Zapfendorf braucht eine neue Mitte

„Vorstellung des Rahmenplans zum Freizeit- und Sportpark Zapfendorf“ hieß es auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Zapfendorfer Marktgemeinderates. Nur: Ein solches städtebauliches Projekt wird nur mit einer Anbindung in die Ortsmitte mit Fördergeldern bedacht. Zur Gesamtmaßnahme gehört daher auch das Anwesen Hofmann. Seit mehreren Jahren schon wird hier über ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) diskutiert.

Leonhard Valier, Städteplaner aus Bamberg und seine Mitarbeiterin Christiane Werthmann waren in der Sitzung am 30. November zu Gast, um einen ersten Planentwurf für die Neugestaltung der Sportanlage und des südlich davon gelegenen parkähnlichen Geländes zu präsentieren. „Es gab intensive Gespräche mit Bürgermeister, Verwaltung und dem Sportverein“, erläuterte Valier. Nun gelte es, das Konzept zu verfeinern, die Bürger zu beteiligen und schließlich Fördergelder bei der Regierung von Oberfranken zu beantragen.

Der Freizeit- und Sportpark beinhaltet den längst überfälligen neuen Sportplatz für den SV Zapfendorf, der sein Hauptspielfeld im Rahmen der ICE-Baustelle verloren hat – über den ehemaligen Platz führt nun die nördliche Straßenüberführung, die momentan noch nicht für den Verkehr freigegeben ist. Zum Park gehören außerdem diverse Freizeiteinrichtungen wie weitere Spielfelder, Spielplatz, Fitnessbereiche für Erwachsene und ein Grillplatz. Entlang der Lärmschutzwand könnte ein Durchgang die Verbindung zum Anwesen Hofmann, das die Gemeinde bis auf das ehemalige Gasthaus gekauft hat, entstehen.


So sieht der erste Entwurf zur Gestaltung des gesamten Geländes aus (zum Vergrößern anklicken oder antippen).

Hofmann-Scheune: Erhalten? Abreißen?

Werthmann stellte auch hier Entwürfe vor – gleich vier Varianten hatte sie für eine neue Nutzung des Areals mitgebracht. Insbesondere stelle sich die Frage, ob die große Scheune erhalten werden solle. In den verschiedenen Varianten ordnete sie das Gesundheitszentrum, ein Bürgerhaus, einen Dorfplatz sowie Wohnbereiche für Senioren und weitere Baugrundstücke an. Valier stellte klar: An sich fördert die Städtebauförderung keine Sportplätze – auch nicht das geplante Kunstrasenfeld. Möglich sei eine Förderung nur als Gesamtkonzept – also Freizeit- und Sportpark mit einer Anbindung in die Ortsmitte zum Gelände Hofmann, wo Zapfendorfs neue Mitte entstehen könnte.

Valier dämpfte damit die Hoffnung, dass schon jetzt ein vorgezogener Baubeginn für das Kunstrasenfeld möglich wäre. Realistisch sei, im Frühjahr einen belastbaren Gesamtplan zu haben, mit dem dann der Gang zur Regierung nach Bayreuth möglich wäre: „Je schwächer die Planung ausgearbeitet ist, desto schwächer sind die Chancen für einen vorzeitigen Baubeginn“, so Valier. Denn die Regierung würde sich vermutlich darauf berufen, dass die Möglichkeit bestünde, Zapfendorf rufe die Fördergelder für den Sportplatz ab und verschiebe danach die weiteren Maßnahmen weit in die Zukunft. „Die Regierung will eine gewisse Sicherheit, dass das Gesamtkonzept auch gebaut wird.“


Das Hofmann-Gelände, einmal mit der Scheune (in rot) …


… und ohne die Scheune, dafür mit einem größeren Dorfplatz.

Auch das MVZ bräuchte vorzeitigen Baubeginn

Unmut zeigte sich beim Thema Gesundheitszentrum. Die ersten Ideen hierzu sind schon rund fünf Jahre alt – viel darüber diskutiert wurde im Rahmen des bis 2014 erarbeiteten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (SEK). Laut Bürgermeister Dittrich laufen zurzeit noch Gespräche mit einem möglichen Investor für ein solches MVZ. Klara Ott (CSU) meinte, das Gesundheitszentrum benötige eigentlich ebenso einen vorgezogenen Baubeginn, sei es doch für die Zukunft des Marktes Zapfendorf wichtiger als ein Bürgerhaus oder ein Dorfplatz.

Beschlossen wurde am 30. November noch nichts. Der Gemeinderat soll sich nun weiter mit dem Planentwurf auseinandersetzen, im neuen Jahr könnte der dann verfeinert werden. Und auch eine Bürgerbeteiligung soll es geben. Wann der SV Zapfendorf somit das Kunstrasenspielfeld erstmals nutzen kann, ist weiterhin offen. Wird der Bau des Feldes im Rahmen der Errichtung des Freizeit- und Sportparks, auch als vorgezogene Maßnahme, durchgeführt, kann das noch dauern …

Pläne: Büro für Städtebau und Bauleitplanung, Wittmann, Valier und Partner, Bamberg
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