Tobias Roppelt: Nicht nur kritisieren, sondern gestalten

Veröffentlicht am 13. Februar 2020 von Johannes Michel

Politik begeistert ihn schon immer. In den vergangenen Jahren absolvierte Tobias Roppelt, Bürgermeisterkandidat der Christlichen Bürgerschaft Baunach (CBB), bereits als dritter Bürgermeister der Stadt viele Termine. Nun will er Ekkehard Hojer als Bürgermeister nachfolgen. Über seine Ziele verrät er mehr im Interview.

18 Jahre lang war Ekkehard Hojer von der CBB Bürgermeister der Stadt Baunach. Wenn Sie auf diese Zeit zurückblicken: War es eine erfolgreiche Zeit für Baunach?

Definitiv. Baunach hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Trotz enormer Investitionen haben wir aktuell die geringste Pro-Kopf-Verschuldung seit 2002, also dem Amtsantritt von Ekkehard Hojer. Auch unser Ortsbild in Baunach und seinen Stadtteilen hat sich hervorragend entwickelt. Das ist schon eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Diese erfolgreiche Arbeit möchte ich gerne fortführen. Der neue Stadtrat übernimmt geordnete Verhältnisse. Man sieht hier auch deutlich, dass es keine Parteizugehörigkeit braucht, um gute Arbeit zu leisten. Es gibt im Landkreis Bamberg genauso viele freie wie CSU-Bürgermeister. Diese Kommunen stehen sicher nicht schlechter da. Baunach ist hier das beste Beispiel.

Was hat Sie bewogen, sich am 15. März zur Wahl zu stellen?

Weil ich nicht nur kritisieren, sondern gerne etwas bewegen und gestalten möchte. Besonders in der Kommunalpolitik sieht man konkret vor Ort, was man erreichen kann, um seine Heimatstadt weiter voranzubringen. Diese Erfolge motivieren mich. Ich bin jemand, der nicht nur redet, sondern handelt.

Haben Sie schon Erfahrung auf kommunalpolitischer Ebene oder in einem anderen Gremium?

Politik begeistert mich schon immer. Ich habe sehr früh angefangen, mich kommunalpolitisch zu engagieren, war erst Jugendbeauftragter, dann Stadtrat und in den vergangenen sechs Jahren stellvertretender Bürgermeister. Auch meine Tätigkeit als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht in Bayreuth macht mir sehr viel Freude.

Ohne Frage steht Baunach im Vergleich landkreisweit gut da. Was sind die Herausforderungen in nächster Zeit?

Es kommen insbesondere mit der Generalsanierung unserer Schule und dem Bau einer neuen Mehrzweckhalle finanzielle Kraftakte auf uns zu. Diese gilt es, durch eine vernünftige Finanzpolitik zu meistern. Der Erhalt und Ausbau unseres Wirtschaftsstandortes durch Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Förderung von Betriebserweiterungen und Ansiedlungen ist hier entscheidend.

Sehr wichtig ist mir auch ein aktiver Hochwasserschutz. Ereignisse wie im Juni 2016, als Baunach und insbesondere unsere Stadtteile Dorgendorf und Priegendorf nach Gewitter und Starkregen starke Schäden erlitten, dürfen sich nicht wiederholen. Wir haben hier mit einem Ingenieurbüro ein Sturzflutrisiko-Management erarbeitet, an dessen Ende konkrete bauliche Maßnahmen stehen, um solche Ereignisse zu verhindern. Diese müssen schnellstmöglich umgesetzt werden.

Auch der demografische Wandel wird uns beschäftigen. Wir brauchen hier mehr Angebote für unsere älteren Mitbürger. Mit dem Seniorenheim haben wir bereits den ersten Schritt gemacht.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die Stärken und Schwächen der Stadt?

