Genuss und Vielfalt: „Wir dürfen gerne ein wenig angeben!“

Im Titelbild: Bürgermeister Tobias Roppelt, Hörnla-Königin Annelena Rauh, Landrat Johann Kalb, Ministerin Melanie Huml, MdL Holger Dremel und Spargelprinzessin Lena Schaiblein.

Klar hätten sich alle das Wetter ein wenig besser gewünscht. Ein Erfolg war der Genusstag in Baunach aber trotzdem. Und die sanierte Zehntscheune lud zu ersten Veranstaltungen ein.

Bereits zum fünften Mal fand der Genusstag des Landkreises Bamberg nun statt, zum dritten Mal bereits gastierte er im nördlichen Landkreis – nach Zapfendorf im Jahr 2017 und Scheßlitz 2019 war diesmal Baunach Veranstaltungsort. Die Drei-Flüsse-Stadt, wie sie sich nennt, hat mit Märkten langjährige Erfahrungen und mit dem historischen Ortskern auch die besten Voraussetzungen für einen solchen Markttag.

Nur auf das Wetter hat niemand Einfluss. Aufgrund des Dauerregens galt es also, beim Genusstag 2022 am Sonntag, 18. September, das Beste draus zu machen, wie mehrere Händlerinnen und Händler im Gespräch und auch Landrat Johann Kalb bei der Begrüßung meinten. Der wies auch auf die Angebote in unserer Region hin, die es in dieser Vielfalt sonst weltweit kaum gebe und kündigte an, hier einen nächsten Schritt gehen zu wollen: Der Landkreis soll Weltagrarerbe werden. Auch die bayerische Ministerin für Europaangelegenheiten und Internationales, Melanie Huml, erklärte, dies zu unterstützen. Sie vertrat den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der die Schirmherrschaft zum Genusstag übernommen hatte.

Nicht den Kopf in den Sand stecken …

So war Huml auch für die Festrede zuständig. Sie startete mit einem Zitat, das ihr einmal begegnet sei und sie beeindruckt habe: „Menschen, die nicht genießen können, werden selbst irgendwann ungenießbar.“ Wichtig sei es, sich auch Zeit für Genuss zu nehmen – dazu gehöre nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Kultur und schöne Dinge wie der morgendliche Gottesdienst, der in Baunach zu Erntedank und als Auftakt zum Genusstag gefeiert worden war. Der Landkreis Bamberg und die Region Oberfranken seien weltweit Spitzenklasse, wenn es um die Anzahl der Brauereien, Bäckereien und Metzgereien gehe. Auch der Anteil an regionaler Vermarktung sei hoch, so seien, wie sie in Gesprächen erfahren habe, die lokalen Bäckereien nicht so stark von ausbleibenden Getreidelieferungen aus der Ukraine betroffen wie es in anderen Regionen der Fall sei. Gute Kontakte zu Mühlen und deren Zusammenarbeit mit den Bauern tue hier das Übrige.

Am Stand des Vereins für Obst- und Gartenpflege …

Es gelte aber auch, diese Stärken zu präsentieren. „Wir Franken haben es nicht so ausgiebig mit dem Loben“, so Huml. Ein Stück mehr Selbstbewusstsein täte gut. „Wir dürfen gerne ein wenig angeben!“ Und: Nach dem Corona-Verzicht und der aktuellen Krise in Sachen Energie dürfte trotzdem der positive Blick in die Zukunft nicht fehlen. „Einst waren wir Grenzregion, haben die Transformation der Porzellan- und Textilindustrie bewältigt und verfügen immer noch über eine der höchsten Industriedichten in Europa. Den Kopf in den Sand stecken, das ist nicht unsere Mentalität.“

Zum Genusstag waren auch die oberfränkische Spargelprinzessin Lena Schaiblein und Hörnla-Königin Annalena Rauh gekommen. Bürgermeister Tobias Roppelt freute sich besonders, dass sich viele Vereine am Genusstag beteiligten. Das zeige, dass das Vereinsleben die Corona-Zeit gut überstanden habe. Moderiert wurde die Auftaktveranstaltung im Bürgerhaus von Michael Eichler, musikalisch umrahmt wurde von der Stadtkapelle Baunach. Das Bürgerhaus diente auch als Kulisse für weitere musikalische Unterhaltung durch die Stadtkapelle und das Jugendorchester sowie Auftritte vom Faschingsclub Narretei. Eigentlich waren die Veranstaltungen auf der Festwiese gegenüber am ehemaligen Jagdschloss geplant, wurden aber aufgrund des Wetters ins Bürgerhaus verlegt.

Zehntscheune rechtzeitig fertig

Am Nachmittag konnte auch erstmals die sanierte Zehntscheune, die auch als neuer Ausstellungsraum für das Baunacher Wahrzeichen, die Hölzernen Männer, dient, besichtigt werden. Dort gab es diverse Vorträge – etwa von Bezirksheimatpfleger Dr. Günter Dippold zum Thema „Fischkonsum, Flussfischerei und Teichwirtschaft rund um Bamberg“. Die Autoren Paul Maar und Helmut Vorndran lasen aus ihren Werken. Parallel führte die Stadtbücherei Baunach einen Bücherflohmarkt durch und lud zum Erzähltheater. Zahlreiche Baunacher Gewerbetreibende hatten am verkaufsoffenen Sonntag geöffnet. Und Nachtwächter Reinhold Schweda brachte den Besucherinnen und Besucher am späten Nachmittag ein wenig Stadtgeschichte näher.

Wenige Tage vor dem Genusstag war die Zehntscheune noch Baustelle, nun ist der neue Veranstaltungs- und Ausstellungsraum fertig.


Viele Fotos vom Genusstag in Baunach finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).

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