Der Musikverein hat ein Raumproblem. Ein Bürgerantrag, den Verein bei künftigen Projekten mit einzubeziehen, wurde Ende Dezember 2025 für zulässig erklärt – und nun im Gemeinderat behandelt. Außerdem waren Radwege und Straßenbau große Themen.
Der Bürgerantrag des Musikvereins Zapfendorf aus dem vergangenen Jahr brachte ein bekanntes Problem erneut auf den Tisch: Es fehlt an geeigneten Räumen für Proben und Lagerung von Noten und Instrumenten. Konkret würden ca. 40 Quadratmeter als Lager, 20 Quadratmeter für einen Schlagzeugraum und rund 100 Quadratmeter als Proberaum benötigt. Der Verein wünscht sich, bei der Vergabe gemeindlicher Immobilien berücksichtigt zu werden. Bürgermeister Michael Senger berichtete von einem gemeinsamen Ortstermin mit Vertretern des Vereins, bei dem unter anderem der derzeit genutzte Kellerraum im A-Bau der Schule begutachtet wurde. Dabei wurde auch deutlich, dass dort perspektivisch Handlungsbedarf besteht – unter anderem wegen Feuchtigkeitsproblemen.
Im Gremium wurde schnell klar, dass einfache Lösungen nicht in Sicht sind. Zwar wurden verschiedene Optionen angesprochen, etwa andere Räume in der Schule oder alternative Flächen im Ortsgebiet, etwa den Raum der Krabbelgruppe in der Herrngasse – die Gruppe könnte dann eventuell ins Pfarrheim wechseln. Doch die Schule selbst meldet weiterhin hohen Eigenbedarf an. „Die Räumlichkeiten werden für den Schulbetrieb benötigt“, verwies Senger auf Aussagen der Schulleitung, die erst vor wenigen Wochen im Gemeinderat zu Gast war.
Gemeinderat Andreas Hofmann (ZuZ) hakte nach, ob überhaupt konkrete Räume zur Verfügung stünden – oder ob man sich erst grundsätzlich auf die Suche machen müsse. Auch andere Ratsmitglieder äußerten Zweifel an der bisherigen Informationslage. „Wir diskutieren schon lange über den Bedarf der Schule“, sagte Zweite Bürgermeisterin Sabine Köhlerschmidt (CSU) und stellte die Frage, ob es überhaupt einen belastbaren Bedarfsplan gebe. Ein möglicher Ansatz könnte darin liegen, bestehende Strukturen genauer zu prüfen. So schlug Gemeinderätin Kirstin Hoh vor, gemeinsam mit dem Rat eine Besichtigung der Schule durchzuführen, um sich selbst ein Bild von der Raumsituation zu machen. Gleichzeitig wurde klar, dass der Gemeinde hier Grenzen gesetzt sind. „Wir können der Schule schwer vorschreiben, welche Räume sie wie nutzt“, so Senger. Nutzungen außerhalb von Schulzeiten, etwa für die Aula, die momentan als Proberaum dient, sollten aber weiterhin kein Problem sein.
Auch kreative Lösungen wurden diskutiert: Hofmann brachte die Idee ins Spiel, neue Räume durch einfache bauliche Maßnahmen – etwa in Trockenbauweise – zu schaffen. Geschäftsleiter Bernd Eichhorn ergänzte aus einer Besichtigung, dass etwa für ein Schlagzeug aktuell kein geeigneter Platz vorhanden sei, sich die Situation aber mit künftigen Änderungen im Schulbetrieb noch verschieben könne.
Am Ende verständigte sich der Gemeinderat auf einen pragmatischen nächsten Schritt: Die Verwaltung soll einen aktuellen Belegungsplan der Schule anfordern, um die Situation transparenter zu machen. Grundsätzlich soll der Musikverein bei künftigen Entscheidungen weiterhin „wohlwollend berücksichtigt“ werden. Kurzfristig wird das dem Verein aber nicht helfen. Der Beschluss fiel einstimmig.
Ausbau der Verbindungsstraße Richtung Rattelsdorf – mit Radweg
Ein größeres Infrastrukturprojekt betrifft die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Zapfendorf und Rattelsdorf. Hier wurde der Abschluss eines städtebaulichen Vertrags beschlossen, der den Ausbau der Strecke sowie den Bau eines getrennten Geh- und Radwegs regelt. Rund 2,1 Millionen Euro werden aktuell veranschlagt. Die Kosten sollen entsprechend der Eigentumsverhältnisse aufgeteilt werden – Zapfendorf trägt dabei knapp ein Drittel. Noch ungeklärt ist die Förderung. Bürgermeister Senger ging von einer Quote zwischen 40 und 60 Prozent aus. Diesbezüglich erinnerte Dritter Bürgermeister Andreas Schonath (WOB) an frühere Zusagen im Zusammenhang mit der ICE-Baustelle. Damals sei die Straße als Baustraße und Umleitungsstrecke genutzt worden. „Wir gingen bisher von 80 Prozent Förderung aus“, so Schonath. Diese Einschätzung wurde auch vom früheren Bürgermeister Volker Dittrich bestätigt, allerdings fehlen offenbar schriftliche Nachweise. Die Verwaltung wurde daher beauftragt, die damaligen Vereinbarungen nochmals zu prüfen.
