Der Main darf in sein neues Flussbett

Veröffentlicht am 13. September 2016 von Sophia Benoit

Die Züge fahren bereits wieder – nun wird auch der Main bei Ebing in sein neues, in den vergangenen Wochen vorbereitetes Flussbett geleitet. Im Rahmen eines Fototermins der Bahn wurde im nördlichen Teil des neuen Flussbettes ein aufgeschütteter Damm weggebaggert, so dass der Main an dieser Stelle bereits durch sein neues Bett fließen kann. Die Öffnung fand rund zwei Wochen früher als geplant statt.

Auf Befehl von Helge Gork, Projektingenieur für Umweltschutz, begann der Bagger, den Damm zwischen altem und neuem Flussbett zu öffnen. Das spektakuläre größere „Fluten“ – wie manch einer erwartet hätte, blieb bei der Öffnung des Flussbettes allerdings aus. Das lag zum einen am Grundwasser, das sich im neuen Bett bereits von der Tiefe aus an die Oberfläche hochgedrückt hatte und zum anderen an dem gegenwärtig sehr geringen Wasserstand, welcher aber insgesamt dem Baufortschritt entgegen kam. Dadurch konnte bereits mit dem Dammbau in den alten Flussverlauf begonnen werden.

ICE-Ausbau Ebing Mainschleife 2015
Der Plan, wie es künftig nach der Flussverlegung aussehen soll.

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Im Zuge der Verlegung entsteht im Altwasser ein neues Biotop

Die Mainverlegung sei damit so gut wie abgeschlossen: Der Aushub von 150.000 Kubikmeter ist fast vollständig erledigt, es müssen lediglich noch Restarbeiten vorgenommen werden, schilderte Gork. Die komplette Verlegung des Mains in das neue Flussbett wird in ein bis zwei Wochen Geschichte sein. Diese großflächige Umverlegung war ein Gemeinschaftsprojekt zusammen mit den lokalen Behörden, besonders dem Wasserwirtschaftsamt.

Der Main wird auf einer Länge von 1.000 Metern um bis zu 170 Meter in Richtung Westen verlegt. Das alte Flussbett wird dabei zu Stillgewässern und Altarmen umfunktioniert. Dieses neue Biotop wird zum Rückzugsraum für Flora und Fauna, zum Beispiel für seltene Arten wie den Flussregenpfeifer und den Schmetterling Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Mit integriert werden auch mehrere Totholzstämme, die bei den Bauarbeiten gefunden wurden und die teilweise schon über 10.000 Jahre alt sind.

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Der Damm zum neuen Flussbett ist weggebaggert.

Weitere Maßnahmen zur Renaturierung sind geplant

Zur Böschungsstabilisierung des Ufers werden Weidenspreitanlagen eingesetzt. Diese bestehen aus geflochtenen Weidenstöcken, die mit Pflöcken auf dem Oberboden befestigt werden und bei genügend Regen und Feuchtigkeit wurzeln und austreiben sollen. Außerdem sollen unter anderem Steckhölzer eingebracht werden, die sich weiterentwickeln und so einen typischen Lebensraum im Fluss initialisieren können.

 

Viele Fotos von der Öffnung des neuen Flussbettes finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen der Galerie einfach auf ein beliebiges Foto klicken, zum Beenden der Anzeige genügt ein Klick auf das geöffnete Bild).

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