Kämmerin: „Umlage kennt nur eine Richtung.“

Veröffentlicht am 27. Januar 2020 von Johannes Michel

Das Haushaltsvolumen der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Baunach steigt erneut. Kämmerin Doris Müller informierte in der Gemeinschaftsversammlung über steigende Personalkosten aufgrund immer neuer Aufgaben sowie das Großprojekt Schulsanierung. Hier kommen auf die Mitgliedsgemeinden in den Folgejahren hohe Kosten zu.

In der Gemeinschaftsversammlung der VG Baunach stellte Kämmerin Doris Müller den Haushalt für das Jahr 2020 vor. Er hat einen Umfang von 4,4 Millionen Euro, davon entfallen 3,1 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt (laufende Kosten) sowie 1,3 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt (Investitionen). Das Volumen ist damit um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Damit steigen auch die Umlagen für die Mitgliedskommunen. „Die Verwaltungsumlage wird sich in keine andere Richtung mehr bewegen. Unsere VG hat immer mehr Aufgaben zu bewältigen, was insbesondere die Personalkosten nach oben treibt“, so Müller. Letztere betragen 2020 1,66 Millionen Euro, vor zwei Jahren waren es noch 1,32 Millionen Euro.

Die Generalsanierung der Schule in Baunach bleibt das größte Thema für die VG. Aktuelle Bestandsaufnahmen und Planungsarbeiten haben gezeigt, dass mit Kosten von rund 22 Millionen Euro zu rechnen sein wird. Bei laufendem Schulbetrieb soll die Sanierung in den Jahren 2021 bis 2028 durchgeführt werden. In einer eigenen Sitzung der Gemeinschaftsversammlung im September vergangenen Jahres gab es dazu bereits ausführliche Informationen. Im aktuellen Haushaltsplan finden sich für dieses Jahr 830.000 Euro für die Schulsanierung, 2021 dann 2,5 Millionen Euro, 2022 3,7 Millionen Euro und 2023 1,4 Millionen Euro. Um die Haushaltslage der Mitgliedsgemeinden nicht allzu stark zu belasten, wurde die Sanierung auf mehrere Jahre in Teilabschnitte gesplittet. Ebenso findet sich im Haushaltsplan ein Posten von 320.000 Euro für die Digitalisierung der Klassenzimmer und den Glasfaserausbau. Für sämtliche Maßnahmen rund um die Schule erhält die VG im Gegenzug hohe Fördergelder vom Freistaat Bayern.

Diese Bauabschnitte sind für die Generalsanierung geplant. Rot markiert: neu zu bauende Elemente.

Verschuldung steigt zwangsläufig

Im laufenden Haushaltsjahr wird die Verwaltungsgemeinschaft zudem Schulden tilgen (81.000 Euro) und die EDV-Umstellung im Rathaus voranbringen. Zur Finanzierung der Aufgaben wird aber eine Kreditaufnahme von rund 650.000 Euro nötig sein. Aktuell hat die VG Schulden in Höhe von 1,51 Millionen Euro, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 185,50 Euro. Zum 31.12.2023 rechnet Müller mit einer Verschuldung von 5,6 Millionen Euro.

Ihre Haushalsrede unterfütterte Müller mit einigen statistischen Daten. So lebten zum Stichtag (30. Juni 2019) 8.155 Menschen in den VG-Gemeinden (Baunach: 4.022, Reckendorf: 2.022, Lauter: 1.148, Gerach: 963), die Grund- und Mittelschule Baunach wird zurzeit von 387 Schülern besucht, Tendenz fallend. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren wurden noch 660 Schüler gezählt. Aus diesen Zahlen ergeben sich die Umlagen für die Kommunen. Als Verwaltungsumlage zahlen sie 216,80 Euro je Einwohner, als Investitionsumlage 4,60 Euro je Einwohner. Die Verwaltungsumlage für den Schulaufwand beträgt 1.803 Euro je Schüler, die Investitionsumlage für die Schule 209,80 Euro je Schüler.

Alle Beschlüsse zu Haushalt und Finanzplan (2020 bis 2023) fielen einstimmig.

Kreismusikschule soll einspringen

Einstimmig beschloss die Gemeinschaftsversammlung, an einer Bündelausschreibung zur Belieferung mit Erdgas für die Jahre 2022 bis 2025 teilzunehmen. Dies habe bisher gut funktioniert und der VG ordentlich Geld eingespart, so VG-Vorsitzender Ekkehard Hojer.

Diskutiert wurde unter Sonstiges noch über den Beitritt der VG im Rahmen der Baunach-Allianz zur städtischen Musikschule Ebern. Christian Albrecht erklärte hierzu, dass der Musikverein Baunach, der bisher die Musikerausbildung übernehme, dies bei aktuell 119 Kindern nicht mehr stemmen könne. Die Kreismusikschule Bamberg habe hierzu allerdings nach seinen Informationen nicht ausreichend Kapazitäten. Dem widersprachen Ekkehard Hojer und Manfred Deinlein. Der Landkreis betreibe eine Musikschule, die allen Kommunen offen stünde, diese seien auch finanziell beteiligt. Bei rechtzeitiger Anmeldung des Bedarfs sollte zum kommenden Schuljahr die Aufnahme von Schülern aus der VG kein Problem sein. Daher soll dies nun abgeklärt werden. Beim Beitritt zur Musikschule Ebern kämen auf die VG Kosten von etwa 26.000 Euro zu, sie würde damit doppelt zahlen – an den Landkreis Bamberg und die Stadt Ebern.

Titelbild: VG Baunach. Grafik: Kuchenreuther Architekten und Stadtplaner

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