Ein Spatenstich, der eigentlich ein Richtfest war

Die Bauarbeiten für die Verbesserung des Hochwasserschutzes in Hallstadt und Dörfleins haben schon vor einiger Zeit begonnen. Den symbolischen Spatenstich für das Millionenprojekt gab es nun trotzdem noch. Auch Bayerns Umweltminister war gekommen.

Es ist eine der größten Hochwasserschutzmaßnahmen in Oberfranken. Für rund 12,5 Millionen Euro wird aktuell der Schutz für Hallstadt und Dörfleins verbessert. Die Stadt Hallstadt muss 4,7 Millionen Euro von den Gesamtkosten zahlen, den Rest der Freistaat Bayern. Das Projekt war dringend notwendig geworden, um die Orte nicht nur vor einem hundertjährigen Hochwasser zu schützen, sondern auch den Klimaaufschlag von 15 Prozent berücksichtigen zu können. Denn die Schäden wären enorm, wie bereits vor sieben Jahren eine im Stadtrat gezeigte Simulation bewies – große Teile der Bebauung könnten überflutet werden.

„Im Mittelpunkt steht für uns der Schutz von Menschen und Arbeitsplätzen“, so Umweltminister Thorsten Glauber. Gerechnet werden müsse bei einer Überflutung mit einem Schadensvolumen von 75 Millionen Euro – „wir können Menschenleben aber nicht in Euros aufwiegen“. Daher sei das Projekt nun angegangen worden.

Die Details stellte Georg Seidl vom Wasserwirtschaftsamt Kronach vor. Von einer Erhöhung der Deiche, statischen Innendichtungen (Spundwänden) und Abflussrinnen im Bereich des Mains bis hin zu neuen und sanierten Mauern am Gründleinsbach oder eine Flutmulde im Bereich der Eisenbahnstrecke – an vielen Stellen wird aktuell gearbeitet. Wichtig waren Seidl auch die verschiedenen Maßnahmen, die über den eigentlichen Hochwasserschutz hinausgehen. An der Mündung des Gründleinsbachs in den Main entsteht eine Aussichtsplattform, die Deichkronen sind begehbar, als Ausgleich für den Bau eines Zuflusses zum Baggersee „Letten“ werden anderthalb Hektar Auwald neu gepflanzt. Die Deiche haben nach Abschluss der Arbeiten eine Gesamtlänge von fast vier Kilometern.

Georg Seidl vom Wasserwirtschaftsamt erklärte die Details anhand des Planes.

2022 soll alles fertig werden

Bürgermeister Thomas Söder bezeichnete die Verbesserungen ebenfalls als sehr wichtig für die Stadt. Gerade mit Blick auf die Ereignisse aus dem Sommer, etwa im Ahrtal. Einen besonderen Dank gab er an Altbürgermeister Erwin Braun weiter, der bereits vor vielen Jahren die Wichtigkeit einer Aufrüstung der Dämme erkannt habe. „Da war ich noch ein ganz junger Stadtrat, als das erstmals Thema einer Sitzung war.“ Braun erinnert sich auch noch an das katastrophale Hochwasser des Jahres 1967, das Anlass für den Bau der ersten Schutzmaßnahmen war.

Warten musste Hallstadt diesmal allerdings lange. Mehr als zwölf Jahre wurde über die Verbesserung beraten, es wurde geplant und immer wieder verschoben. Für das Frühjahr 2016 war der Baubeginn angedacht, es wurde 2019, schließlich 2021. Abgeschlossen werden sollen die Baustellen im kommenden Jahr. Bisher kamen die Arbeiten aufgrund der günstigen Witterung gut voran. Positiv ist, wie von allen Seiten betont wurde, dass auch die Zusammenarbeit passt. Denn solche Projekte, das erklärte auch Umweltminister Glauber, sind nur in Partnerschaft zwischen Kommune, Regierung und Wasserwirtschaftsamt möglich.


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