2x „Stefan“: Zwei weitere Bürgermeister-Kandidaten für Zapfendorf

Nach Matthias Schneiderbanger (CSU) und Hans-Jürgen Einwag (Vereintes Umland) haben sich zwei weitere Kandidaten gefunden, die bei der Kommunalwahl im März um das Amt des Bürgermeisters kämpfen wollen. Für die SPD tritt Stefan Fischer aus Lauf an, die Freien Wähler sind mit Stefan Kabitz erstmalig auch in Zapfendorf vertreten. Bei nun vier Kandidaten ist eine spannende Wahl garantiert…

Straßenausbaubeitragssatzung ist der SPD ein Dorn im Auge.

Die Anwesenden der Nominierungskonferenz der SPD Zapfendorf wählten Stefan Fischer einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten. Der gebürtige Lichtenfelser ist Diplomingenieur (FH) und arbeitet als Teamleiter bei der Telekom. Seit 1995 wohnt er im Zapfendorfer Ortsteil Lauf. Als Marktgemeinderat ist er kommunalpolitisch bereits versiert und mit den aktuellen Themen und Aufgabenfeldern vertraut. Zur Politik und in die SPD kam er über sein Engagement im Vorstand der Bürgerinitiative gegen die Holzmüllverbrennungsanlage in Zapfendorf. „Die SPD war damals die einzige Fraktion im Marktgemeinderat, die uns unterstützt hat“ sagte er. Innerhalb der Kommune ist er in weiteren Funktionen ehrenamtlich engagiert. Als dreifacher Familienvater war er jahrelang im Elternbeirat des Kindergartens Sankt Franziskus tätig. Anlässlich des zehnjährigen Kindergarten-Jubiläums gründete sich die „Elternband“, in der er die E-Gitarre spielt und inzwischen seit über zehn Jahren bei der Gestaltung von Familiengottesdiensten mitwirkt. Unmittelbar nach der Gründung übernahm er die Leitung des Agenda Arbeitskreises Umwelt, inzwischen in enger Kooperation mit dem Arbeitskreis Wirtschaft. Mit Hilfe des gesamten Agenda-Teams konnte er seine Idee eines Agenda-Tages in Zapfendorf realisieren, der inzwischen seit mehr als zehn Jahren im zweijährigen Turnus stattfindet. Für den Ortskulturring dokumentiert er alljährlich den Faschingsumzug und stellt die Filmaufzeichnungen kostenfrei zur Verfügung.

Stefan Fischer SPD Zapfendorf 2014
Stefan Fischer

Als Bürgermeister sieht er zwei aktuelle Schwerpunkte, denen er sich stellen will. Dies sind einerseits der Bau der ICE-Trasse und die damit verbunden Bahnquerungen. Und andererseits die derzeit gültige Straßenausbaubeitragssatzung, die in der letzten Legislaturperiode mit der Mehrheit des Gemeinderats – gegen den Widerstand der SPD-Fraktion – beschlossen wurde. Durch den Erlass der Satzung sei in der Gemeinde viel Unfrieden entstanden. Hier müssten für die Zukunft bürgerfreundliche Lösungen gefunden werden.

„Wir brauchen eine starke Opposition“, appellierte auch Karl-Heinz Übelacker, 24 Jahre lang SPD-Gemeinderat in Zapfendorf, an die Anwesenden. Es seien viele durch die große Hausmacht des Bürgermeisters entstandene Entscheidungen zu überarbeiten. „Wir haben die Straßenausbaubeitragssatzung jahrzehntelang verhindert“, erinnerte Übelacker.

Nach einer ausführlichen Diskussion über die Platzierungen wählten die Anwesenden im Anschluss die Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeinderatswahl. Auf der SPD-Liste für die Gemeinderatswahl stehen die Kandidaten in der folgenden Reihung: Stefan Fischer, Dagmar Raab, Rainer Stix, Maria Fritzsche, Alexander Topfstedt, Steffen Paulik, Mario Raab, Reinhold Fritz, Jens Paulik, Eustachius Stößel, Teresa Fischer, Peter Diller, Wolfgang Mayer.

Dagmar Raab

 

Ein Bürgermeister im „Glasrathaus“ mit großen Ohren und großen Händen.

Zum ersten Mal treten bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 auch die Freien Wähler in Zapfendorf an. Stefan Kabitz, der vielen Bürgern durch seine Aktivitäten in Sachen Ortskulturring, Faschingsumzug und der Bürgerinitiative „Das bessere Bahnkonzept“ bekannt ist, tritt als Bürgermeisterkandidat an. Bei der Nominierungsversammlung, die allerdings nur schwach besucht war, wurde Kabitz einstimmig gewählt.

Wahlleiter Hans Bramann freute sich, dass sich in Zapfendorf eine weitere geeignete Person für das Amt gefunden habe. „Für viele ist es heute schwierig, sich in die Öffentlichkeit zu begeben. Wir als Freie Wähler wollen keine Farbenspiele in der Politik, wichtiger sind gute Ideen, die dann auch mehrheitsfähig sind.“ Unterstützt wurde Kabitz auch von Bruno Kellner, Bürgermeister in Rattelsdorf und Landratskandidat der Freien Wähler. „Die Freien Wähler tun der Politik gut. Nicht zu Unrecht finden sich viele Freie Wähler bereits in den Kommunalparlamenten wieder“, so Kellner.

Stefan Kabitz Freie Wähler Zapfendorf 2014
Stefan Kabitz

Stefan Kabitz, der 2002 schon einmal als Bürgermeisterkandidat antrat, damals für die SPD, bezeichnete Zapfendorf als „lebenswert“. „Ich möchte Zapfendorf etwas aufmischen. Bis ich den Ortskulturring als Vorsitzender übernahm, war er fast ausgestorben. Die Pfarrgemeinde stelle keinen Kirchweihbaum mehr auf, der Faschingsumzug hatte seine besten Jahre hinter sich. Heute stehen wir wieder gut da.“ Symbolisch brachte Kabitz noch ein Beispiel, wie er sich seine Arbeit als Bürgermeister vorstellen könnte: „Würde ich einen Faschingswagen zur Wahl bauen, wäre darauf ein Mensch zu sehen, der in einem gläsernen Rathaus sitzt, große Ohren zum Zuhören und große Hände zum Umsetzen hat. Wir dürfen die wichtigen Dinge künftig nicht mehr in der stillen Ecke aushandeln.“

Die Gemeinderatsliste der Freien Wähler besteht, neben Kabitz, aus vier weiteren Personen: Zur Wahl stellen sich Michael Hacker, Maria Eichelsdörfer, Patrick Söllner und Klaus-Josef Hälterlein.

Johannes Michel
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