Hier können sich die Kinder rundherum wohlfühlen

„Und Jesus nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie“. Mit dieser Bibelstelle aus dem Markusevangelium (10,16) begann der neue Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft St. Christophorus, Dr. Vincent Moolan Kurian, die Andacht anlässlich der Kindergarteneinweihung in Gerach. Aufgrund der großen Anzahl der geladenen Gäste fand diese in einem am Reckendorfer Weg aufgestellten Festzelt statt.

„Das Lächeln der Kinder vermissen wir in den heutigen Tagen. Ja das sind unsere Kinder, bei ihnen kommen Sprüche, wie ‚Du bist der coolste Pfarrer‘ von Herzen“, erzählte er eine Anekdote anlässlich seiner jüngst erfolgten Amtseinführung. „Kinder sind unsere Zukunft, und es lohnt sich in sie zu investieren“, wobei er auch auf einen 1.000-Euro-Spendenscheck an der Zeltwand hinwies. Mit solchen Spenden könnten auch kleine Wünsche erfüllt werden.

In den nachfolgenden Fürbitten bedankten sich die jüngsten Geracher für den neuen Kindergarten und die tollen Spielsachen. Sie vergaßen aber auch nicht für Kinder zu beten, denen es nicht so gut geht, damit sie in dem neuen Kindergarten Kraft und Liebe, Wärme und Fürsorge erfahren. „Gott möge die Kinder, die sich in der Gemeinschaft schwertun, begleiten, damit sie auch ihre Stärken erkennen“, so lautete ihr Anliegen vor Gott. Auch diejenigen, die sich ein wenig vor dem Neuen fürchten, sollten sich darauf einlassen, was komme, und Freude an der Gemeinschaft finden.

Während der Besichtigungstour im Vormittagsnebel: (v.l.) Erster Bürgermeister Sascha Günther, Pfarrer Dr. Vincent Moolan Kurian und Landrat Johann Kalb

Zwei Kindergarten- und eine Krippengruppe

Nach dem spontan gesungenen Lied „O Himmlische Frau Königin“ erteilte Pfarrer Vincent den Segen für die Anwesenden, sowie „für die Kinder, das Dorf und alle, die hier ein und ausgehen, vor allem das Kindergartenpersonal.“

Daraufhin begann Bürgermeister Sascha Günther seine Ansprache mit dem Afrikanischen Sprichwort: „Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“, und ergänzte: „Kinder brauchen nicht nur ihre Eltern, sondern auch eine Gemeinschaft, um gut aufwachsen zu können“.

Unter den geladenen Gästen befanden sich die an den Arbeiten Beteiligten. Namentlich wurden Projektleiter Bastian Gärber (Architekturbüros Paptistella) und Thomas Polzer (Fa. Raab Bau Ebensfeld) genannt, denen für eine so kurze Bauphase gedankt wurde.

Ein bedarfsgerechter Ausbau der Kindergarten-Infrastruktur stelle eine Kommune vor große Herausforderungen. Mit dem jetzt geschaffenen Angebot von zwei Kindergartengruppen und einer Kinderkrippe zeigt sich die Gemeinde als familienfreundlich, in der sich die jungen Familien wohl fühlen können. Gemeinschaft dürfe nicht nur eine Phrase sein, sie gehöre gefördert und müsse gelebt werden, damit sie einer der wichtigsten Standortfaktoren der Kommune werde.

„Wir nehmen es hier ernst, Kinder zu fördern und Eltern dabei zu unterstützen, Beruf und Familie zu verbinden und in Einklang zu bringen“, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Der Standort wurde vom Gemeinderat gezielt gewählt, ideal zum benachbarten Neubaugebiet. In diesen neuen Räumlichkeiten des Kindergartens könnten sich die Kinder bestimmt rundum wohlfühlen, schwärmte der Bürgermeister: „Sie haben Platz für Spiel und Bewegung, können kreativ sein und sich entwickeln, ja, hier können ihre Neigungen und Interessen erkannt und gefördert werden“.

Dabei fügte er hinzu, dass die Pädagogen aller Kindertagesstätten wichtige Aufgaben leisten würden, die auch gesellschaftspolitisch von großer Bedeutung sind. „Es sei mehr als nur eine Privatsache, ob Familien entstehen können, und wie es ihnen in unserem Land geht“, – so zitierte Bürgermeister Sascha Günther den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler – „und daher muss alles getan werden, um die Familien zu schützen und zu unterstützen.“

Der Landkreis-Fußball, Geschenk des Landrats Johann Kalb.

