Mehr als Rampen und Aufzüge

Veröffentlicht am 22. Juli 2015 von Redaktion

Auf Initiative von Emmi Zeulner, MdB und Helene Weber-Preisträgerin Sabine Saam luden die CSU-Ortsverbände Litzendorf und Baunach zu einem Inklusionsfrühstück mit dem Experten Hubert Hüppe, MdB ein. Bei strahlendem Sommerwetter kamen 50 Teilnehmer in die barrierefreie Gemeindebücherei Litzendorf, um sich aus erster Hand zu informieren.

Wir haben einen „heißen Draht“ nach Berlin zum Thema „Inklusion und Teilhabe“ und konnten uns zu den Chancen, Grenzen und dem Sachstand der Inklusion in Deutschland austauschen. Das selbstverständliche Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung, gemeinsam spielen, lernen, arbeiten und wohnen – all dies beleuchtete Hüppe kompetent und im Austausch mit den Teilnehmern. Inklusion, erläuterte er, ist mehr als Rampen und Aufzüge für Gehbehinderte. Hier spannte er den Bogen sehr weit.  Mit seinen bildhaften und praxisnahen Ausführungen schaffte er es in kurzer Zeit,  das Auditorium für die unterschiedlichen Arten von Behinderung zu sensibilisieren. Auch ein Brillenträger sei ohne sein Hilfsmittel in der heutigen Zeit behindert.

Aufgrund vieler eigener Erfahrungen mahnte er an, dass Inklusion leider immer noch nicht der „Normalfall“ ist. Es werden aber täglich Fortschritte erzielt. Bei nahezu jedem Neu- oder Umbau eines öffentlichen Gebäudes wird nun auch ein Augenmerk auf die behindertengerechte Gestaltung gelegt. Denn, so Hüppe, Grundvoraussetzung für die Inklusion ist Barrierefreiheit. Zu oft verstecken sich die Verantwortlichen hinter Vorschriften oder vorgeschobenen Problemen. So zieht Hüppe das Fazit: „Wer Inklusion will, sucht Wege. Wer sie nicht will, sucht nach Begründungen.“

Inklusionsfrühstück 2015
Hubert Hüppe mit Sabine Saam, Andrea Weigler (CSU-Ortsvorsitzende Baunach) und Emmi Zeulner.

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Nachrichten am Ort

Seine eigenen Erfahrungen als Vater eines behinderten Sohnes flossen mit ein. Er ging umfassend auf das Menschenrecht „Teilhabe“ ein. Meinungsbildung darf nicht nur an den großen Schaltstellen der Macht in Berlin passieren, sondern auch vor Ort, bei den Menschen, bei den Betroffenen, bei den „Experten in eigener Sache“. Darauf ging Sabine Saam in ihrem Schlusswort ein. Andrea Weigler forderte, offener aufeinander zu zugehen und den eigenen Blick besser zu schärfen im Hinblick auf Barrierefreiheit. Die CSU schätzt den Sachverstand behinderter Menschen und hat einen Arbeitskreis ins Leben gerufen. Wer noch nicht im Forum der Menschen mit Behinderung ist, kann sich per Mail an forum-mmb (at) csu-bayern.de registrieren – zum diskutieren und mitarbeiten.

Sabine Saam

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  1. Myriam E. Michel 22. Juli 2015 at 11:17 - Antworten

    Inklusion und das vergessen Politiker leider heutzutage immer noch, ist auch, dass beruflich selbstständig tätige Menschen mit Behinderung die nötige Absicherung durch den Abschluss wichtiger Versicherungen im Falle einer Berufsunfähigkeit erhalten müssen. Solche Menschen, die das Wagnis eingehen, ihr Geld durch Selbstständigkeit zu erwerben, stehen im Falle eines gesundheitlichen Problemes noch fast ohne jegliche Möglichkeit der Absicherung da. Und was dann?

    Liebe Politiker, macht euch bitte daran und ändert das derzeit bestehende Antidiskriminierungsgesetz. Es gibt viele Menschen wie mich, die aber von dem momentan bestehenden Gesetz überhaupt nichts haben. Und ehrlich gesagt, dass ist auch ein Grund, warum ich mich in der heutigen Gesellschaft noch als Mensch mit Behinderung diskriminiert fühle…

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