Kommunen sollten Vorreiter beim Artenschutz sein

Veröffentlicht am 27. Juni 2019 von Johannes Michel

Nicht mehr ganz so heiß wie am Vortag, aber dennoch um die 30 Grad hatte es am Vormittag des 27. Juni 2019, als im Zapfendorfer Ortsteil Lauf das Projekt „Fränkisch verwurzelt“ vorgestellt wurde. Die Regierung von Oberfranken hat es sich zur Aufgabe gemacht, unter anderem alte Bäume zu kartieren. Und dass Bäume für die Landschaft ungemein wichtig sind, zeigte sich allein schon in der Funktion als Schattenspender bei der Projektpräsentation.

Sie sind wichtig fürs Landschaftsbild, laden zum darunter Verweilen ein, tragen Früchte – Bäume sind vielfältig gefragt. „Wir gehen ja auch lieber in einer Landschaft mit Bäumen spazieren als in einer leer geräumten Landschaft“, meinte Gerhard Bergner von der Naturschutzbehörde der Regierung von Oberfranken. Zusammen mit Bürgermeister Volker Dittrich stellte er das Biodiversitätsprojekt „Fränkisch verwurzelt“ vor, bei dem landschaftsprägende Bäume im gesamten Gemeindegebiet in den kommenden Monaten kartiert werden sollen. „Es geht uns insbesondere um freistehende, alte und markante Bäume, genauso aber Obstreihen oder Streuobstwiesen in der offenen Kulturlandschaft“, so Bergner.

Nach der Kartierung durch ein beauftragtes Büro erfolgt eine Bewertung unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten. Jeder Baum wird also „porträtiert“ und bekommt eine Art Steckbrief. Mit den dann gewonnenen Daten soll erreicht werden, dass sich die Eigentümer, ob Gemeinde oder Privatpersonen, für den Erhalt der Bäume einsetzen. „Durch die Kartierung ergeben sich keinerlei Vorgaben, wie mit den Bäumen in Zukunft zu verfahren ist – wir wollen lediglich Empfehlungen aussprechen“, erklärte Bergner – und nahm damit möglichen Kritikern, die es wohl vorab im Gemeindegebiet gegeben hatte, den Wind aus den Segeln. Claudia Kühnel, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege vom Landratsamt Bamberg, wünschte sich vom Staat mehr Fördermöglichkeiten für die Eigentümer solcher Bäume – denn die gibt es nur, wenn das Baum etwa als Naturdenkmal eingestuft werden kann.


Termin im Schatten: Das Projekt wurde oberhalb des Gemeindeteils Lauf vorgestellt.

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Auch die Obst- und Gartenbauvereine werden beteiligt

Marianne Badura vom Büro blue! zeigte anschließend, wie ein Erfassungsbogen und das abschließende Baumporträt aussehen. Erfreut über das Projekt war auch Bürgermeister Volker Dittrich. Das Thema Biodiversität sei in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden, und gerade die Kommunen sollten beim Artenschutz eine Vorreiterrolle einnehmen. „Fränkisch verwurzelt“ könne dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Dittrich erläuterte auch, was sich in Zapfendorf in den vergangenen Jahren schon zu Themen wie Biodiversität oder Erhalt von Streuobstwiesen getan hat – von der Einrichtung der Obstsortenanlage in Lauf durch den Landkreis Bamberg im Jahr 1988 bis zur Eröffnung des zugehörigen Streuobstlehrpfades vor sieben Jahren.

Gerhard Bergner sah das ähnlich und lobte zudem das Engagement der lokalen Obst- und Gartenbauvereine, die, ebenso wie Gemeinde und Behörden, gute Vorarbeit für das Projekt geleistet hätten. Die Ergebnisse der Kartierung sollen zum Abschluss unter anderem der Gemeinde, den Obst- und Gartenbauvereinen und auch den Eigentümern der Grundstücke mit alten Bäumen ausgehändigt werden. Wer Bäume melden will, kann das direkt per E-Mail tun. Informationen dazu gibt es auf der Internetseite vom Markt Zapfendorf.


Für jeden Baum wir ein Steckbrief erstellt.

 

Weitere Fotos von der Projektpräsentation finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).

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