Bald fährt der Verkehr auf der neuen Brücke

Veröffentlicht am 23. September 2020 von Johannes Michel

Wer regelmäßig die Autobahn A73 zwischen Bamberg und Breitengüßbach befährt, wird in den vergangenen Monaten eine deutliche Veränderung bemerkt haben: Neben der Engstelle über die Autobahnbrücke bei Kemmern ist die erste der beiden neuen Brücken über die Bundesstraße und die Bahnstrecke entstanden. Der schwungvolle Bogen der Konstruktion ist auch von Breitengüßbach deutlich zu erkennen. Wie geht es mit der Baustelle weiter?

Halbzeit. Volker Lauterbach, Projektleiter für den Neubau der Autobahnbrücke, erklärt vor Ort, wie es um die Baustelle bestellt ist. Ende 2018 erfolgte der Baubeginn, im Februar 2019 wurde dann der Verkehr auf eine Seite der Brücke umgelegt. Im März 2019 wurde, während die Eisenbahnstrecke für wenige Tage gesperrt war, der Brückenteil Richtung Breitengüßbach abgerissen. Und nun? Mittlerweile befindet sich der erste Teil der Baustelle kurz vor dem Abschluss. Im November dieses Jahres soll der Verkehr dann über die neue Brücke rollen, so dass der Brückenteil auf Kemmerner Seite abgerissen werden kann. Dies, so Lauterbach, sei für Januar 2021 geplant. Dann wird auch hier die gleiche Stahlkonstruktion errichtet wie gleich daneben. Im März 2023 sollen die Bauarbeiten dann beendet sein.

Aber warum die geschwungene Konstruktion? Rüdiger Gerst, Kemmerns Bürgermeister, weist noch einmal auf das Anliegen seiner Gemeinde hin, die Lärmbelastung deutlich zu reduzieren. Genau aus diesem Grund wurde die Brücke mit integriertem Lärmschutz geplant, der „Schwung“ mit in der Mitte eingesetzten Glasscheiben soll einen Großteil des Lärms erst gar nicht Richtung Wohnbebauung durchlassen. Auch Sigrid Reinfelder, Breitengüßbachs Bürgermeisterin, wünscht sich, dass dieses Konzept funktioniert – und freut sich, dass die filigrane Gestaltung auch optisch einiges hermacht.

Noch fehlt der Teer. Die Glaselemente wurden Anfang September montiert.

Die perfekte Welle?

Lobende Worte für die Ingenieurleistung finden beim Ortstermin viele. Die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner ist sich gar sicher, dass die Brücke eine der schönsten Brücken in Oberfranken wird. Und Volker Lauterbach ist ebenfalls begeistert, nennt das Bauwerk „die perfekte Welle“. Bisher, so berichtet er, funktioniere die Baustelle sehr gut, auch die Verkehrssituation sei im Griff. Natürlich komme es, gerade auch durch die einspurige Durchfahrt unter der Brücke, immer mal wieder zu Überlastungen – allerdings nur zeitweise. Probleme aufgrund der Corona-Situation habe es bisher keine gegeben, die Bauarbeiten seien voll im Zeitplan.

Nachdem im September die Glaselemente montiert wurden, stehen nun noch Asphaltierungsarbeiten auf der Brücke selbst an. Wie die Arbeiten vorangehen, kann Lauterbach übrigens direkt aus dem Büro der Bauleitung sehen. Denn dieses befindet sich nur wenige Meter entfernt im Westring von Breitengüßbach, wo auch die Bahn im Containerpark die ICE-Baustelle koordiniert.

Vom Westring in Breitengüßbach aus ist die Brücke deutlich zu erkennen.

Die neue Brücke (beide Bauwerke, das jetzt fertiggestellte und das demnächst zu errichtende) im Detail:
Länge: 140 Meter
Bauart: Stahlverbundbauweise
benötigter Stahl: 2.840 Tonnen
benötigter Beton: Überbau 2.600 Kubikmeter, Unterbau 4.000 Kubikmeter
Kosten: Brücke 35 Millionen Euro, Strecke 5 Millionen Euro


Viele Fotos von der Brückenbaustelle zur „Halbzeit“ im September 2020 finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).


Infos, soziale Netzwerke, eventuell ähnliche Beiträge und mehr:

1 Kommentar bisher. Haben Sie etwas dazu zu sagen?
Dann können Sie gerne ebenfalls einen Kommentar hinterlassen.
Kommentare geben die Meinung des Autors wieder, die Meinung der Redaktion
von Nachrichten am Ort muss damit nicht deckungsgleich sein.

  1. Tilman Daum 24. September 2020 at 07:18 - Antworten

    Zur 1. Bildunterschrift: „Noch fehlt der Teer. Die Glaselemente wurden Anfang September montiert.“

    In Deutschland wird schon seit Ende 1970 kein TEER mehr für den Straßenbau eingesetzt. Seit Ende der 80er Jahren sind teer- und pechhaltige Mischgute sogar ganz verboten, da bei der Herstellung und beim Einbau von heißem teer- und pechhaltigem Mischgut, giftige Dämpfe entstehen:
    Das Zeuch heißt richtig: ASPHALT.

Gerne können Sie hier Ihren Kommentar zum Artikel hinterlassen.


Bitte geben Sie Ihren richtigen Namen (kein Pseudonym) an, ansonsten können wir Ihren Kommentar nicht veröffentlichen.
Ist dies Ihr erster Kommentar, erfolgt vor der Freischaltung zunächst eine Prüfung.
Für den Inhalt von Kommentaren ist die Redaktion nicht verantwortlich.
Indem Sie auf "Kommentar absenden" klicken, erlauben Sie uns, Ihre Daten (Name, E-Mail-Adresse, IP-Adresse und Kommentar) digital zu speichern und zu verarbeiten und Sie ggf. zu kontaktieren.
Zur Vermeidung von Spam-Kommentaren nutzt diese Webseite die Funktionen von Akismet. Mehr dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung unter dem Stichpunkt "Kommentare".