Förderverein veröffentlicht „offenen Brief“

Das Freibad Aquarena in Zapfendorf wird im kommenden Jahr seine Öffnungszeiten deutlich einschränken – und auch der Wellnessbereich soll geschlossen bleiben. Der Förderverein „Aquarena-Freunde“ reagiert auf den Gemeinderatsbeschluss mit einem offenen Brief.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren Gemeinderäte,

mit großer Enttäuschung haben wir die Entscheidung des Gemeinderats vom 24.10.2022 zu den Öffnungszeiten des Freizeitbads Aquarena und der Schließung seines Wellnessbereichs in der Saison 2023 zur Kenntnis genommen. Selbstverständlich sehen auch wir die finanziellen und personellen Zwänge des Marktes Zapfendorf, die sich durch die Energiekrise verschärft haben. Jedoch bedauern wir die Art und Weise des Zustandekommens des Gemeinderats­beschlusses sowie seinen Inhalt.

Der Beschluss wurde entgegen der Gemeindeordnung in einer Sitzung des Schwimmbad­ausschusses unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorbereitet. Zwar sind die Personal­angelegenheiten nicht öffentlich zu beraten. Die Öffnungszeiten des Freibades und der Betrieb des Wellnessbereichs sind aber nicht so unmittelbar mit der Anstellung einzelner Mitarbeiter der Gemeinde verknüpft, dass dies den vollständigen Ausschluss der Öffentlich­keit begründen könnte. Zudem wurde der Förderverein Aquarena-Freunde Zapfendorf e.V. weder über die anstehende Entscheidung im Gemeinderat noch über den Inhalt des Entscheidungsvorschlag des Schwimmbadausschusses informiert. Hierüber sind wir zutiefst deprimiert. Der Förder­verein hat sich im vergangenen Jahr als Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern gegründet, um die Gemeinde bei dem Betrieb des Schwimmbades zu unterstützen. Offensichtlich wird dieses bürgerschaftliche Engagement nicht wertgeschätzt. Eine Einbindung des Fördervereins hätte der Gemeinde die Möglichkeit gegeben, ein besseres Verständnis für die notwendigen, auch schmerzhaften Entscheidungen in der Öffentlichkeit zu erwecken. Zudem hätten wir gerne unsere Unter­stützung für den Betrieb des Bades im nächsten Jahr angeboten. Leider wurde uns hierzu nicht einmal die Möglichkeit gegeben.

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Hans-Jürgen Scheerbaum

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Karin Eminger

Auch inhaltlich ist der Gemeinderatsbeschluss vom 24.10.2022 bedauerlich. Es handelt sich hierbei nicht um einen „guten Kompromiss“. Tatsächlich wurden damit die Eintrittspreise für das Bad nun im zweiten Jahr in Folge massiv erhöht. Käufer von Einzel- und Mehrfachkarten zahlen die gleichen Eintrittspreise wie bisher, erhalten jedoch durch Schließung des Wellness­bereichs nur eine deutlich eingeschränkte Leistung. Käufer von Dauerkarten haben zwar die Möglichkeit, einen weiteren Rabatt von 10 % bei Kauf der Karte bis Ende März 2023 zu erhalten. Gleichzeitig wurde jedoch die Anzahl der Öffnungstage um 35 % reduziert.

Wir befürchten, dass diese erneuten erheblichen Preiserhöhungen zu einem weiteren Rück­gang der Besucherzahlen führen könnten und der größten sportlichen und sozialen Einrichtung des Marktes Zapfendorf die Grundlage entzogen wird.

Trotz unserer Enttäuschung, dass unser bisheriges Engagement nicht wahrgenommen worden ist, möchten wir unsere Unterstützung für den Weiterbetrieb unseres Freibades deutlich machen. Deshalb hat der Förderverein zum einen die Ersatzbeschaffung für das marode Sonnensegel am Kleinkinderbecken in Angriff genommen. Zum anderen bieten wir der Gemeinde an, den Betrieb des Wellnessbereichs an kalten Tagen zwischen Mitte Mai und Mitte Juni sowie Anfang September 2023 mit einem Betrag von maximal 2500 € zu fördern. Wir laden Sie herzlich ein, mit uns in Kontakt zu treten, damit wir bis zu unserer Mitgliederversammlung am 24.11.2022 konkrete Maßnahmen in die Wege leiten können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christopher Rosenbusch

Erster Vorsitzender

Titelfoto: Johannes Michel

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