Mehrzweckhalle erhält Regelwerk – PV- und Windpark entwickeln sich

Mit der künftigen Mehrzweckhalle hat sich der Baunacher Stadtrat in seiner Juli-Sitzung erneut beschäftigt. Nachdem die geplanten Regelungen bereits einen Monat zuvor präsentiert worden waren, wurden nun die Satzung, die Gebührenordnung sowie die allgemeinen Nutzungsbedingungen beschlossen.

Bereits in der Juni-Sitzung waren die vorgesehenen Regelungen für die künftige Mehrzweckhalle ausführlich vorgestellt worden. Nun fasste der Stadtrat die erforderlichen Beschlüsse. Verabschiedet wurden sowohl die Benutzungssatzung als auch die Gebührensatzung sowie die allgemeinen Nutzungsbedingungen. Damit stehen die rechtlichen Grundlagen für den späteren Betrieb der Halle fest. Die Regelungen sollen einen geordneten Ablauf bei Vermietung und Nutzung sicherstellen und definieren unter anderem Zuständigkeiten, Nutzungszeiten sowie die anfallenden Gebühren. Die Mehrzweckhalle befindet sich derzeit im Bau und soll künftig sowohl dem Schul- und Vereinssport als auch kulturellen Veranstaltungen und weiteren öffentlichen Nutzungen dienen.

Aufhebung des Bebauungsplans „Langmeh“ geht weiter

Einen weiteren Schritt machte der Stadtrat beim Verfahren zur Aufhebung des Bebauungsplans „Langmeh“. Hintergrund ist, dass der aus dem Jahr 1991 stammende Bebauungsplan nicht mehr den heutigen städtebaulichen Anforderungen entspricht und deshalb aufgehoben werden soll.

Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung waren weder aus der Bürgerschaft Stellungnahmen eingegangen noch hatten die beteiligten Behörden und Träger öffentlicher Belange grundlegende Einwände gegen die Planung erhoben. Mehrere Nachbargemeinden erklärten zudem, im weiteren Verfahren nicht erneut beteiligt werden zu müssen. Der Stadtrat billigte deshalb den überarbeiteten Entwurf und beschloss die öffentliche Auslegung sowie die Beteiligung der Behörden im nächsten Verfahrensschritt. Wegen persönlicher Beteiligung nahmen mehrere Stadtratsmitglieder sowie Bürgermeister Tobias Roppelt an Beratung und Abstimmung nicht teil.

Neuer Solarpark westlich von Priegendorf geplant

Mit dem Aufstellungsbeschluss brachte der Stadtrat außerdem die Planungen für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage westlich von Priegendorf auf den Weg. Vorgestellt wurde das Vorhaben durch die Firma Aqwiso, die das Projekt entwickelt. Der geplante Solarpark soll auf drei Flurstücken entstehen. Gegenüber den ersten Überlegungen vom Jahresbeginn wurde das Plangebiet erweitert und umfasst nun rund 10,15 Hektar. Die eigentliche Modulfläche soll etwa 8,24 Hektar betragen. Vorgesehen ist eine Leistung von rund 10,74 Megawatt beziehungsweise eine jährliche Stromerzeugung von etwa 10,74 Millionen Kilowattstunden. Nach Angaben des Projektentwicklers könnte damit rechnerisch der Strombedarf von rund 3.070 Durchschnittshaushalten gedeckt werden.

Das Gelände liegt südlich der Kreisstraße BA 37 an der Gemarkungsgrenze zu Rudendorf beziehungsweise Ebelsbach. Die nächstgelegene Wohnbebauung in Priegendorf befindet sich nach Angaben des Unternehmens rund 1,2 Kilometer entfernt, der Krappenhof etwa 350 Meter südlich. Aufgrund der Geländesituation sei eine direkte Sichtbeziehung zur Wohnbebauung nicht gegeben. Die Flächen weisen nach den vorgelegten Unterlagen vergleichsweise geringe Ackerzahlen auf.

Mit dem Aufstellungsbeschluss kann nun das Bebauungsplanverfahren beginnen. Parallel dazu wird der Flächennutzungsplan geändert. Die Planungskosten trägt nach Angaben der Verwaltung vollständig der Vorhabenträger, sodass der Stadt hierfür keine Kosten entstehen. Außerdem ist der Beschluss Voraussetzung dafür, dass eine Netzanschlussanfrage beim Bayernwerk gestellt werden kann.

