Die Schüler fahren – die Kommunen zahlen

Die Kämmerer des Mittelschulverbundes Oberes Maintal schlagen Alarm und suchen gemeinsam nach Auswegen in Sachen Schülerbeförderung. Denn eigentlich war das im Jahr 2010 eine gute Idee, als sich die Bürgermeister aus Baunach, Breitengüßbach, Rattelsdorf und Zapfendorf gemeinsam auf die Gründung des Mittelschulverbundes Oberes Maintal (MOM) einigen konnten. Nur mit den hohen Beförderungskosten war so nicht zu rechnen …

Zum damaligen Zeitpunkt schien es nur Gewinner zu geben: Die einzelnen Schulstandorte mit ihren Mittelschulen konnten durch die Gründung des Schulverbundes erhalten, eine wohnortnahe Bildungseinrichtung in jeder Verbundgemeinde gesichert werden. Klar aber war schon damals, dass durch die gegenseitige Unterstützung und den Austausch von Schülern auch vermehrt Kosten auf die Kommunen zukommen würden. Neben den Sachaufwandskosten sind es hier vor allem die Schülerbeförderungskosten, die seit dem vergangenen Schuljahr zu explodieren scheinen.

Stand anfänglich ein vierstelliger Betrag für sämtliche Beförderungskosten innerhalb des Schulverbundes im Raum, stieg dieser Betrag nun um rund das Zehnfache im Schuljahr 2013/2014 an. Den Verantwortlichen in den Rathäusern war und ist die Problematik bekannt und so erreichte in einer der letzten Sitzungen des Schulverbundes der dringende Aufruf der Rathauschefs ihre Kämmerer mit dem Auftrag, im Rahmen eines interkommunalen Kooperationsprojektes schnelle, effiziente und vor allem wirtschaftliche Lösungen des Schülerbeförderungsproblems herbeizuführen und somit gemeinsam der immer weiter wachsenden Preisspirale entgegenzuwirken.

Kämmerer interkommunale Zusammenarbeit 2014 (1)
Trafen sich zum Thema Kosten der Schülerbeförderung: Klaus Helmreich, Kämmerer Markt Zapfendorf, Christoph J.G. Hetzel, Kämmerer Gemeinde Breitengüßbach, Alfred Heider, Kämmerer Markt Rattelsdorf, Bernhard Weber, Kämmerei VG Baunach, Markus Diller, Kämmerei VG Baunach.

Bei dem Aufeinandertreffen der Fachleute aus den Finanzabteilungen der Kommunen wurde lange heiß diskutiert und argumentiert, bis man letztendlich erste Arbeitsergebnisse vorlegte, die nun im Entscheidungsgremium des Schulverbundes beraten und beschlussmäßig behandelt werden müssen. Trotz aller hitziger Debatten fanden die Kämmerer auch Freude an ihrer Zusammenarbeit und so verständigten sie sich darauf, die gemeinsame Arbeit auch auf andere kommunale Handlungsfelder, etwa einer gemeinsamen Gebührenkalkulation, zu erweitern.

Christoph J. G. Hetzel

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.