Monitoring soll Wasserverluste vermeiden

Bis zu 140.000 Kubikmeter Wasser verkauft die Stadt Baunach pro Jahr. Zwischen 10.000 und 12.000 Kubikmeter werden zusätzlich gefördert, gehen aber irgendwo im Leitungsnetz verloren. Wie können Probleme frühzeitig erkannt werden? Im Stadtrat ging es zudem erneut um den Pferdehof und auch um verkaufsoffene Sonntage mit Märkten.

„So gut wie alle Kommunen haben solche Probleme.“ Bürgermeister Tobias Roppelt berichtete in der Stadtratssitzung vom 1. Februar 2022 über Wasserverluste, die im Leitungsnetz auftreten. Pro Jahr sind das in Baunach mehr als 10.000 Kubikmeter. Mit SebaKMT gibt es vor Ort ein Unternehmen, dass sich solchen Problemen annimmt. „Unsere Stadt arbeitet seit vielen Jahren mit SebaKMT zusammen und würde die Zusammenarbeit mit diesem Global Player gerne intensivieren“, so Roppelt. Eberhard Schönhöfer, Gebietsverkaufsleiter Bayern, stelle die Möglichkeiten dann genauer vor.

Ein Auszug aus der Präsentation: So werden die Sensoren an den Wasserrohren angebracht. Quelle: SebaKMT

Grundlage des Konzeptes ist ein Monitoring über Sensoren und eine Software. Das Baunacher Trinkwassernetz würde in vier Zonen aufgeteilt, sieben Durchflussmessgeräte sowie 50 bis 60 Geräusch- und Drucklogger würden es überwachen. Das Ergebnis wäre eine permanente und automatisierte Überwachung des Netzes, wodurch frühzeitig Lecks erkannt werden und Wasserverluste damit minimiert werden könnten. Denn solche Lecks sorgen nicht nur für Verluste, das auslaufende Wasser kann auch Schäden an Straßen und Gebäuden anrichten, insbesondere bei unentdeckten Lecks. Größtenteils würden die Sensoren ohne Grabungsarbeiten angebracht, die Mitarbeiter der Baunacher Trinkwasserversorgung bekämen eine Schulung. Geplant ist die Umsetzung in drei Abschnitten, verteilt auf drei Jahre. Details zu den Kosten waren Thema in einer sich anschließenden nichtöffentlichen Sitzung.

Änderungen am geplanten Pferdehof

Auch der vorhabenbezogene Bebauungsplan „Sondergebiet Pferdehof“ hatte es auf die Tagesordnung geschafft. Aufgrund diverser Änderungen musste der Billigungs- und Auslegungsbeschluss vom 6. Juli 2021 aufgehoben werden (eine Gegenstimme). Bürgermeister Roppelt und Kai Kutzner von der Planungsgruppe Strunz stellten die Details vor: Unter anderem wird es zwei größere Heuraufen/Unterstände als Nebenanlagen (statt der bisher vorgesehenen drei kleineren Weidehütten und fünf kleineren Futterraufen) geben. Der „Round-Pen“ soll von 15 auf 18 Meter Durchmesser vergrößert werden und eine Überdachung erhalten. Auch diverse Änderungen bei Dachüberstand und -Neigung, eine geringere Hallenbreite und die Vergrößerung der Ausgleichsfläche wurden angesprochen.

So sieht der Bebauungsplan für den Pferdehof nach der Aktualisierung aus. Quelle: Planungsgruppe Strunz

Die Änderungen nahm der Stadtrat bei drei Gegenstimmen an, der erneute Billigungs- und Auslegungsbeschluss fand ebenfalls bei drei Gegenstimmen eine Mehrheit. Nun ist erneut eine öffentliche Auslegung durchzuführen. Erstmals zu sehen waren in der Sitzung auch Detailpläne von der Reithalle und der Gestaltung des Grundstücks.

So sehen die Reithalle in der Seitenansicht aus. Zum Vergrößern antippen oder anklicken. Quelle: Jochen Geisler

Märkte und „Im Tal“ in Dorgendorf

In den vergangenen beiden Jahren musste die Stadt Baunach den Weihnachtsmarkt absagen – 2021 recht kurzfristig. Um dem Einzelhandel und den Kunsthandwerkern etwas Gutes zu tun, sollen daher, zunächst in diesem Jahr, ein Frühlingsmarkt mit Pflanz- und Samentauschbörse (1. Mai) und ein Herbst- beziehungsweise Erntedankmarkt (18. September) stattfinden. Voraussetzung dafür ist eine Verordnung über die Freigabe dieser beiden Tage als verkaufsoffene Sonntage. Dies brachte der Stadtrat einstimmig auf den Weg.

Ebenfalls einstimmig wurde beschlossen, den Bebauungsplan „Im Tal“ in Dorgendorf aufzuheben. Auch hier ist eine Beteiligung der der Öffentlichkeit und der Behörden notwendig. „Nachteile für die Grundstücksbesitzer entstehen nicht, das Baurecht besteht nach wie vor“, erklärte Bürgermeister Roppelt. „Wenn wir wollen, dass unsere Baulücken geschlossen werden, müssen wir am Thema Aufhebung von Bebauungsplänen weiter dranbleiben.“ Hintergrund in Dorgendorf ist, dass der Bebauungsplan aus dem Jahr 1994, betroffen sind sechs Bauplätze, davon fünf noch unbebaut, strenge Vorgaben im Hinblick auf die Baugestaltung macht. Zielsetzung des Bebauungsplanes ist eine typische fränkische Bauweise (Erdgeschoss, steiles Sattel- oder Walmdach, ausgebautes Kellergeschoss, rote Dachziegeln, Holzzaun). Davon abweichende Bauweisen werden nicht zugelassen. Ein Bauantrag für eines der Grundstücke wurde vom Bau- und Umweltausschusses der Stadt im November 2021 positiv beschieden, obwohl aufgrund der modernen Bauweise zahlreiche Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans notwendig waren. Das Landratsamt als untere Bauaufsichtsbehörde hatte die Genehmigung allerdings verwehrt, da aufgrund der Vielzahl an Befreiungen die Grundzüge der Planung berührt seien. Als Ausweg schlug das Landratsamt die Aufhebung des Bebauungsplans vor.

Der bisherige Bebauungsplan „Im Tal“ in Dorgendorf. Lediglich das rechte Grundstück außen ist bislang bebaut. Quelle: Stadt Baunach

In seinem Kurzbericht informierte Bürgermeister Tobias Roppelt noch über einen weiteren Schritt in Sachen Transparenz. Über die Webseite und die App der Stadt stehe nun ein Energiemonitor zur Verfügung, der nahezu in Echtzeit die lokale Stromproduktion und den Stromverbrauch darstelle. Und: Seit 23. Januar hat die Stadtbücherei wieder regulär für Ausleihen geöffnet.

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