Im Titelbild: Per Abbiegespur ist das Firmengelände der BMI zu erreichen. Bald wird hier gebaut – es entsteht unter anderem eine zweite Einfahrt.
Die Kreisstraße vor der Bayerischen Milchindustrie (BMI) wird bald zur Baustelle. Gleichzeitig gibt es Neuigkeiten beim geplanten Windpark zwischen Zapfendorf und Breitengüßbach. Und auch das Aquarena beschäftigte den Marktgemeinderat gleich mehrfach.
Wer auf der Scheßlitzer Straße unterwegs ist, muss sich demnächst auf Behinderungen einstellen. Wie Bürgermeister Andreas Hofmann in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats mitteilte, soll die Fahrbahn im Bereich zwischen Lidl und dem Ortsende erneuert werden. Beteiligt sind der Landkreis und die Bayerische Milchindustrie (BMI). Gleichzeitig soll eine weitere Abbiegespur entstehen. Die Arbeiten werden Anfang Oktober beginnen. Zunächst ist eine halbseitige Sperrung der Scheßlitzer Straße vorgesehen. Später wird es allerdings deutlich einschneidender: Für rund zwei Wochen muss die Straße vollständig gesperrt werden.
Das BMI-Gelände direkt am Ortseingang. In den kommenden Jahren wird hier viel gebaut.
Weitere Informationen über den Umbau des BMI-Werks in Zapfendorf finden Sie in einer Pressemitteilung aus dem Jahr 2023, die wir hier bei Nachrichten am Ort veröffentlicht haben.
UKA zieht Genehmigungsantrag zurück
Eine überraschende Entwicklung gibt es beim Thema Windkraft. Seit längerem plant das Unternehmen UKA Umweltgerechte Kraftanlagen einen Windpark im Bereich zwischen Zapfendorf und Breitengüßbach. Sechs Anlagen waren bislang vorgesehen. Bei zwei Infomärkten im März 2025 hatte das Unternehmen seine Pläne ausführlich vorgestellt. Die Anlagen sollten demnach eine Gesamthöhe von rund 260 Metern erreichen. Damals war eine Inbetriebnahme für 2028 und 2029 vorgesehen. Im vergangenen Jahr war die Planung bereits ein gutes Stück weiter: Der Genehmigungsantrag von UKA lag bei der Regierung von Oberfranken. Nun gibt es eine Zäsur. Hofmann informierte den Gemeinderat darüber, dass die Anträge zurückgezogen worden seien. Als Gründe nannte er unter anderem wirtschaftliche Erwägungen, die Ergebnisse von Windmessungen sowie Fragen rund um die Einspeisung des erzeugten Stroms.
Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig das endgültige Aus für einen Windpark der UKA. Das Unternehmen hat lediglich den Genehmigungsantrag für das bisherige Projekt zurückgezogen. Nun wird geprüft, ob es sinnvoll ist, ein neues, verändertes Projekt auszuarbeiten und erneut zur Genehmigung einzureichen. Davon unabhängig ist das bestehende Windrad bei Sassendorf. Es gehört nicht zum UKA-Projekt. Die Stadtwerke Bamberg planen dort ein Repowering. Nach Angaben Hofmanns sind die Unterlagen dafür inzwischen vollständig beim Landratsamt eingereicht, die Genehmigung steht noch aus.
Freier Eintritt für Feuerwehrleute?
Ausführlich diskutiert wurde über einen Antrag von Marktgemeinderat Franz Spindler (Freie Wähler). Er hatte vorgeschlagen, aktiven Feuerwehrdienstleistenden aus dem Gemeindegebiet künftig freien Eintritt ins Aquarena zu gewähren. Dabei gehe es ihm nicht um eine weitere Anerkennung des Ehrenamts. Vielmehr sei körperliche Fitness eine wichtige Voraussetzung für den Feuerwehrdienst. Gute technische Ausrüstung allein helfe wenig, wenn die Einsatzkräfte körperlich nicht leistungsfähig seien. Die Feuerwehr sei zudem eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, argumentierte Spindler. Er könne sich auch vorstellen, die Regelung zunächst für ein Jahr auszuprobieren. Große Einnahmeausfälle für das Bad erwartete Spindler nicht.
Bürgermeister Andreas Hofmann verwies darauf, dass es im Gemeindegebiet 281 aktive Feuerwehrdienstleistende gebe. Als Inhaber einer Ehrenamtskarte erhielten sie bereits 50 Prozent Ermäßigung auf den Eintritt, auch bei Jahreskarten. Zudem könnten die Feuerwehren für sportliche Aktivitäten die Turnhallen und das Kunstrasenspielfeld nutzen. Bei Gesprächen mit Kommandanten sei auch deutlich geworden, dass gemeinsame Schwimmbadbesuche für Trainingseinheiten durchaus möglich wären.
