Notunterkunft: Hohe Investitionen wären die Folge

Käme das Stolbinger-Anwesen als Notunterkunft in Frage? Wie steht es um die weitere Planung in Sachen Sanierung der Ortsdurchfahrt? Und wie lassen sich die Auswirkungen von Starkregen minimieren? Die Gemeinderatssitzung in Reckendorf hatte durchaus interessante Themen zu bieten …

Bis zu 60.000 Euro müsste die Gemeinde Reckendorf investieren, um die Wohnungen im Stolbinger-Anwesen als Notunterkunft bereitstellen zu können. Es wäre einiges zu tun: Die Wohnungen müssen grundgereinigt werden, es braucht neue Küchenmöbel und -Geräte, die Ölheizung hat neue Pumpen nötig, ein Waschmaschinenanschluss fehlt und die Elektrik ist zu verbessern. Auch ein Treppengeländer zum Wohnungsbereich sowie Absperrungen zu Bereichen, die nicht betreten werden dürfen, sind anzubringen. „Wir haben die Wohnungen als mögliche Notunterkunft beim Landratsamt gemeldet, eine direkte Anfrage gab es bisher aber nicht“, erklärte Bürgermeister Manfred Deinlein.

Und: Nachdem die Gemeinde Fördergelder für den Erwerb bekommen hat, müssten die Einnahmen gegengerechnet werden, wären also förderschädlich. Einstimmig entschied der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 14. September 2022 daher, von einer Nutzung als Notunterkunft abzusehen.

Hauptstraße und Priegendorfer Weg

Die Ortsdurchfahrt Reckendorf soll erneutet werden. An sich gäbe es dazu nichts Neues zu vermelden, so Deinlein. „Wir warten aktuell auf die konkrete Planung an der südlichen Ortseinfahrt, um in die Grundstücksverhandlungen eintreten zu können.“ Aus den Reihen des Gemeinderats gab es aber zwei Nachfragen. Erstens: Hartwig Pieler (CSU) wollte bezüglich der Verlegung neuer Wasserleitungen wissen, wie das zu handhaben sei. Wenn sich der Wasserzweckverband auflöse, sei die Gemeinde dann der Rechtsnachfolger? Deinlein bestätigte dies und erklärte, das habe zum Beispiel bei Fördergeldern keine Auswirkungen. Zweitens: Markus Sippel (WBFW) fragte, ob an Leerrohre gedacht werde, um Glasfaseranschlüsse einzubringen. Deinlein informierte hierzu, dass es eine Besprechung mit den anderen Bürgermeistern der Verwaltungsgemeinschaft gegeben habe. Nachdem die Telekom ohnehin ausbauen werde, habe man vom Abschluss eines Vertrages mit einem anderen Anbieter abgesehen. Wie bei jeder Tiefbaumaßnahme würden auch hier Leerrohre mit eingeplant.

Verbessert werden soll der Hochwasserschutz bei Starkregenereignissen am Priegendorfer Weg. Dazu werden Regenrückhaltebecken hergestellt. Die Erdarbeiten sollen ausgeschrieben werden, weiteres kann der Bauhof durchführen. Auch eine Ausgleichsfläche (Streuobstwiese) soll entstehen. Noch ist aber eine Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt nötig. Der Gemeinderat gab einstimmig grünes Licht. „Die Maßnahme wäre förderfähig, dazu müsste die Gemeinde aber vorab ein Hochwasserkonzept erstellen lassen“, ergänzte Deinlein.

Weiteres aus der Sitzung vom 14. September 2022

In der Sitzung wurde auch dem verstorbenen Georg Pförtsch gedacht. Er war 24 Jahre lang Gemeinderat, sechs Jahre amtierte er als zweiter Bürgermeister.

Bürgermeister Deinlein gab noch weiter, dass einige Investitionen in die Kläranlage getätigt würden, etwa eine Dosieranlage für Ameisensäure. So könnten Kalkablagerungen reduziert und damit Düsenverstopfungen vermieden werden.

Abschließend ging es noch um die aktuelle Energiekrise. Gemeinderat Matthias Demling schlug vor, in der Gemeinde Einspeisepunkte für Notstromaggregate zu schaffen, etwa am Feuerwehrhaus, am Pumpenhaus oder in der Turnhalle. Dies soll nun geprüft werden. Im Blick behalten werden muss, dass Notstromaggregate nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Hartwig Pieler wünschte sich, dass auch die Gemeinde selbst über Energieeinsparungen nachdenke, etwa durch die Abschaltung der Straßenbeleuchtung aber einer bestimmten Uhrzeit. Ohnehin stehe bald eine Diskussion zum Thema Strom an, meinte Deinlein dazu. Auch die LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung sollte weiterhin vorangetrieben werden, es sei hier erst ein Teilausbau erfolgt.

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