Anzeige
Veranstaltungsservice Bamberg

Stadt lehnt Integration des Schulbusverkehrs ab

Keine Zustimmung fand dagegen der Vorschlag des Landkreises Bamberg, den Schulbusverkehr künftig in ein neues ÖPNV-Konzept einzubinden. Nach Darstellung der Verwaltung wird derzeit ein neues Nahverkehrskonzept erarbeitet, das neben einem Taktverkehr und einem Bedarfsverkehr auch den Schülerverkehr umfassen könnte. Aus Sicht der Stadt sprechen jedoch mehrere Gründe dagegen. So müssten insbesondere die regelmäßigen Fahrten zwischen den Schulstandorten Baunach und Reckendorf weiterhin zuverlässig möglich sein. Diese könnten durch ein starres Liniennetz nach Einschätzung der Verwaltung nicht ausreichend abgedeckt werden. Hinzu komme, dass bislang keine belastbaren Aussagen über die künftigen Kosten vorlägen und sich die Gemeinden an einer Finanzierung beteiligen müssten.

Der Stadtrat folgte dieser Einschätzung und sprach sich dafür aus, am bisherigen Schulbusverkehr festzuhalten. Die entsprechende Rückmeldung soll an den Landkreis übermittelt werden.

Bürgerwindpark befindet sich weiter in der Planungsphase

Über den aktuellen Stand des geplanten Bürgerwindparks bei Priegendorf informierte Katrin Held von der Firma Naturenergie Zeilinger. Nach Angaben des Unternehmens konnten unter anderem die Grundstückssicherung, die Abstimmungen mit Nachbarkommunen, die Standortplanung sowie verschiedene naturschutzfachliche Untersuchungen bereits abgeschlossen werden. Auch Gutachten etwa zu Schall, Schattenwurf und Ertrag sowie Windmessungen liegen vor.

Als nächste Schritte stehen unter anderem die Netzanfrage, die Gründung einer Betreibergesellschaft, die Bürgerbeteiligung sowie später der Bau und die Inbetriebnahme auf dem Programm. In der Präsentation wurde darauf hingewiesen, dass Windenergieprojekte umfangreiche Genehmigungsverfahren und zahlreiche Prüfungen etwa zum Arten-, Denkmal- oder Immissionsschutz durchlaufen müssen.

Bürgermeister informiert über aktuelle Themen

Zu Beginn der Sitzung berichtete Bürgermeister Tobias Roppelt über verschiedene aktuelle Entwicklungen. So hat sich das neue Jugendparlament konstituiert. Sophia Schmidt wurde erneut zur Jugendbürgermeisterin gewählt. Stellvertretender Jugendbürgermeister ist künftig Jakob Schmitt.

Außerdem informierte Roppelt über den neuen mobilen Einkaufswagen, der von den Seniorenbeauftragten organisiert wird. Nach vorheriger Anmeldung werden Seniorinnen und Senioren zum Einkauf nach Baunach gefahren, anschließend besteht Gelegenheit zum gemeinsamen Kaffeetrinken.

Gut angenommen werde auch das Bürgeressen im Bürgerhaus, an dem nach Angaben des Bürgermeisters zuletzt rund 70 Menschen teilgenommen hätten.

Ein weiteres Thema war die seit Ende Juni laufende Vollsperrung der Ortsdurchfahrt Reckendorf. Roppelt verwies auf die damit verbundenen Belastungen für Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Unternehmen. Gleichzeitig warb er dafür, weiterhin vor Ort einzukaufen und die örtlichen Geschäfte und Gastronomiebetriebe zu unterstützen.

Weitere Anliegen aus dem Stadtrat

Unter dem Punkt „Anfragen“ wurden unter anderem der Zustand des Spielplatzes an der Ecke St.-Oswald-Straße/Ellersgraben, durch Hecken verdeckte Verkehrszeichen, eine beschädigte Stufe am Leichenhaus in Reckenneusig, die Brücke in Godeldorf, Auswirkungen der Sperrung der Ortsdurchfahrt Reckendorf auf den Schulbusverkehr, die Abrechnung von Feuerwehreinsätzen sowie Schäden an der Ortsdurchfahrt Baunach angesprochen. Zudem wurde zur bevorstehenden Kirchweih eingeladen.

Artikel drucken Artikel drucken

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.