Mehr LEDs für Kemmern – auch im Ortskern

Auch die Gemeinde Kemmern reagiert auf die steigenden Stromkosten. Daher werden nun Lampen im Bereich der Ortskernsanierung mit LED-Leuchtmitteln ausgestattet. Und ein Blackout-Szenario war ebenfalls Thema im Gemeinderat.

429 Straßenlampen gibt es in Kemmern. Große Teile der Gemeinde wurden bereits auf LED umgerüstet, nun soll der Prozess beschleunigt werden. Und das bedeutet: Auch die Natriumdampflampen, die im Ortskern ein besonders warmes Licht verströmen, werden ausgetauscht und durch so genannte „LED Retrofit“ ersetzt. Noch im Juni hatte sich der Gemeinderat anders entschieden, um den besonderen Charakter, der durch die Ortskernsanierung geschaffen wurde, zu erhalten.

Anlass für die neuerliche Beschäftigung mit dem Thema Stromkosten waren ein Antrag von Gemeinderat Dr. Oliver Dorsch (Grüne) auf Umrüstung der Straßenbeleuchtung sowie die Ergebnisse der Bündelausschreibung des Bayerischen Gemeindetags, die die Strompreise für die Kommune für die kommenden drei Jahre festlegt. Fazit: Ab kommendem Jahr werden sich die Preise teilweise verzehnfachen (2023: 85 Cent, 2024: 60 Cent, 2025: 47 Cent). Somit wird Kemmern über 100.000 Euro pro Jahr mehr für Strom ausgeben müssen, wenn nicht gegengesteuert wird. Und eine dieser Möglichkeiten ist die weitere LED-Umrüstung.

Das Licht der Natriumdampflampe (links) im Vergleich zu einer LED Retrofit. Zwei Retrofit-Leuchtmittel sind in Kemmern bereits in der Breitengüßbacher Straße im Bereich des aktuellen Endes der Ortskernsanierung zum Test verbaut. Foto und Montage: Johannes Michel

Keine Abschaltungen

Einstimmig beschloss das Gremium daher, 107 Leuchten mit LED-Retrofit-Leuchtmitteln auszustatten sowie weitere 114 LEDs in vorhandene Kofferleuchten einzubauen. Bereits umgerüstet wurden 41 Langfeldleuchten. Die Umstellung kostet 55.000 Euro, es ergeben sich Einsparungen von um die 60.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr – so dass sich die Investition sehr schnell amortisieren wird. Ein dementsprechendes Angebot liegt der Gemeinde bereits vor, die Umrüstung soll im kommenden Jahr durchgeführt werden.

Diskutiert wurde auch über mögliche Komplett- oder Teilabschaltungen der Straßenbeleuchtung. Aufgrund des bayerischen Straßenwegegesetzes, aufgrund dessen die Kommunen verpflichtet sind, Straßen zu beleuchten und einen Fokus auf Gefahrstellen zu legen, standen die Gemeinderäte und auch Bürgermeister Rüdiger Gerst dem aber skeptisch gegenüber. Bei einer Komplettabschaltung zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens würde die Gemeinde weitere 35.000 Kilowattstunden Strom weniger verbrauchen.

Feuerwehrhaus als Anlaufstelle

Zu Gast in der Gemeinderatssitzung vom 27. Oktober 2022 war auch Feuerwehrkommandant Sebastian Ott. Er informierte, wie sich im Falle eines kompletten Ausfall der Stromversorgung die Situation in Kemmern darstellen würde. Eine Versorgung des Feuerwehrhauses als zentrale Anlaufstelle wäre eine gute Lösung, allerdings reichen die Notstromaggregate auf den Fahrzeugen dafür nicht aus. Nach kurzer Diskussion beschloss der Gemeinderat, zu Lasten des Haushaltsjahres 2023 ein geeignetes Aggregat anzuschaffen – die Kosten dafür dürften bei etwa 40.000 Euro liegen. Es ist allerdings mit längeren Lieferzeiten zu rechnen. Eine entsprechende Notstrom-Einspeisung ist im neuen Feuerwehrhaus bereits vorgesehen.

Ebenfalls auf Strom angewiesen ist das Schöpfwerk in der Mainstraße für die Hochwasser-Notfallentwässerung. Momentan hält das Wasserwirtschaftsamt hier ein Aggregat vor, das allerdings im Fall der Fälle auch von anderen Kommunen benötigt würde. Im Rahmen der Sanierung des Hochwasserdamms und des Schöpfwerks wird in Kürze aber ein eigenes Aggregat eingebaut.

Kläranlage außer Betrieb genommen

Seit dem 21. September sind Abwasserdruckleitung und Pumpwerk in Betrieb – die Kemmerner Kläranlage dagegen nicht mehr. Das Abwasser fließt seitdem nach Bamberg zur Kläranlage im Hafengebiet. „Wir warten nun noch auf die Abrissgenehmigung für unsere Kläranlage durch das Landratsamt“, so Bürgermeister Rüdiger Gerst. Am 8. November wird eine förmliche Inbetriebnahme erfolgen. Der Radweg zwischen Hallstadt und Kemmern müsse allerdings gesperrt bleiben, bis der Rückbau der Kläranlage abgeschlossen ist, so Gerst. Hierfür muss aber, nach der Genehmigung durch das Landratsamt, erst einmal die Ausschreibung erfolgen. Gemeinderat Jochen Förtsch (ZfK) äußerte daher Unverständnis, warum nicht eine zwischenzeitliche Freigabe möglich sei.

Lesetipp: Einen weiteren Artikel zu Themen der Sitzung vom 27. Oktober 2022 finden Sie hier …

5 Kommentare

  1. Ich vermisse in der Berichterstattung zwei Punkte,die doch einen großen Zeitrahmen in der Sitzung eingenommen haben:
    1.Der Vanadalismus in der Turnhalle verbunden mit der willkürlichen Sperrung durch den 1.Bürgermeister ohne Rücksprache mit den Vereinen und der VHS.
    2.Die angekündigte Schließung der Schulturnhalle zwecks energetischer Sanierung Ende Dezember/Anfang Januar. Es ist mir nicht nachvollziehbar, wie dieser Termin genannt werden kann, wenn noch nicht einmal eine Ausschreibung erfolgt ist.

  2. Trotzdem wirkt es befremdlich, wenn sich relevante Teile einer Sitzung mit teilweise kontroversen Beiträgen nicht in einem Bericht darüber wiederfinden – hatte der Bürgermeister noch keine Zeit den Bericht zu schreiben – oder benötigt der Bericht eine besondere „Abstimmung“.
    Es bleibt ein fader Nachgeschmack.

    1. Der fade Beigeschmack ist eher, dass hier Dinge unterstellt werden. Tatsächlich werden die Berichte hier von den genannten Autorinnen und Autoren geschrieben. Seien Sie doch einfach gespannt auf den Artikel.

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