Zehntscheune soll in wenigen Tagen fertig sein

Können in der Baunacher Zehntscheune bald standesamtliche Hochzeiten stattfinden? Darüber hatte der Baunacher Stadtrat in seiner September-Sitzung zu entscheiden. Auch die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs für den Klärwärter und die Aktualisierung eines Bebauungsplans in Priegendorf beschäftigte das Gremium.

Aktuell stehen für Trauungen in der Verwaltungsgemeinschaft Baunach die Sitzungssäle der vier Rathäuser, der Konferenzraum im Bürgerhaus Lechner-Bräu sowie das Haus der Kultur in Reckendorf zur Verfügung. Nun soll eine weitere Option hinzukommen. In Kürze wird die umfangreich sanierte Zehntscheune zur Verfügung stehen, die ein Wahrzeichen der Stadt Baunach in neuer Form präsentiert: die Hölzernen Männer. Das Landratsamt Bamberg hatte bereits signalisiert, dass keine Bedenken gegen eine Widmung der Zehntscheune als Trauraum bestehen. Nun war es Aufgabe des Stadtrats, den Raum auch zur Verfügung zu stellen, die Widmung selbst muss dann die Gemeinschaftsversammlung der VG vollziehen.

Bürgermeister Tobias Roppelt erklärte in der Stadtratssitzung vom 13. September 2022 die Details. Wenn keine andere Belegung vorgesehen sei, stehe der Raum immer für Trauungen zur Verfügung und könne nicht abgelehnt werden. Er diene allerdings nur als Trauzimmer, anschließende Feiern seien hier nicht möglich. Die Entscheidung, dass in der Zehntscheune standesamtliche Trauungen möglich sein sollen, traf der Stadtrat bei einer Gegenstimme. Für die Nutzung wird eine Gebühr von 50 Euro zu entrichten sein. Anfragen für Trauungen gebe es bereits, so Roppelt, mit der Fertigstellung der Scheune sei in Kürze zu rechnen. Eine erste andere Veranstaltung ist dort bereits geplant – im Rahmen des Genusstages des Landkreises Bamberg am 18. September stehen Vorträge in der Zehntscheune auf dem Programm.

Blick in die Zehntscheune am Dienstag, 13. September: Die Hölzernen Männer sind schon eingetroffen.

Elektro oder nicht?!?

Länger befasste sich das Gremium mit der „1. Änderung des Bebauungsplanes Geracher Weg Ost“ in Priegendorf. Der Bebauungsplan stammt aus dem Jahr 2006 und sieht knapp 30 Baurechte vor. Nachdem zwei Grundstückseigentümer nicht bereit sind, ihre Flächen zu verkaufen, soll der Geltungsbereich verkleinert werden. Zudem sind weitere Aktualisierungen wie eine Photovoltaik- und Zisternenpflicht sowie keine Vorgaben zur Bauweise angedacht. Der Stadtrat sprach sich für eine Anbindung an die Kreisstraße aus, um den Ortskern und den schmalen Geracher Weg nicht mit mehr Verkehr zu belasten. „Der Anschluss an die Kreisstraße ist nötig, auch wenn das Mehrkosten verursacht. Er wäre gar nicht zur Diskussion gestanden, wenn die beiden Grundstückseigentümer mitgemacht hätten“, erklärte Zweiter Bürgermeister Peter Großkopf (CBB). Im nächsten Schritt soll nun ein Vorentwurf erarbeitet werden, der dann erneut im Stadtrat Thema sein wird.

