Wohnmobile: Neun Euro für 24 Stunden

Veröffentlicht am 9. September 2020 von Johannes Michel

„Da hätten wir in den vergangenen Jahren schon ordentlich Einnahmen erzielen können!“ Bürgermeister Tobias Roppelt ist sich sicher, dass es an der Zeit ist, endlich Gebühren für den Wohnmobilstellplatz unweit des Bahnhofs und des Sportzentrums des 1. FC Baunach zu erheben. Und die Stadträte waren sich schnell einig, selbst wenn die Gebühren zu einem Rückgang der Besucherzahlen führen sollten.

Ein Euro für acht Stunden Strom, ein Euro für 50 Liter Wasser, ein Euro für die Entsorgung des Abwasserbehälters. Mehr mussten Wohnmobilisten auf dem Baunacher Wohnmobilstellplatz bisher nicht bezahlen. „Der Platz wird sehr gut genutzt, teilweise sogar zu gut“, erklärte Bürgermeister Tobias Roppelt in der Stadtratssitzung am 8. September 2020 im Baunacher Bürgerhaus. „Wir verkaufen uns aber unter Wert. Denn der Stellplatz ist im Internet sehr gut bewertet.“ Roppelt betont auch, dass Baunach über jeden Besucher froh sei, dass die Situation aber so nicht bleiben könne. Denn der Bauhof sei sehr stark mit der Pflege des Bereichs eingebunden, mehrmals pro Woche müsse der Müll abgeholt werden. „Ohne Kontrolle und entsprechende Einnahmen können wir nicht weitermachen.“

Somit verabschiedete der Stadtrat zunächst eine Benutzungssatzung für den Stellplatz. Sie legt fest, dass die Höchstnutzungsdauer künftig bei drei Tagen liegen soll, bisher waren es zwei. Danach diskutierten die Räte über die Gebühren. Klar wurde: Unverändert bleiben sollen die Verbrauchs- und Entsorgungsgebühren, die über Automaten bezahlt werden – bei anderen Preisen wäre eine Umrüstung der Münzschlitze nötig. Von der Stadtverwaltung wurden sieben Euro für die Tagesnutzung vorgeschlagen, Stadtrat Luigi De Vita (CBB) meinte, aufgrund des gepflegten Platzes und der guten Lage wären auch neun Euro drin. Darauf einigten sich die Räte schließlich.

Für acht Wohnmobile ist der Stellplatz eigentlich ausgewiesen, wie das Schild verrät. Mit der neuen Satzung sollen es zwölf werden. Zum Zeitpunkt unseres Fotos am Abend des 8. September 2020 bevölkerten über 20 Wohnmobile den Stellplatz!

Geschäftsordnung und Medienpauschale

Und wie soll die Bezahlung der Standgebühr erfolgen? Ein Parkautomat koste schnell über 5.000 Euro, so Roppelt. Die Einstellung von Personal zur Eingangskontrolle oder auch das Aufstellen einer Schranke sollte möglichst vermieden werden, die Stadt wolle die Kosten niedrig halten. Daher sei der Anbieter „Parkster“ eine Option. Per App werde hier der Stellplatz gebucht und auch bezahlt, die Dienstleistungsgebühr des Anbieters betrage zehn Prozent. Bei neun Euro pro Tag würden damit bei der Stadt 8,10 Euro verbleiben. Unter Wohnmobilisten sei die App bereits zu großen Teilen bekannt, sie werde auch für die Bezahlung normaler Parkplätze angeboten.

Einstimmig entschied der Stadtrat abschließend, die Gebühren wie vorgestellt zu erheben und als Bezahldienstleister „Parkster“ zu nutzen. Die neuen Regeln sollen ab 1. Oktober 2020 gelten.

Der Tagesordnungspunkt „Erlass einer Geschäftsordnung für den Stadtrat der Stadt Baunach“ wurde auf die nächste Sitzung vertagt. Grund waren drei Ergänzungsvorschläge der Fraktion SPD/FBB, vorgetragen von Manuela Fößel. Diese, unter anderem erweiterte Kompetenzen für den Bauausschuss, sollen nun geprüft und im Oktober zur Abstimmung gestellt werden. Bürgermeister Roppelt erklärte zudem, er befürworte die Option, Stadtratssitzungen online live zu übertragen, momentan sei aufgrund der datenschutzrechtlichen Auflagen die Zeit aber noch nicht reif. Sehr wohl werde er das Thema aber weiterverfolgen, auch wenn es aktuell in der geplanten Geschäftsordnung noch nicht enthalten sei.

Ebenfalls einstimmig wurde beschlossen, jedem Stadtrat für die Wahlperiode 2020 bis 2026 eine Medienpauschale in Höhe von 300 Euro, insgesamt also 5.400 Euro, zu gewähren. Nachdem die Ladungen für die Sitzungen vollständig digital erfolgen, müssten die Stadträte auch technisch entsprechend ausgestattet sein. Im Gegenzug spare die Stadt sehr viel Papier, Druckertoner aber auch Arbeitszeit, die bisher für das Kopieren von Unterlagen angefallen sei, erklärte Bürgermeister Roppelt.


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