollständig behoben.
Gemeinderat Franz Spindler (Freie Wähler) störte sich allerdings an einem anderen Punkt. Er kritisierte, dass Michael Senger (WS), der bis Ende April 2026 Bürgermeister war, nun als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses an der Prüfung der Jahresrechnung 2025 beteiligt war. In dieses Amt war er in der konstituierenden Sitzung vom Gemeinderat gewählt worden – mit zwölf Ja- und sechs Nein-Stimmen. Damit habe Senger nun Rechnungen aus seiner eigenen Amtszeit geprüft, bemängelte Spindler. Das widerspreche dem gesunden Menschenverstand. Nach eigenen Angaben habe er deshalb den Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags angerufen.
Die Jahresrechnung wurde schließlich mit einer Gegenstimme festgestellt. Auch die anschließende Entlastung erfolgte mit einer Gegenstimme. Während dieses Tagesordnungspunkts übernahm Zweite Bürgermeisterin Elisa Heidenreich (BVL) die Sitzungsleitung.
Städtebau und neue Regeln für Grünflächen
Wieder vorankommen soll die städtebauliche Entwicklung Zapfendorfs. Bereits im Januar hatte sich der Marktgemeinderat im Zusammenhang mit dem Anwesen Hauptstraße 4, der ehemaligen Pizzeria Europa, dafür ausgesprochen, diesen Bereich wieder stärker in den Blick zu nehmen. Das vorhandene Städtebauliche Entwicklungskonzept (SEK) stammt allerdings aus dem Jahr 2014. Bei einem Gespräch mit der Regierung von Oberfranken wurde deutlich, dass es zwar weiterhin als Grundlage dienen kann, aber an heutige Anforderungen angepasst werden muss. Dazu gehört beispielsweise der Punkt Klimaschutz. Für die Fortschreibung werden Kosten von rund 100.000 Euro erwartet, die grundsätzlich förderfähig sind. Der Marktgemeinderat stimmte der entsprechenden Bedarfsmeldung für das Städtebauförderungsprogramm 2027 einstimmig zu.
Eine neue Satzung gibt es künftig für die öffentlichen Grünanlagen und Spielplätze. Bislang fehlte der Gemeinde eine ausreichende rechtliche Grundlage, um bei Fehlverhalten entsprechend einschreiten zu können. Die Grünanlagensatzung soll deshalb unter anderem festlegen, welche Verhaltensregeln auf den Flächen gelten und welche überhaupt als gemeindliche Grünflächen zählen. Der Beschluss fiel mit einer Gegenstimme.
Für die Stromversorgung der gemeindlichen Gebäude in den Jahren 2028 und 2029 beteiligt sich Zapfendorf erneut an einer gemeinsamen Ausschreibung mit anderen Kommunen. Beim geplanten Hortumbau im alten Schulhaus steht unterdessen der Beginn der Arbeiten bevor. Die Abbruch- und Entkernungsarbeiten wurden für rund 69.000 Euro vergeben. Nach Angaben von Bürgermeister Andreas Hofmann sollen die Arbeiten gegen Jahresende zunächst im Inneren beginnen. Der Architekt gehe weiterhin davon aus, dass der Umbau bis Ende 2027 abgeschlossen werden kann.
Zum Schluss informierte Hofmann noch über Graffiti-Schmierereien am Bahnhof und am Skateplatz. Die Gemeinde habe diese inzwischen entfernen lassen und Anzeige erstattet. Auch das Thema Videoüberwachung im öffentlichen Raum werde man aufgreifen. Dazu stehe die Gemeinde in Kontakt mit der Polizei, so Hofmann.

