Sinn oder Unsinn: Braucht es eine Querungshilfe?

Veröffentlicht am 3. August 2018 von Johannes Michel

Ende Februar war die sanierungsbedürftige Ortsdurchfahrt Unteroberndorf schon einmal Thema im Breitengüßbacher Gemeinderat. Nun wurde der Entwurfsplan vorgestellt. Die zentrale Frage für die Gemeinderäte war dabei: Soll es kurz nach der Abzweigung Maintalstraße eine Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer geben? Ganz einig wurde sich das Gremium dabei nicht.

Laura Kraus von Kaiser & Juritza Landschaftsarchitekten war am 31. Juli 2018 erneut im Gemeinderat zu Gast und präsentierte die Entwurfsplanung. Im Vergleich zur Vorplanung hat sich wenig geändert. Die Fahrbahnbreite soll von 8,5 auf 6,5 Meter sinken, die schmalen Gehwege verbreitert und kleine Grünflächen geschaffen werden. Die wichtigsten Ziele sind Verkehrsberuhigung und Neugestaltung von Randbereichen der bisher eher unattraktiven Ortsdurchfahrt. Die Baulast liegt dabei beim Staatlichen Bauamt, da es sich um eine Staatsstraße handelt. Für die Gehwege ist die Gemeinde Breitengüßbach zuständig.

Für den Bereich kurz nach der Abzweigung Maintalstraße (von Breitengüßbach kommend) stellte Kraus zwei Varianten vor. Beide beinhalteten dabei eine Verbreiterung des vorhandenen Rad- und Fußweges entlang der Straße von 1,8 auf 2,5 Meter. Nur in Variante 2 gab es eine Querungshilfe mitten in der Staatsstraße, so dass die von Zapfendorf kommenden Radfahrer wieder auf den Radweg, der dann auch über die Bahngleise führt, zurückgelotst werden können. Die Querungshilfe wäre Sache des Staatlichen Bauamts, für die Zuwegung aber wäre die Gemeinde verantwortlich.


Die Variante 2 zeigt die genaue Lage der Querungshilfe (zum Vergrößern anklicken).


An den Straßenrändern, hier rund um die Unteroberndorfer Kapelle, soll es kleine Grünflächen geben (zum Vergrößern anklicken).

Stützmauer für Fuß- und Radweg

Der Sinn der Querungshilfe wurde dabei nicht von allen Gemeinderäten anerkannt. Alexander Porst (SPD) meinte, sie sei an der Realität vorbei gedacht und bringe kaum Nutzen. „Ich verstehe die Notwendigkeit einer Querungshilfe an dieser Stelle nicht, wir befinden uns noch innerorts. Zudem fahren die Radfahrer schon mehrere hundert Meter auf der Staatsstraße und können sich dann links zum Abbiegen in die Maintalstraße einordnen. Ich befürchte daher, dass die Querungshilfe gar nicht angenommen würde“, so Porst. Es sei jedem zuzumuten, ein paar Meter weiter auf der Straße zu fahren. Andere Räte hingegen betonten den Sicherheitsaspekt, insbesondere für Rad fahrende Kinder. „Wir sollten daran denken, dass es irgendwann einen durchgängigen Radweg nach Zapfendorf geben wird. Dann wird sich der Radverkehr durch Unteroberndorf deutlich verstärken“, meinte etwa Christine Brehm (Freie Wählergemeinschaft Unteroberndorf).

Beschlossen wurde nach einer längeren Diskussion die Variante mit Querungshilfe (Abstimmungsergebnis acht zu vier). Da neben der Straße eine Stützmauer notwendig sein wird, macht das geschätzte Mehrkosten für die Gemeinde von etwa 100.000 Euro aus. Breitengüßbach hofft aber auf hohe Fördergelder, so dass sich diese Summe noch deutlich nach unten korrigieren könnte. Insgesamt kostet die Sanierung der Ortsdurchfahrt rund 1,5 Millionen Euro. Rund die Hälfte wird das Staatliche Bauamt für den Straßenbau übernehmen.


Der Gesamtplan in der Übersicht (zum Vergrößern anklicken).

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Nachrichten am Ort

Ganztagsschule wird für Gemeinde teurer

In einem weiteren Tagesordnungspunkt beschloss der Gemeinderat, sich einer interkommunalen Zusammenarbeit zum Thema Datenschutz anzuschließen. Die Übertragung der Aufgaben des behördlichen Datenschutzbeauftragten auf den Landkreis Bamberg im Rahmen einer Zweckvereinbarung ist gerade Thema in vielen Gemeinde- und Stadträten. Verlängert wurde der Kooperationsvertrag mit dem Verein iSo – Innovative Sozialarbeit e.V. für die Betreuung der offenen Ganztagsschule an der Grundschule. 96 Kinder sind für das kommende Schuljahr angemeldet. Durch eine neue Aufteilung der Gruppen (mehr Kurzzeit-, weniger Langzeitgruppen) steigen die Kosten für die Gemeinde, so dass iSo weniger staatliche Fördergelder erhält. Somit kostet die offene Ganztagsschule in der Grundschule der Gemeinde zukünftig etwa 10.000 Euro pro Jahr mehr. Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder freute sich, dass das Ganztagsangebote gut angenommen werde und auch aktuell keine Beschwerden der Eltern vorlägen.

Pläne: Kaiser Juritza Landschaftsarchitekten

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