Die kommunale Jugendarbeit war ein zentrales Thema der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 20. Januar in Breitengüßbach. Jugendpflegerin Lena Kuchlbauer stellte ihre Arbeit im Rahmen des Jugendarbeitsmodells (JAM) vor und gab zugleich einen Ausblick auf die weitere Entwicklung. Auch ein Baugebiet in Zückshut war Thema.
Die Jugendarbeit in Breitengüßbach ist breit aufgestellt und reicht von offenen Treffangeboten über Ferienaktionen bis hin zu sozialräumlicher Arbeit und Einzelfallbegleitung. Feste Treffzeiten bestehen dienstags und donnerstags für Kinder, Teens und Jugendliche. Ergänzend findet einmal im Monat ein Jugendtreff im Ortsteil Zückshut statt. Neben klassischen Freizeitangeboten wie Bastelaktionen oder Spielen wurden auch Beratungen und begleitende Gespräche durchgeführt.
Ein sichtbares Projekt im vergangenen Jahr war die Umgestaltung der Dirtbike-Anlage in Unteroberndorf. Die Maßnahme wurde über die LAG Region Bamberg gefördert und fachlich begleitet. Zusätzlich wurde die Anlage mit einem Fahrradständer ergänzt. Weitere Aktionen richteten sich gezielt an unterschiedliche Altersgruppen, darunter die Teilnahme am Matschlauf des Landkreises oder ein generationenübergreifender Spielenachmittag in Kooperation mit dem Seniorenheim.
Jugendsprecherrat leistet den ehrenamtlichen Teil
Auch in den Ferien war die Jugendarbeit aktiv. Auf dem Programm standen unter anderem Ausflüge zum Bouldern, ein Besuch eines Basketballspiels in Bamberg sowie mehrere Kooperationsangebote mit dem Obst- und Gartenbauverein, etwa ein Beet im Pfarrgarten oder eine Kürbis-Schnitzaktion. Zahlen verdeutlichen den Umfang der Arbeit: Im Jahr 2025 wurden bei mehr als 130 Öffnungsterminen über 1.450 Besucherinnen und Besucher gezählt. Der Kidstreff verzeichnete im Durchschnitt 22 Kinder pro Termin, der Jugendtreff in Breitengüßbach etwa zehn Teilnehmende.
Eng mit dem JAM-Projekt verbunden ist das Jugendforum. Für die Wahlperiode 2025/26 gehören dem Jugendsprecherrat Florian Koslowski, Almuth Schmitt, Sophie Depser, Freya Merkel und Maria Hespelein an. Unterstützt wird die Arbeit unter anderem durch Simon Feikert, der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leistet und sowohl in der Offenen Ganztagesschule als auch in der Jugendarbeit eingesetzt ist. Im Zuge organisatorischer Änderungen ging die Trägerschaft des Jugendforums nun komplett auf die Gemeinde Breitengüßbach über, vorher war die Kirchenstiftung zu 50 Prozent mit im Boot. Aus dem Jugendforum heraus wurden zahlreiche Aktionen umgesetzt, darunter eine Lesenacht in der Gemeindebücherei, eine Beteiligung am Weihnachtsmarkt, Aktionen zum Faschingsumzug und eine Kanufahrt. Besonders hervorgehoben wurde im Gemeinderat die Lesenacht mit Übernachtung in der Bücherei, an der zuletzt 40 Kinder teilgenommen hatten – Dritte Bürgermeisterin Karin Schneiderbanger-Vogt (UBB), die auch die Bücherei leitet, war voll des Lobes für ein solches Angebot.
Der aktuelle Jugendsprecherrat. Quelle: Jugendforum Breitengüßbach
Für das Jahr 2026 kündigte die Jugendpflegerin als Schwerpunkt die Erarbeitung eines Schutzkonzepts für die offene Kinder- und Jugendarbeit an. Ziel sei es, Strukturen weiter zu festigen und sichere Rahmenbedingungen für alle Beteiligten zu schaffen. Zudem sind Anpassungen beim Treffangebot geplant.
Baugebiet „Steingasse West“
In einem weiteren Tagesordnungspunkt befasste sich der Gemeinderat mit der Erschließungsplanung für das Baugebiet „Steingasse West“ in der Gemarkung Zückshut. Bereits im September 2025 hatte das Gremium den städtebaulichen Vertrag genehmigt. Auf dieser Grundlage wurde die Entwurfs- und Ausführungsplanung durch die Planungsgruppe Strunz aus Bamberg erarbeitet und nun vorgestellt. Das Baugebiet ist als rein privates Vorhaben konzipiert. Vorgesehen sind fünf Bauplätze. Die Erschließungsstraße verbleibt ebenfalls in privater Hand. Am Gebietseingang ist eine Müllsammelstelle vorgesehen, damit Müllfahrzeuge nicht in das Baugebiet einfahren müssen. Am Ende der Straße ist ein Wendehammer geplant.
Für die Entwässerung sollen die einzelnen Grundstücke jeweils eigene Sickeranlagen mit Zisterne erhalten. Die Beleuchtung der Straße ist mit solarbetriebenen Leuchten mit Batteriespeicher vorgesehen. Die Gemeinde ist für diese Anlagen nicht zuständig. Der Gemeinderat genehmigte die Planung. In der Beschlussfassung wurde ausdrücklich festgehalten, dass sämtliche Baulasten sowie Unterhalts- und Verkehrssicherungspflichten im Bebauungsplangebiet beim Eigentümer beziehungsweise dessen Rechtsnachfolgern verbleiben. Der Beschluss fiel mit einer Gegenstimme.
Zusatzvereinbarung für gemeindeeigene Straßenleuchten
Auch eine Zusatzvereinbarung zum bestehenden Straßenbeleuchtungsvertrag mit der Bayernwerk Netz GmbH wurde getroffen. Der ursprüngliche Vertrag aus dem Jahr 2019 regelt Betrieb und Wartung der Straßenbeleuchtung, die überwiegend im Eigentum des Netzbetreibers steht. Inzwischen gibt es jedoch mehrere Lampen, die der Gemeinde selbst gehören, darunter Solarleuchten an der Querungshilfe des Geh- und Radwegs nach Zückshut sowie Leuchten in der Ortsmitte. Um auch für diese Anlagen eine geregelte Schadensabwicklung zu ermöglichen, wurde eine ergänzende Vereinbarung abgeschlossen.