Unabhängig davon wurde auch deutlich gemacht, dass selbst nach dem Ausbau nicht alle Probleme gelöst sein werden: Die Straße wird auch künftig nicht vollständig hochwasserfrei sein. Dafür gibt es einen vollwertigen Radweg entlang der Nordseite der Straße. Der Gemeinderat stellte sich geschlossen hinter das Projekt und stimmte dem Vertragsabschluss einstimmig zu.
Neuer Radweg Richtung Scheßlitz – abseits der Straße
Radwege wurden im Landkreis Bamberg in den vergangenen Jahren vermehrt gebaut, einige wichtige Bereiche fehlen aber noch, etwa eine Verbindung von Zapfendorf nach Scheßlitz. Geplant ist nun eine neue Verbindung über Sassendorf und Windischletten bis nach Scheßlitz. Die Strecke soll ab Sassendorf rund neun Kilometer lang sein und künftig eine wichtige Verbindung im Alltagsradverkehr darstellen.
Die Kosten werden auf etwa 580.000 Euro geschätzt. Der Landkreis Bamberg übernimmt dabei die Hälfte, der verbleibende Anteil wird zwischen Zapfendorf und Scheßlitz aufgeteilt. Inhaltlich ging es im Gemeinderat vor allem um die Streckenführung. Andreas Hofmann erinnerte daran, dass bereits früh klar gewesen sei, dass der Radweg nicht entlang der Kreisstraße verlaufen werde. Gleichzeitig äußerte er Zweifel an der gewählten Lösung: „Das Problem ist, dass der Radweg in Sassendorf, unserem höchstgelegenen Gemeindeteil, startet“, gab er zu bedenken. Auch weitere Details sind noch nicht abschließend geklärt. So steht etwa die genaue Verbindung zwischen Lauf und Sassendorf noch aus. Dennoch betonte Bürgermeister Senger, dass die aktuelle Planung einen realisierbaren Kompromiss darstelle. Am Ende wurde das Projekt mehrheitlich beschlossen, allerdings nicht ohne Gegenstimmen: Zwei Ratsmitglieder votierten dagegen.
Kurz berichtet
Zügig abgearbeitet wurden die weiteren Punkte: Die Jahresrechnung 2024 wurde festgestellt, anschließend erteilte der Gemeinderat die Entlastung – jeweils einstimmig.
Ebenfalls ohne Gegenstimmen beschlossen wurden neue Betriebsträgervereinbarungen mit der Gesamtkirchengemeinde Main-Itz. Diese regeln unter anderem Anpassungen bei sinkenden Kinderzahlen sowie Zuständigkeiten bei möglichen Schließungen von Einrichtungen. Bereits im vergangenen Jahr waren sie schon Thema, nun sind noch kleinere Veränderungen hinzugekommen.
In seinen Informationen gab Bürgermeister Michael Senger einen Überblick über laufende Projekte. Beim geplanten Radweg Unteroberndorf–Zapfendorf sind die Abstimmungen mit der Deutschen Bahn abgeschlossen, nun folgen Grundstücksverhandlungen. Für den Hortumbau liegt inzwischen die Baugenehmigung vor, aktuell laufen Gespräche über Fördermittel. Die vom Gemeinderat beschlossene Einführung von Tempo 30 auf fast allen Straßen befindet sich gerade in der Umsetzung. Zudem prüft die Gemeinde ein spezielles Förderprogramm für das Schwimmbad. Hier läuft derzeit eine Interessenbekundung, ein Beschluss des Gemeinderats steht noch aus. Erfreuliche Nachrichten gibt es im Bereich Windenergie: Gemeinsam mit Breitengüßbach war Zapfendorf bei der Bewerbung für das Programm „Windkümmerer 3“ erfolgreich. Nach einem Auftaktgespräch Anfang März kam die Zusage der Regierung von Oberfranken. Die fachliche Begleitung ist zunächst auf sechs Monate angelegt und kann bei Bedarf verlängert werden, die Kosten übernimmt der Freistaat Bayern. Hintergrund ist der geplante Windpark bei Sassendorf.