Mit acht zu sechs Stimmen entschied sich der Stadtrat dafür, ein Elektrofahrzeug als Ersatz für das bei einem Unfall schwer beschädigte Fahrzeug des Klärwärters zu beschaffen. Dass ein Kauf alternativlos ist, stand nicht zur Debatte, sehr wohl aber die Technik. Volker Dumsky (CWU) war der Meinung, die gerade im Bau befindliche Photovoltaikanlage auf der Kläranlage diene zur Versorgung dieser energieintensiven Einrichtung und nicht zum Laden eines Elektroautos. Zudem sei mit einem Defekt der Akkus nach acht bis zehn Jahren zu rechnen, was eher für ein Benzinfahrzeug spreche. Dem widersprach etwa Stadtrat Dominik Czepluch (UBB). Baunach befinde sich auf dem Weg zur Energieautarkie, daher sei ein Elektrofahrzeug wünschenswert. Da die Lieferzeiten von neuen Autos zurzeit sehr lange sind, soll ein Gebrauchtwagen, etwa ein Jahreswagen, gekauft werden. Die Verwaltung rechnet mit Kosten von etwa 30.000 Euro. Von der Versicherung des Unfallfahrzeugs bekommt die Stadt den Restwert von 11.000 Euro erstattet.

PV im eigentlich geplanten Sondergebiet?

Auch ein Antrag der SPD-FBB-Fraktion wurde behandelt. Darin wird vorgeschlagen zu prüfen, ob sich die zuletzt für das Sondergebiet Pferdehof reservierte Fläche auch für die Errichtung einer großen Photovoltaikanlage eignet. Auch die benachbarte Bauschuttdeponie könnte einbezogen werden. Bei fünf Gegenstimmen wurde beschlossen, diese Prüfung anzugehen. Bürgermeister Tobias Roppelt ergänzte, dass es mit dem Parkplatz am Baggersee eine ebenso mögliche Fläche gebe – man könnte hier die Parkplätze überdachen, was für eine Beschattung sorgen würde, und zugleich wäre Stromerzeugung auf den Dächern denkbar. Im Sommer sei Baunach mehrfach energieautark gewesen, was sich auf der Webseite der Stadt im Energiemonitor ablesen lasse. „Wir wären schon länger energieautark, denn vor zehn Jahren wurde über Windvorranggebiete diskutiert, es gab Bürgerversammlungen – und bei Priegendorf eine geeignete Fläche. Dann kam die 10H-Regelung der bayerischen Regierung – und die hat dies verhindert“, so Roppelt. Für den Baggersee-Standort spreche zudem, ergänzte Stadtrat Elmar Gruß (CBB), dass hier Netzeinspeisemöglichkeiten gegeben wären.

Weiteres aus der Sitzung vom 13. September 2022

Auf Nachfrage von Manuela Fößel (FBB) erklärte Bürgermeister Tobias Roppelt, dass der Verein Pferdepartner Franken nach dem Scheitern des Umzugs ins geplante Sondergebiet auf der Suche nach einem Alternativgrundstück sei. Dieses befände sich vermutlich nicht in Baunach. Mit dem Landratsamt gebe es demnächst Gespräche zum weiteren Vorgehen, da der aktuelle Standort abgewickelt werden müsse.

Den Glasfaserausbau möchte die Stadt Baunach mit der Telekom beziehungsweise dem Unternehmen Glasfaserplus durchführen, einem Gemeinschaftsunternehmen von Telekom und IFM. Da die Telekom einen Komplettausbau in der Stadt anstrebe und auch die Stadtteile einbeziehen wollte, wäre ein Vertrag mit alternativen Anbietern nicht zielführend.

Die Umleitungsstrecke aufgrund der Bauarbeiten an der Lauterbrücke beschäftigt Baunach nach wie vor stark. Es habe viele Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt und der Polizei gegeben, nach wie vor hielten sich viele LKW-Fahrer aber nicht ans Durchfahrtverbot, so Roppelt. Um den Schulweg sicherer zu machen, gebe es nun einen Schulbus, der am Friedhof startet. „Die aktuelle Situation zeigt einmal mehr, wie wichtig eine Umgehungsstraße wäre“, sagte Roppelt. Daher habe er die Behörden und zuständigen Abgeordneten erneut angesprochen.

Ein Kommentar

  1. Vor Jahrzehnten wurde schon eine Photovoltaikanlage in diesem Gebiet vorgeschlagen und man wurde als Irre oder Größenwahnsinnig abgewunken.

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