Hallstadt: Kindergartenplätze reichen nicht aus

Veröffentlicht am 13. Dezember 2019 von Johannes Michel

In der letzten Stadtratssitzung des Jahres 2019 hatte sich der Stadtrat in Hallstadt noch einmal mit einem schwierigen Thema zu befassen. Denn Besprechungen mit den Kindergartenleitungen haben gezeigt: Ab dem Kindergartenjahr 2020 fehlen Plätze. Aufgrund des engen Zeitfensters sind schnelle Lösungen gefragt. Außerdem ging es in der Sitzung um eine Theateraufführung der Theatergruppe auf dem Marktplatz.

Die Stadt Hallstadt investiert zurzeit viel in den Ausbau der Kinderbetreuung. So wird aktuell am Kindergarten St. Ursula in Dörfleins und am St. Franziskus Haus für Kinder in Hallstadt gebaut und erweitert. Bei dem jährlich stattfindenden Koordinationsgespräch zwischen Stadtverwaltung und den Kindergartenleitungen zeigte sich nun, dass schon ab dem Kindergartenjahr 2020, also in neun Monaten, etwa 28 Plätze in den Kindergärten fehlen, die Krippenplätze dagegen reichen aus. Da in den Kindergärten auch die so genannten Notplätze bereits belegt sind, muss die Stadt nun schnell handeln.

Bürgermeister Thomas Söder präsentierte daher im Stadtrat zwei Maßnahmen. Erstens soll der Kindergarten St. Ursula in Dörfleins einen dreigruppigen Betrieb gewährleisten. Durch Inbetriebnahme des ehemaligen Schulklassenzimmers mit der kleinen Schulturnhalle kann dort eine Gruppe betreut werden. Dazu sind einige Umbauarbeiten nötig, unter anderem muss ein Schallschutz eingebaut und neuer Boden verlegt werden. Kämmerer Markus Pflaum rechnet mit Kosten von ca. 10.000 Euro. Zweitens sollen weitere 20 Kinder in einem Modul betreut werden. Dieses könnte entweder im Pfarrer-Rössert- oder im St.-Anna-Kindergarten aufgestellt werden, der Standort steht noch nicht fest. Die Anschaffungskosten in Höhe von etwa 120.000 Euro übernimmt die Stadt.


Am Kinderhaus der AWO in Hallstadt wurde 2017 bereits ein Modul errichtet – hier die Ansicht des damaligen Plans. Quelle: Architekturbüro Paptistella

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Marktplatz wird zur Freilichtbühne

Für die Modullösung habe man sich aus Zeitgründen entschieden, so Söder. „Die Entwicklung, dass es wieder mehr Kinder gibt, ist für Hallstadt natürlich sehr erfreulich. Uns bleiben aber nur neun Monate, um zu reagieren.“ Solche Module, die schnell aufgestellt und auch über Jahre genutzt werden können, gibt es in Hallstadt bereits am St. Franziskus Haus für Kinder und am Kinderhaus Hallstadt der AWO. Stadtrat und zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf (BBL/FW) wünschte sich eine dauerhafte Lösung, die in den nächsten Jahren erarbeitet werden müsse. Er kritisierte zudem, dass der Stadtrat bei der aktuellen Erweiterung des St. Franziskus Haus für Kinder und des Kindergartens St. Ursula nicht weiter eingebunden worden sei. „Wir haben hier nie Pläne gesehen“, sagte Wolf. Die Stadt sei zwar für den Bau nicht verantwortlich, trage aber die Kosten. Stadträtin Rita Deusel (BBL/FW) meinte, dass eine Nutzung der Einliegerwohnung am Pfarrer-Rössert-Kindergarten eine Option für die Zukunft sei könnte. Der Beschluss, ein Modul zu beschaffen und aufzustellen, wurde einstimmig gefasst.

Eine Theateraufführung der Theatergruppe Hallstadt, die im Juni 2020 auf einer Freilichtbühne auf dem Marktplatz stattfinden soll, hatte ebenfalls ihren Weg in den Stadtrat gefunden. Die Kosten für Tribüne und Bühne übernimmt die Stadt. Die Bühne kann während der Zeit vom 22. Mai bis 22. Juni 2020 auch anderweitig genutzt werden – die erste Theateraufführung ist für den 11. Juni angesetzt. Die Theatergruppe zeigt ihr Paradestück „Der Brandner Kaspar“. Während Bühne und Tribüne stehen, ist keine Durchfahrt über den Marktplatz möglich, die Geschäfte bleiben allerdings erreichbar, da von beiden Seiten angefahren werden kann. Auch dieser Beschluss fiel einstimmig.

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