Landratsamt kritisiert: So geht’s nicht in Sachen Holzlagerung!

Veröffentlicht am 20. März 2014 von Johannes Michel

Zwei Tage nach der Kommunalwahl traf sich der Baunacher Stadtrat zu seiner vorletzten Sitzung in „alter Besetzung“. Es ging verstärkt um das Thema Holzlagerung in Baunach und Dorgendorf und um die Nutzung des Bürgerhauses. Bürgermeister Ekkehard Hojer, am Sonntag wieder gewählt, dankte den Wählerinnen und Wählern und kritisierte den Wahlkampf einer Mitbewerberin.

Erster Tageordnungspunkt waren die geplanten Holzlagerhallen in Dorgendorf. Im Rahmen der Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes wurden die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange behandelt sowie Auflagen für die Eigentümer verabschiedet: Sie müssen fremdländische Gehölze (wie Thuja) entfernen, dürfen nur Brennholz für den privaten Gebrauch lagern und das Gelände nicht für Freizeitzwecke nutzen. Außerdem bleiben die Betriebszeiten für Motorsägen auf bestimmte Zeiten beschränkt, da die Wohnbebauung weniger als 200 Meter entfernt liegt.

Und auch in Baunach selbst war die Holzlagerung ein Thema. Das Landratsamt Bamberg beanstandete im Bereich Ellersgraben gelagerte Hölzer. Das sei nicht zulässig, da der Flächennutzungsplan hier eine landwirtschaftliche Grünfläche ausweise. Um die Lagerung zu „legalisieren“, ist nun die Anpassung dieses Flächennutzungsplans und die Ausweisung als Sondergebiet Holzlagerhallen notwendig. Die Kosten für diese Änderung müssen die Eigentümer übernehmen, ein Erfolg des Verfahrens gilt aber nicht als sicher, da die nächsten Wohnhäuser nur 70 Meter entfernt sind. Bei einer Gegenstimme stimmte der Stadtrat dennoch der beabsichtigten Änderung des Flächennutzungsplanes zur Legalisierung des Bestands zu.

Anzeige
Nachrichten am Ort

Fastenessen kann im Bürgerhaus stattfinden

Bereits mehrfach kam in Baunach die Diskussion zur Nutzung des Bürgerhauses durch Privatpersonen oder die Kirchengemeinde auf. Im Rahmen eines Fastenessens darf der Pfarrgemeinderat Baunach nun den Saal der Lechner Bräu nutzen, kostenfrei sei dies aber laut Satzung nicht möglich, so Bürgermeister Hojer. Auf Vorschlag von Stadtrat Reinhold Schweda (CSU) wurde die Nutzung dennoch als Einzelfallentscheidung genehmigt, die Kosten in Höhe von 200 Euro erhält der Pfarrgemeinderat als Spende im Rahmen der Fastenaktion von der Stadt wieder zurück. Falls das Standesamt nicht verfügbar sei, etwa bei Wahlen, kann der Konferenzraum im Bürgerhaus künftig auch für Eheschließungen genutzt werden. Über eine generelle Nutzung und mögliche Entgelte wird aber erst der neue Stadtrat entscheiden.

Gehwege werden abgesenkt

Hojer informierte in seinem Kurzbericht auch über die bald beginnenden Gehwegsanierungen. Darüber war im August 2013 auch im Stadtrat debattiert worden. Die Stadt habe Aufträge mit einem Volumen von 26.000 Euro vergeben, neben der Absenkung werden auch Bodenindikatoren zur Unterstützung und Hilfestellung von sehbehinderten und blinden Bürgern mit eingebaut. In den Pumpwerken der Stadt sollen nach und nach die Steuergeräte erneuert werden. Hierfür fallen Kosten von rund 20.000 Euro an. Außerdem wies Hojer auf die in Betrieb genommene Photovoltaikanlage auf dem Bürgerhaus Lechner Bräu hin.

Indikatoren für Blinde Tilman Kluge Wikipedia
Beispiel: So sehen Bodenindikatoren für Blinde aus.

Gleich zu Beginn der Sitzung hatte sich Hojer bei den Wählern für den deutlichen Vertrauensbeweis und seine Wiederwahl als Bürgermeister bedankt. „Das Ergebnis betrachte ich auch als eine Bestätigung, dass ich in den vergangenen zwei Amtsperioden den von Ihnen in mich gesetzten Erwartungen und Hoffnungen gerecht geworden bin und dass kein Stillstand geherrscht hat“, sagte Hojer. „Bei unserem Stadtrat Peter Großkopf bedanke ich mich für einen außerordentlich fair geführten Wahlkampf. Meiner anderen Mitbewerberin gebe ich nur mit auf den Weg, dass ich ihren Wahlkampf als Affront gegen den amtierenden Stadtrat, nicht gegen mit persönlich, sehe und empfehle ihr, die Augen aufzumachen und in Baunach anzukommen.“ Sein Dank ging auch an die 2. Bürgermeisterin Gudrun Stößel, die als Wahlleiterin fungiert hatte und ihren Stellvertreter Reinhold Schweda sowie an alle Mitarbeiter und Wahlhelfer, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt hatten.

Titelfoto: © Cathy Brinkmann / PIXELIO. Foto Indikatoren für Blinde: Tilman Kluge at the German language Wikipedia, NoppenKoeln2, CC BY-SA 3.0

3 Kommentare bisher. Haben Sie etwas dazu zu sagen?
Dann können Sie gerne ebenfalls einen Kommentar hinterlassen.
Kommentare geben die Meinung des Autors wieder, die Meinung der Redaktion
von Nachrichten am Ort muss damit nicht deckungsgleich sein.

  1. rainer Hoh 20. März 2014 at 14:26 - Antworten

    Die Kandidatin kam mir persönlich weng Arrogant rüber Zitat „sie wird Bürgermeisterrin in Baunach“…

  2. Gerhard Schlereth 21. März 2014 at 08:52 - Antworten

    Baunach steht immer noch an seinem Platz still und beschaulich

  3. dr russ,reinhold 29. März 2014 at 08:19 - Antworten

    obiger Artikel erschien nahezu wortgleich im FT,allerdings
    nur nahezu,denn es fehlte die passage ueber die aussage
    des buergermeisters zu seiner mitbewerberin.typisch FT,
    politikanschauung durch weglassen vermitteln,noch bedenklicher,falls jemand von der csu daran gedreht hat.

Gerne können Sie hier Ihren Kommentar zum Artikel hinterlassen.


Bitte geben Sie Ihren richtigen Namen (kein Pseudonym) an, ansonsten können wir Ihren Kommentar nicht veröffentlichen.
Ist dies Ihr erster Kommentar, erfolgt vor der Freischaltung zunächst eine Prüfung.
Für den Inhalt von Kommentaren ist die Redaktion nicht verantwortlich.
Indem Sie auf "Kommentar absenden" klicken, erlauben Sie uns, Ihre Daten (Name, E-Mail-Adresse, IP-Adresse und Kommentar) digital zu speichern und zu verarbeiten und Sie ggf. zu kontaktieren.
Zur Vermeidung von Spam-Kommentaren nutzt diese Webseite die Funktionen von Akismet. Mehr dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung unter dem Stichpunkt "Kommentare".