Baunach ist ein lebendiger Ort, in dem es sich sehr gut leben lässt. Wir haben eine hervorragende Infrastruktur und bieten Angebote für alle Generationen. Eine große Belastung ist seit vielen Jahrzehnten sicher der enorme Durchgangsverkehr durch die Bundesstraße B279. Auch die Parkplatzsituation in unserem Ortskern ist nicht optimal. Hier müssen wir zeitnah Lösungsansätze finden.

Tobias Roppelt

Was wären, sollten Sie die Wahl gewinnen, Ihre „Herzensprojekte“?

Wir brauchen eine bessere Kommunikation zwischen Rathaus und Bürgern. Die Entscheidungen des Stadtrates müssen transparenter und nachvollziehbarer werden. Die Durchführung von Bürgerversammlungen und regelmäßigen Bürgersprechstunden sind für mich selbstverständlich. Ich möchte gerne ein kostenfreies Mitteilungsblatt für alle Haushalte als Informationsmedium, selbstverständlich auch online. Auch unsere Vereine werden hier profitieren. Ich stelle immer wieder fest, dass viele Bürger gar nicht wissen, was für vielfältige Angebote es in Baunach gibt. Eine stärkere Zusammenarbeit und Unterstützung unserer vielen Vereine mit ihren ehrenamtlichen Helfern ist mir ebenfalls sehr wichtig. Hier soll es einen regelmäßigen Austausch geben. Wir müssen das Ehrenamt mehr würdigen.

Nachrichten am Ort war gerade etwa ein halbes Jahr alt, als wir einen Termin in Baunach wahrnahmen, bei dem es um die Umgehungsstraße für die B279 ging. Das Staatliche Bauamt stellte damals Pläne für eine Umgehung im Westen vor und sah diese als einzige Alternative. Das war übrigens im Jahr 2012. Nun, acht Jahre später: Ist das Thema aus Ihrer Sicht tot oder was muss passieren, damit die Bundesstraße doch noch nach draußen verlegt wird?

Wir haben uns hier klar positioniert und kämpfen für eine Ortsumgehung! Diese muss im Osten von Baunach entstehen, um unser bestehendes Industriegebiet mit anzubinden und somit die Wohnqualität innerorts weiter zu erhöhen. Baunach kann sich nur Richtung Westen entwickeln, von daher würde eine Umgehung hier keinen Sinn machen. Außerdem haben wir in Baunach zu 80 Prozent Westwind, der den Lärm und Dreck wieder in den Ort bringen würde. Deshalb werde ich mich intensiv für eine Umgehung im Osten einsetzen. Ich kann genauso wenig wie die vorherigen Bürgermeister versprechen, dass jemals eine Umgehung gebaut wird, da die Baulast beim Bund liegt. Ich kann aber versichern, dass ich immer wieder auf diesen Missstand aufmerksam machen werde. Wir müssen mehr Druck auf die Behörden und unsere gewählten Vertreter in der Landes- und Bundespolitik aufbauen.

Zu den großen Diskussionen in Baunach gehörte auch die Umsiedlung des Pferdehofes. Kann die gefundene Lösung aus Ihrer Sicht überzeugen?

Der Stadtrat hat sich hier einstimmig für den jetzigen Weg ausgesprochen. Der Flächennutzungsplan ist von allen Trägern öffentlicher Belange geprüft worden und es gab hier keine Einwände. Der Ball liegt aktuell beim Verein Pferdepartner Franken, der einen genehmigungsfähigen Bebauungsplan vorlegen muss. Leider ist in der Vergangenheit bei diesem Thema sehr viel übereinander statt miteinander gesprochen worden, was auch zu großen Spannungen geführt hat. Dies möchte ich in der Zukunft gerne ändern.

Für die kommenden Jahre plant Baunach den Bau einer Mehrzweckhalle, die unter anderem die Schulturnhalle entlasten soll. Bürdet sich Baunach damit nicht für die Folgejahre hohe Mehrkosten auf – sowohl beim Bau als auch bei der Instandhaltung? Insbesondere, da schon das Bürgerhaus Lechner-Bräu vorhanden ist?

