Elektrifizierung, Immobilien, Förderprogramme

Veröffentlicht am 17. Januar 2019 von Johannes Michel

1901: Georg Jäger baut das Baunacher Elektrizitätswerk. Im geschichtlichen Überblick der Stadt Baunach findet sich dieser Eintrag. Ein Vierteljahrhundert, bevor andere Dörfer und Städte im Umkreis mit Strom versorgt wurden, war das in Baunach schon möglich. Nun wird eine Straße nach ihm benannt. In der Stadtratssitzung spielte außerdem die Baunach-Allianz wieder eine wichtige Rolle.

Die Stadtchronik dokumentiert es. Baunach besaß die früheste Stromversorgung in der Region, abgesehen von der Stadt Bamberg. Müller und Bürgermeister Georg Jäger investierte hierfür viel Eigenkapital. Zunächst wurden zum Beispiel die Apotheke und der Obleyhof ans Netz angeschlossen, weitere Gebäude kamen dazu, etwa Kirche und Pfarrhaus. Auch eine elektrische Straßenbeleuchtung gab es in der Folge. Erst nach dem Ersten Weltkrieg, etwa in den Jahren 1920 bis 1924, begann dann das Überlandwerk mit der Versorgung auch anderer Kommunen im Umkreis.

Für diesen wichtigen Einsatz für die Stadt Baunach wird es bald eine „Georg-Jäger-Straße“ geben. Liegen wird sie im Westen der Stadt im Neubaugebiet Langmeh II. Die Entscheidung des Stadtrates fiel einstimmig. Stadträtin Sabine Saam (CSU) regte an, sich künftig auch nach für die Stadt wichtigen Frauen umzuschauen, da bei den Straßennamen die Männer bislang dominieren.

Immobiliendatenbank für die ganze Baunach-Allianz

In den Friedhöfen Reckenneusig und Baunach stehen größere Arbeiten an. In Reckenneusig soll eine Urnengemeinschaftsanlage mit Stele und 16 Urnenröhren eingerichtet werden. Einstimmig beschloss der Stadtrat, dies so auszuführen. Für Baunach wurde die Entscheidung zunächst vertagt. Im unteren Bereich des Friedhofes sind insgesamt 90 Urnenplätze geplant. Da das Gelände sehr abschüssig ist, sehen die Planungen bisher eine 40 Meter lange und zweieinhalb Meter hohe Stützmauer vor. Verschiedene Stadträtinnen und Stadträte wünschten sich, hierfür nach einer Alternative zu suchen. Nun wird sicher erst einmal der Bauausschuss mit dem Thema beschäftigen müssen.

So sah der Entwurf für die bislang ungenutzten Bereiche des Friedhofs von Kreisfachberaterin Claudia Kühnel aus. Die Einzelgräber, im Bild zwischen den beiden Bäumen in der Mitte, sollen erst einmal nicht verwirklicht werden. Quelle: Claudia Kühnel
Die Baunach-Allianz, der alle Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft Baunach angehören, entwickelt sich mit neuen Ideen immer weiter. Allianz-Manager Felix Henneberger stellte in der Stadtratssitzung vom 15. Januar 2019 die „Erstellung eines gemeindeübergreifenden Kernwegenetz-Konzepts“ sowie kommunale Förderprogramme und eine Immobiliendatenbank vor. Das Konzept für ein Kernwegenetz soll dafür sorgen, dass vorhandene Straßenverbindungen erhalten und ausgebaut werden. So sind beispielsweise viele landwirtschaftliche Wege nicht für die heutigen großen Fahrzeuge geeignet (Breite, Fahrzeuggewicht). Das Konzept ist notwendig, um bei notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen Fördergelder abrufen zu können. Für die gesamte Allianz soll die Erstellung um die 30.000 Euro kosten. Auch sie wird gefördert, so dass am Ende Kosten von ca. 8.750 Euro übrigbleiben werden.

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Für (künftige) Bürgerinnen und Bürger deutlich interessanter sind das kommunale Förderprogramm und die Immobiliendatenbank. Die Einrichtung der Datenbank wurde bei drei Gegenstimmen bereits beschlossen – sie soll insbesondere leerstehende Gebäude möglichen Interessenten zugänglich machen. Die Daten dazu wurden bereits erfasst, sind aber aktuell nur in der Verwaltung der VG Baunach abrufbar. Bald sollen sie nun auch im Internet verfügbar sein „Wir erfinden hier kein neues System, sondern greifen auf Erfahrungswerte etwa aus der Hofheim-Allianz zurück“, erklärte Bürgermeister Ekkehard Hojer.

Das Förderprogramm ist ein weiterer Baustein, um die Ortsmitten zu stärken. Hier sollen Fördergelder für den Erhalt von Gebäuden an die Bauherren ausgezahlt sowie Bauberatungen angeboten werden. Bei zwei Gegenstimmen fällte der Stadtrat den Beschluss, diesen Weg einzuschlagen. Über Förderhöhen und so weiter wird noch zu verhandeln sein. Felix Henneberger wünschte sich, genauso wie dritter Bürgermeister Tobias Roppelt (CBB), ein einheitliches Förderprogramm für die gesamte Allianz – auch wenn, dies, so Roppelt, aufgrund der unterschiedlichen Finanzstärke der Kommunen schwierig werden dürfte.

Hölzerne Männer: Zentscheune auch vom Denkmalschutz akzeptiert

In seinem Kurzbericht informierte Bürgermeister Hojer noch über die Zentscheune. Dort sollen die Hölzernen Männer untergebracht werden. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege war nun zu einem Ortstermin da, auch die Denkmalschutzbehörde des Landkreises stimmte zu, wenn die bisherigen Anregungen des Architekturbüros Brückner & Brückner einfließen.

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