Verteilung der Landkreisbälle durch Ersten Bürgermeister Sascha Günther (links) und Landrat Johann Kalb an die einzelnen Gruppen

Gesamtkosten: 2,2 Millionen Euro

Schließlich wurde noch die Gelegenheit genutzt, allen Danke zu sagen, die an der Planung, Gestaltung und der Realisierung dieser Einrichtung mitgewirkt haben: Vom Architekturbüro Paptistella Herrn Gärber und Herrn Albert für den tollen und reibungslosen Ablauf der Arbeiten und allen anderen beteiligten Firmen. Auch der Regierung, Bund und Freistaat, die mit 1.144.000 Euro die Hälfte der ca. 2,2 Millionen Euro Gesamtkosten übernommen haben. Dem Gemeinderat, der öfters kurzfristige Entscheidungen treffen musste, um den Baufortschritt nicht zu gefährden, wurde ebenso gedankt, wie den Mitarbeitern der VG, in Vertretung Bauamtsleiter Christian Günthner und Nicole Kuhn, welche sich für die Erlangung der Betriebserlaubnis verantwortlich zeigte.

Nicht vergessen werden durfte das Kindergartenpersonal, die Bauhofmitarbeiter, der Elternbeirat und die Eltern, die beim Umzug mitgeholfen und auch während der Einweihungsfeierlichkeiten die Verpflegung übernommen hatten. Dank erging an die Spender, der Sparkasse Bamberg (1.000 Euro) und der Firma Raab (500 Euro).

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtung wurde viel Erfolg und Freude gewünscht, den Kindern eine erlebnisreiche und glückliche Zeit zu schenken, an die man sich später gerne zurückerinnert.

Mit dem Aufruf an die Anwesenden, „gemeinschaftlich an einer besseren Zukunft für uns und unsere Kinder zu bauen“, lud der Bürgermeister die Ehrengäste im Anschluss an die Veranstaltung zu einem Rundgang in den neuen Kindergarten ein.

Helle Räume begeistern

Landrat Johann Kalb bedankte sich vor seinem Grußwort für die spritzige Andacht bei Pfarrer Vincent Moolan, dem es in der kurzen Zeit nach seinem Amtsantritt gelungen war, bei den Kindern den Ruf eines „coolen“ Pfarrers zu erlangen. „Der Landkreis boomt und wächst“, so wurde von ihm die aktuelle Tageszeitung zitiert, „wozu Gerach durch seine gute Struktur beiträgt“. Hier funktioniere die Gesellschaft, was auch an der Führung und dem Gemeinderat liege: „Die Feuerwehr neu, der Kindergarten neu, hier werde Stein auf Stein aufeinandergesetzt“.

Im Kindergarten bestehe für das Personal die Möglichkeit, Werte einzupflanzen, die später ihren Beitrag zur Verantwortung in der Gesellschaft leisten könnten. Erziehung sei frei, und ein freies Denken fördere die Fähigkeiten der Kinder. „Wir selbst müssen Geduld für die Kinder aufbringen, doch nun sei genug geredet worden“, endete der Landrat und übergab einzelnen Kind in Vertretung ihrer Kindergartengruppe einen „Landkreis-Fußball“ zum gemeinsamen Spielen.

Bei der anschließenden Besichtigung des Gebäudes waren die Gäste von den hellen Räumen und der angenehmen Raumatmosphäre begeistert. „Wir haben aber noch ausreichen Platz, unser Umfeld selbst zu gestalten“, erklärte eine Erzieherin während der Besichtigung mit glücklich leuchtenden Augen. Für die Bewirtung, auch anlässlich des „Tag der offenen Tür“ am Nachmittag, sorgte der Ortskulturring Gerach.

Bastian Gärber (Architekturbüro Gärber), Thomas Polzer (Fa. Raab BauGmbH), Altbürgermeister Gunter Stegner, 2. Bürgermeister Thomas Motschenbacher (CSU), Gemeinderat Rolf Baier (UWG), Pfarrer Dr. Vincent Moolan Kurian, Landrat Johann Kalb, Erster Bürgermeister Sascha Günther (CSU), Gemeinderätin Petra Schmitt (CSU)

Historie:

Februar 2019
Die Regierung von Oberfranken befürwortete nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung des alten Kindergartengebäudes einen Neubau

April 2019
Gemeinderatsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplanes „Grubenäcker I“: Für das Neubauprojekt mussten zwei Bauplätze zusammengelegt werden

September 2019
Der Bauplan vom 5. August 2019 wurde genehmigt, wobei die für Februar 2020 in Aussicht gestellte Änderung des Bebauungsplanes noch ausstand

Mai 2020
Ortseinsicht durch den Gemeinderat: Am ausgewiesenen Bauplatz wurde die Parkplatzsituation und Entwässerung diskutiert

Juni 2020
Baubeginn

August 2021
Umzug vom Alten in den Neuen Kindergarten

Kosten: ca. 2,2 Millionen Euro, davon Zuschüsse in Höhe von 1.144.000 Euro von Bund und Freistaat

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