Braucht Rattelsdorf den Mehrgenerationenplatz?

Veröffentlicht am 19. Februar 2015 von Johannes Michel

Zu einem Politischen Aschermittwoch der anderen Art hatte der CSU-Ortsverband Rattelsdorf in die Gastwirtschaft Derra eingeladen. Denn, so Ortsvorsitzender Hans-Jürgen Scheerbaum, es sollte diesmal nicht um Seitenhiebe auf den politischen Gegner gehen, sondern um Meinungsbildung. Daher wurde über die wichtigsten Themen, die Rattelsdorf betreffen, diskutiert. Mit dabei: Der mögliche Mehrgenerationenplatz.

Schon im Jahr 2013 wurden die Spielplätze im gesamten Gemeindegebiet des Marktes Rattelsdorf von einer Spielplatzkommission begutachtet. Ergebnis: 22 Spielplätze gibt es, einige sind in keinem guten Zustand. Und: Sandkasten und Schaukel locken heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, zumal viele Eltern, gerade in den Neubaugebieten, selbst Spielgeräte für ihre Kinder in den Gärten vorhalten. So entstand im Marktgemeinderat die Idee, einen richtig guten neuen Spielplatz zu errichten und diesen als Mehrgenerationenplatz auszuführen. Eine finanzielle Förderung aus EU-Mitteln wurde bereits bewilligt, als Standort ist ein Grundstück gegenüber der Abtenberghalle zwischen Rattelsdorf und Ebing angedacht.

Beim Politischen Aschermittwoch stellte Scheerbaum nun den Platz zur Diskussion. Braucht die Gemeinde so etwas? Die Meinung der rund 25 Gäste war eindeutig – mit wenigen Ausnahmen befürworteten sie einen solchen Vorschlag. Vor allem für ältere Kinder gäbe es zu wenige Angebote in Rattelsdorf. Als Standort kristallisierte sich in der Runde aber ein anderer heraus, nämlich am Sportplatz. Der dortige Spielplatz könnte erweitert, Toiletten im alten Tennisheim zur Verfügung gestellt werden. Durch den Bolzplatz ergäben sich zudem Synergieeffekte. Das Grundstück gegenüber der Abtenberghalle wurde mehrfach als ungeeignet eingestuft, alleine schon aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zwischen Rattelsdorf und Ebing. „Schnell ist da ein Kind mal auf die Straße gelaufen“, meinte eine Diskutantin.

Ferienwohnungen im historischen Torhaus

Scheerbaum wollte sich auch ein Meinungsbild in Sachen Schule einholen und stellte die Frage: Sanierung oder Neubau? Er selbst machte sich, wie auch schon im Gemeinderat, für einen Neubau stark, insbesondere den Bau aus den 1970er Jahren bezeichnete er als nicht kalkulierbar, als Handwerker habe er schon oft die Erfahrung gemacht, dass die Kosten einer Sanierung nicht in den Griff zu bekommen seien. Viele der Anwesenden zeigten sich über den Zustand des Gebäudes schockiert, Scheerbaums Meinung fand viele Befürworter.

Auch die Themen Torhaus und Breitbandausbau wurden in der Folge angesprochen. Die Idee, das historische Torhaus künftig für Ferienwohnungen zu nutzen, stieß nicht nur auf Begeisterung. Beim Breitbandausbau für die nördlichen Gemeindeteile kommt es aufgrund einer durch den Freistaat Bayern geänderten Richtlinie zu Verzögerungen. Der Abschluss der Maßnahme wird sich daher nach hinten verschieben.

Titelfoto: © S. Hofschlaeger  / PIXELIO

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