Wie bereits erwähnt steht Baunach finanziell sehr gut da. Wir haben gezeigt, dass wir Großprojekte meistern können. Die Instandhaltung der Lechner-Bräu ist durch die parallele Nutzung von Gewerbe überschaubar, da uns die Einnahmen aus der Vermietung dieser Flächen helfen. Das war auch immer das Ziel des Bürgerhauses – eine Verbindung von öffentlichen und gewerblichen Einrichtungen. Der Bau der Mehrzweckhalle soll nach dem Passivhausstandart durchgeführt werden, um die Unterhaltungskosten so gering wie möglich zu halten. Die Halle wird ein Mehrwert für unsere Stadt. Insbesondere unsere Sportvereine werden hier profitieren, da die jetzige Schulturnhalle völlig überlastet ist und es immer wieder zu Problemen bei der Belegung kommt.

In letzter Zeit wurden einige Neubaugebiete ausgewiesen. Die verbrauchen bisher brach liegende Flächen. Ist dies der richtige Weg für die Zukunft?

Wir brauchen einen gesunden Mix. Neben neuen Baugebieten in Baunach und den Stadtteilen muss das Schließen von Baulücken (Innen statt Außen) mehr in den Fokus rücken, um den Flächenverbrauch zu reduzieren. Es gibt fast 100 Bauplätze in privater Hand, auf die wir keinen Einfluss haben. Hier braucht es Angebote an die Eigentümer, um möglichst viele Lücken zu schließen. Seit Herbst 2019 können die Bürger der Mitgliedsgemeinden der Baunach-Allianz auch eine kommunale Förderung in Anspruch nehmen, wenn sie ein Haus im Altort sanieren. Hierdurch erhoffen wir uns, Leerstände zu vermeiden.

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Karin Eminger

Neben Ihnen stellen sich noch weitere Kandidaten zur Wahl. Ganz konkret: Warum sollten die Bürger Ihnen ihre Stimme geben?

Ich bin bereits sehr erfahren in der Kommunalpolitik. Mir sind die Abläufe im Verwaltungs- und Rathausalltag sehr gut bekannt. Mein Ziel ist und war es immer, Menschen zusammenzuführen, nicht zu polarisieren. Ich möchte das Gemeinsame stärken. Ein Vertreter für alle Bürger sein. Ich bin kein Lautsprecher, sondern jemand, der die Dinge ruhig und sachlich angeht. Baunach ist für mich eine Herzensangelegenheit!

„Bürgermeister“ bedeutet für mich, ein Kümmerer und Dienstleister zu sein. Der da ist für die großen und kleinen Anliegen in der Bevölkerung. Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine neue Generation von Politik. Modern, nachhaltig und zukunftsorientiert. Dafür stehe ich. Schreiben wir gemeinsam ein neues Kapitel Baunach!

Eine persönliche Frage noch zum Schluss: Was gefällt Ihnen an Baunach besonders? Haben Sie einen Lieblingsplatz?

Unsere Vielfalt an Vereinen mit ihren ehrenamtlichen Helfern. Sie sind enorm wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auch unsere Traditionen und Feste machen Baunach zu einer lebens- und liebenswerten Stadt. Ich fühle mich überall in Baunach und seinen Stadtteilen sehr wohl. Gerne bin ich mit meiner Familie in der Flur unterwegs und schaue auf unsere schöne Stadt.

Tobias Roppelt aus Baunach ist 37 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von drei und sieben Jahren. Seit seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann 1998 ist er in der Transport- und Logistikbranche tätig. davon die vergangenen neun Jahre als Dispositionsleiter. Er ist seit 18 Jahren kommunalpolitisch aktiv und seit 2014 stellvertretender Bürgermeister. Außerdem ist er ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht in Bayreuth und in vielen Vereinen aktiv. Bei der Kommunalwahl bewirbt er sich auch als Kreisrat für den Landkreis Bamberg auf der Liste 7 Bürgerblock, Platz 9.

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