Gemeinderat Michael Senger (WS) brachte einen weiteren Aspekt ins Spiel. Da das Schwimmbad den Vorsteuerabzug ermöglicht, könne ein kostenloser Eintritt möglicherweise Auswirkungen auf die Berechnung der Vorsteuerquote haben. Sabine Köhlerschmidt (CSU) erinnerte daran, dass die Ermäßigung mit der Ehrenamtskarte in Zapfendorf bereits vergleichsweise hoch sei. Mona Bahr (ZuZ) sah die körperliche Fitness der Einsatzkräfte ebenfalls als wichtig an, hielt dafür aber gemeinsame, angeleitete Einheiten für sinnvoller. Dass die Feuerwehr beispielsweise gemeinsam für eine solche Veranstaltung ins Schwimmbad gehe, dürfte ihrer Einschätzung nach kaum auf Widerstand stoßen. Einen grundsätzlich kostenlosen Eintritt hielt sie dagegen nicht für notwendig. Dominik Werner (ABU) verwies schließlich auf andere Vereine, die ebenfalls wichtige Arbeit für die Gemeinde leisteten. Eine Sonderregelung nur für die Feuerwehr könne hier eine Schieflage erzeugen.
Am Ende fand Spindlers Vorschlag kaum Unterstützung: Nur zwei Mitglieder des Marktgemeinderats stimmten dafür.
Auch zwei weitere Anträge Spindlers fanden keine Mehrheit. Er wollte, dass allen Marktgemeinderäten für die Arbeit mit den digitalen Sitzungsunterlagen Endgeräte von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. Lediglich eine Stimme gab es dafür. Ganz ohne Möglichkeit bleiben die Ratsmitglieder allerdings nicht: Im Bestand der Gemeinde befinden sich Geräte, die bei Bedarf leihweise ausgegeben und von der Verwaltung administriert werden können. Ebenfalls nur eine Ja-Stimme erhielt der Antrag, die Aufwandsentschädigung für die Tätigkeit als Marktgemeinderat künftig monatlich statt einmal im Jahr auszuzahlen. Damit bleibt es bei der jährlichen Auszahlung.
Wärmeplanung auf den Weg gebracht
Die Gemeinden sind verpflichtet, bis spätestens Ende Juni 2028 einen Wärmeplan zu erstellen. Weil Zapfendorf weniger als 10.000 Einwohner hat, kann das vereinfachte Verfahren genutzt werden. Der Freistaat stellt der Marktgemeinde dafür 41.000 Euro zur Verfügung. „2028 ist nicht mehr weit hin“, machte Hofmann deutlich. Deshalb solle sich die Gemeinde nun auf den Weg machen und konkrete Angebote einholen. Nach seinen Angaben dauert die Erstellung eines solchen Plans im Schnitt rund neun Monate. Die zur Verfügung stehenden 41.000 Euro sollten nach derzeitiger Einschätzung in der Regel ausreichen. Der Marktgemeinderat stimmte dem Vorgehen einstimmig zu.
Vorgesehen ist eine Wärmeplanung für das gesamte Gemeindegebiet mit Unterstützung eines externen Planungsbüros. Zunächst werden unter anderem der bestehende Wärmebedarf, vorhandene Wärmeerzeuger und die Infrastruktur untersucht. Anschließend geht es um mögliche künftige Wärmequellen und eine Strategie für die weitere Entwicklung. Für Hauseigentümer entstehen allein durch den Wärmeplan zunächst keine unmittelbaren Rechte oder Pflichten.
Wieder kein Fördergeld für das Aquarena
Nicht nur wegen des Feuerwehr-Antrags war das Aquarena Thema. Hofmann musste dem Gremium außerdem mitteilen, dass es auch mit einem überarbeiteten Konzept nicht gelungen ist, eine Bundesförderung für die geplante Sanierung des Freibads zu erhalten. Eine Förderzusage gibt es dagegen für den Umbau des Horts. Knapp 480.000 Euro wurden dafür zugesagt, hinzu kommen FAG-Mittel. Bereits im Oktober sollen die Arbeiten beginnen. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen.
Auch bei der ehemaligen Gastwirtschaft Seelmann tut sich etwas. Dem Marktgemeinderat wurde ein Bauantrag zur Umnutzung des Gebäudes in eine medizinische Praxis bekanntgegeben.
Schließlich bekam das Gremium noch Verstärkung: Birgit Schmidt wurde von Bürgermeister Andreas Hofmann als Ortssprecherin für Roth vereidigt. Die Wahl hatte bereits im Juli stattgefunden. Schmidt ist keine Unbekannte in dieser Funktion und vertritt den Gemeindeteil damit weiterhin im Marktgemeinderat.
Birgit Schmidt wurde von Bürgermeister Andreas Hofmann vereidigt.



