Klärschlammtrocknung: Alternatives Grundstück

Veröffentlicht am 11. Dezember 2018 von Johannes Michel

Ende Oktober sorgte ein Antrag der Firma Veolia für größere Diskussionen im Gemeinderat Zapfendorf. Das Unternehmen, das auch das Bio- und Holzheizkraftwerk betreibt, würde gerne eine Klärschlamm-Trocknungsanlage errichten. Auf dem bisher geplanten Grundstück geht das aber nur bei einer Änderung des Bebauungsplans. Nun scheint sich eine andere Option zu eröffnen.

„Sondergebiet Feuerungsanlage ausschließlich zur Verbrennung von Hölzern mit Nebenanlagen zur Holzlagerung und Holzbehandlung“. So lautet die Bezeichnung des Gebietes, auf dem das Bio- und Holzheizkraftwerk steht. Andere Nutzungen sind somit hier nicht zugelassen. Es sei denn, der Gemeinderat ändert den Bebauungsplan – er könnte die Bezeichnung etwa um „und zur Klärschlammtrocknung“ erweitern. Die Bereitschaft dazu zeigte sich in der Oktobersitzung aber nicht.

Im Nachgang hat Veolia aufgrund der größtenteils ablehnenden Haltung des Gemeinderats nach einer Alternative gesucht – und scheinbar gefunden. Das berichtete Verwaltungsmitarbeiter Hans-Jürgen Einwag in der Sitzung vom 6. Dezember 2018. So ließe sich eine Anlage nördlich des bestehenden Kraftwerks errichten, gleich neben der Kläranlage des Marktes Zapfendorf. Hier greift die Sondergebietsregelung nicht, die Fläche ist einfaches Gewerbegebiet. Laut Regierung von Oberfranken, so Einwag, wäre eine Klärschlamm-Trocknungsanlage hier immer zulässig. Natürlich muss der konkrete Antrag des Unternehmens die gewohnten Behördenwege bis zur Genehmigung gehen, verhindern lässt sie sich am neuen Standort aber wohl kaum.


Das Luftbild (Quelle: Google Earth) zeigt die Standorte: (1) bezeichnet die neue Alternative, (2) den Standort im Sondergebiet (zum Vergrößern antippen oder anklicken).

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Nachrichten am Ort

Budgetierung fürs Aquarena?

Auf der Tagesordnung der Sitzung stand auch die Feststellung der Jahresrechnung 2017. Der Markt Zapfendorf schloss das Haushaltsjahr 2017 mit einem Gesamthaushalt von rund 16 Millionen Euro ab. Gemeinderat Thomas Miske (Aktive Bürgerliste Unterleiterbach), der als Vorsitzender dem Rechnungsprüfungsausschuss vorsteht, erläuterte die Prüfung. Es gebe keine größeren Beanstandungen, lediglich kleine Nachbereitungen seien notwendig. Schwerpunkte seines Berichts waren die freiwilligen Leistungen der Gemeinde sowie das Schwimmbad Aquarena: „Die Aufrechterhaltung des Betriebs mag ein hohes Gut sein, sie sollte aber bei geringstmöglichen Kosten geschehen, eine Budgetierung sollte erfolgen.“ Er erwähnte demgegenüber, dass einige Vorschläge aus der Prüfung vom Vorjahr umgesetzt worden seien, etwa die Neugestaltung des Vertragsverhältnisses mit dem Betreiber der Gastronomie.

Bürgermeister Volker Dittrich berichtete, dass für die Schule und die Einrichtung eines digitalen Klassenzimmers Fördergelder in Höhe von 25.000 Euro fließen werden. Von Georg Ries (CSU) kam die Anfrage, wie es in Sachen Glasfaserausbau weitergehe. Aktuell sei Glasfaser bis zu den Verteilerkästen verlegt, nächster Schritt müsse der Ausbau bis zu den Grundstücken sein. Er bat darum, dieses Thema im kommenden Jahr auf die Tagesordnung zu setzen, auch weil eventuell neue Förderprogramme von Bund und Ländern zu erwarten seien.

Vereidigt wurden in der Gemeinderatssitzung auch zwei neue Feldgeschworene. Georg Senger und Christian Wudy üben dieses alte Ehrenamt nun aus.

Was ist eigentlich ein Feldgeschworener?

Feldgeschworene wirken bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen und Flurstücken mit. Sie setzen Grenzsteine höher oder tiefer, entfernen Vermessungspunkte oder ersetzen beschädigte Vermessungspunkte. Als Hüter der Grenzen und Abmarkungen in Gemeindegebieten arbeiten sie eng mit Vermessungsbeamten zusammen. (Quelle: Wikipeda)

Mehr zur Arbeit von Feldgeschworenen, dem ältesten kommunalen Ehrenamt in Bayern und UNESCO-Kulturerbe, finden Sie auf der Internetseite des Bayerischen Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung.

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